Österreichische Bekleidungsindustrie fordert fairen Welthandel im Bekleidungssektor

Nach der 1999 in Seattle durchgeführten, turbulenten WTO-Ministerkonferenz ist das nächste WTO-Meeting für 9.-13. November 2001 in Doha, Katar vorgesehen.
Vor dem Hintergrund der Exportbemühungen der österreichischen Bekleidungsindustrie nach Übersee bzw. der seit Jahren steigenden Bekleidungsimporte aus Schwellen- und Entwicklungsländern bekennt sich die österreichische Bekleidungsindustrie zu einem weiteren Wachstum des internationalen Handels, verlangt jedoch eine faire Basis.

Zahlreiche Lieferländer haben ihre eingegangenen Verpflichtungen noch nicht erfüllt, daher darf auch am bestehenden Auslaufplan für das System der EU-Importquoten bis 2004 nichts geändert werden. Die EU hat ihre Verpflichtungen erfüllt und wird zahlreiche Quoten mit Ende des laufenden Jahres liberalisieren. Endgültig wird das System der Importquoten sowohl in der EU als auch in den USA mit Ende 2004 auslaufen. Hingegen zeigt eine WTO-Analyse betreffend Anwendung des ATC-Quotensystems, dass seitens der Lieferländer der Zugang zu ihren lokalen Märkten nicht vereinbarungsgemäß geöffnet wurde (lokale Quoten, Zollhöhe und nichttarifarische Handelshemmnisse).
Der Fachverband der Bekleidungsindustrie erwartet sich daher von der EU, dass diese mit allen sich bietenden Möglichkeiten die entsprechenden Drittstaaten auf Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen zur Marktöffnung drängt.

Schon das Ziel der Uruguay-Runde sei es gewesen, eine tatsächliche Öffnung aller Märkte für Bekleidung zu erreichen, und zwar durch Reduktion auch der extrem hohen Zölle in Übersee-Hoffnungsmärkten und durch Beseitigung von nichttarifarischen Handelshemmnissen in diesen Staaten.

So hat sich erst kürzlich wieder das Importregime Argentiniens als äußerst problematisch für österreichische Bekleidungslieferungen erwiesen.

"Die Beseitigung von Handelshemmnissen ist für jene Mitgliedsfirmen, die international agieren, mittel- und langfristig von wachsender Bedeutung. Dies deshalb, weil Verluste auf den europäischen Hauptmärkten wegen des Vordringens der Filialisten und Reduktion des Fachhandels durch Exporterfolge in Übersee zumindest teilweise ausgeglichen werden müssen," stellt der Präsident des Fachverbandes KR Ing. W. Ehrlich, Fa. Sportalm, die entsprechenden strategischen Überlegungen dar.

Der Fachverband der Bekleidungsindustrie verlangt daher den selben Zugang zu Drittmärkten wie ihn umgekehrt die EU ihrerseits den Lieferanten aus Drittstaaten bietet. Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, dürfe die EU-Kommission im Bekleidungssektor keine weiteren Zugeständnisse an Billiglieferländer machen. Auch dürften keine Zusagen zu Lasten des Bekleidungssektors als Bargaining-Chip zugunsten anderer Wirtschaftsbereiche in Doha getätigt werden.

Zusätzlich fordert der Geschäftsführer des Fachverbandes Dr. F. J. Pitnik, dass die maximale Zollhöhe für Bekleidungsprodukte in allen Staaten der Welt mit 15% Zollhöhe limitiert sein sollte. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für einen fairen internationalen Warenaustausch. Im übrigen entbehrt der in vielen Fällen bestehende Schutz durch erhöhte Zölle oder nichttarifarische Handelshemmnisse in Entwicklungs- und Schwellenländern insofern jeglicher Berechtigung, als die jeweils lokale Bekleidungsindustrie durch Lieferungen europäischer, hochpreisiger Bekleidungsprodukte in keiner Weise konkurrenziert wird.

Wesentlich sei auch eine Vereinfachung der Zollabwicklungen in den jeweiligen Drittländern sowie eine bessere Transparenz diesbezüglich. Damit sollen diskriminierende Praktiken besser aufgedeckt werden können.

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Dr. Franz J. Pitnik
Tel.: (01) 712 12 97
Schwarzenbergplatz 4
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Fachverband der Bekleidungsindustrie Österreichs

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