Einkommensentwicklung in Niederösterreich

AK fordert angemessene Lohn- und Gehaltsabschlüsse

St.Pölten (NLK) - Die Produktivität in Österreich stieg im europäischen Vergleich enorm an, die Entwicklung der Lohnstückkosten ist günstiger als in anderen EU-Ländern. Trotzdem sinke die Lohnquote unaufhörlich. Niederösterreich sei im Vergleich mit den übrigen Bundesländern in einer noch schlechteren Lage, stellt die Arbeiterkammer NÖ in einer heute der Öffentlichkeit präsentierten Analyse der Einkommenssituation fest. Grund genug für die Forderung, dass die Löhne und Gehälter wieder stärker steigen müssen. Die Analyse enthält noch eine ganze Reihe anderer, aufschlussreicher Fakten:
Im vergangenen Jahr gab es für die in Niederösterreich Beschäftigten ein Minus bei Gehältern und Löhnen. Nach Abzug der Inflation ergibt sich ein Minus von 0,7 Prozent für 2000 gegenüber 1999. Niederösterreich liegt weiterhin im Einkommensvergleich nur an 6. Stelle. Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher haben auch den zweitniedrigsten Einkommenszuwachs in Österreich zu verzeichnen. Frauen verdienen in NÖ um ein Drittel weniger als die Männer. Das mittlere Männereinkommen liegt bei 23.900 Schilling (1.737 Euro), das der Frauen bei 15.865 (1.152,95 Euro). Weibliche Arbeiter verdienen mit 13.521 Schilling (982,61 Euro) weit weniger als den von AK und ÖGB geforderten Mindestlohn von 1000 Euro. Frauen haben überdies noch den großen Einkommens- und Karriereknick zu verzeichnen, wenn sie Kinder bekommen.
Einkommen von Arbeitern und Angestellten unterscheiden sich nach wie vor enorm. Männliche Angestellte verdienen 30.767 Schilling (2.236 Euro), weibliche Arbeiter bei mittlerem Einkommen um rund 17.000 Schilling (1.235 Euro) weniger.
Große Einkommensunterschiede gibt es zwischen den Bezirken. Mödling führt vor Lilienfeld, Schlusslicht ist Hollabrunn, und Gänserndorf ist in 10 Jahren vom 3. auf den vorletzten Platz abgesackt. Diese Zahlen erklären auch den hohen Pendleranteil des Weinviertels.

Mehr Lohn und Gehalt, und das ausreichend, um dieser Entwicklung gegenzusteuern, das ist nur die Hauptforderung. Dazu verlangt die AK, im Hinblick auf die kommende Osterweiterung qualitativ hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen, denn mit Dumpinglöhnen werde es nicht gelingen, der östlichen Konkurrenz paroli zu bieten. Die AK verlangt weiters Investitionen in die Bildung und steuert ihr Programm "AK Plus" bei, einen Bildungsbonus für Maßnahmen in zukunftsorientierten Branchen. Und schließlich verwahrt sich die AK gegen die Absichten, die Kollektivverträge auf Betriebsebene zu verlagern. Dadurch entstehe ein massiver Lohndruck nach unten, wird befürchtet.

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