Österreichische Unternehmen in den USA wollen rasches "business as usual"

Umfrage der WKÖ-Außenhandelsstelle in New York ergab für heuer relativ gute Stimmung bei Österreichs Exporteuren - 2002 kommen Folgen der US-Konjunkturflaute zum Tragen

Wien(PWK783) Der österreichische Handelsdelegierte in New York, Bruno Freytag, gab heute zu Beginn des USA-Besuchs von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, neueste Umfrageergebnisse zum Stimmungsbild der österreichischen Unternehmen in den Vereinigten Staaten bekannt. "Die Mitte Oktober durchgeführte Umfrage basiert auf Ergebnissen der Außenhandelsstellen der Wirtschaftskammer Österreich in New York, Chicago und Los Angeles und zeigt, dass die Stimmung bei den österreichischen Exportfirmen auch nach den Terrorattentaten noch gut ist. Für 2002 kalkulieren die Unternehmen allerdings mit den Folgen einer sich abschwächenden amerikanischen Wirtschaft", berichtet Freytag.

In den für Österreich wichtigen "traditionellen" Exportindustrien wie Automobilindustrie, Maschinen- und Werkzeugbau sowie Eisen- und Stahlindustrie, hatte sich ein Abschwung schon lange vor den Ereignissen des 11. September abgezeichnet. Die österreichischen Unternehmen stellten sich daher schon zuvor auf die Situation ein und verfolgen die erstellten Strategien auch nach den Attentaten unverändert weiter, ergibt die Umfrage. Im Automobilbereich wird für das laufende Jahr insgesamt mit einem guten Ergebnis gerechnet. Zulieferanten beugen dem erwarteten Einbruch von rund 20 % für das Jahr 2002 mit einer Erweiterung der Produktpalette und der Belieferung weiterer Partner vor.

"Auch im Elektronikbereich wurden die Pläne beibehalten, jedoch hat sich die Unsicherheit über die Zukunft verstärkt. Bei Anhalten der Rezession wird mit einem Umsatzrückgang für das Jahr 2002 gerechnet", erklärt Freytag. Damit weitere Investitionen in diesem Bereich getätigt werden, müsse sich die Wirtschaft erst wieder erholen.

Stark betroffen von den Auswirkungen der Terrorattentate sind laut Umfrage die Zulieferanten der Flugzeugindustrie, die den geringeren Cash Flow der Fluglinien zu spüren bekommen. Auslieferungsdaten neuer Flugzeuge wurden hinausgezögert bzw. ganz storniert. "Die Entscheidung über die Realisierung des zukünftigen Boeing Großflugzeugs 717 wurde aufgrund des Einbruches bis zum Jahresende 2001 verschoben. Gerade für dieses Modell rechnen sich die Österreicher jedoch gute Zulieferchancen aus. Der mittelfristige Umsatzrückgang der Zulieferer wird auf rund 20% geschätzt", so Freytag.

Im Baubereich gibt es in den USA schon seit 1999 eine Rezession und auch die Textilindustrie steckt bereits seit rund zwei Jahren in der Krise. Maschinenlieferanten der Textilindustrie rechnen auch für das Jahr 2002 mit keiner Verbesserung.

In der Konsumgüterindustrie war der 11. September 2001 deutlich zu verzeichnen, fanden doch für einige Tage danach in den Osten der USA, insbesondere nach New York und Washington D.C., keine Auslieferungen statt. "Angesichts der ohnehin wirtschaftlichen Rezession in den USA hoffen die Österreicher nun, dass sich die US-Konsumenten nicht noch mehr zu Hause einigeln und den Geschäften fernbleiben. Mit dem erwarteten Einbruch für die nächsten Monate reagieren die im Konsumgüterbereich tätigen Unternehmen mit verstärkten Marketinganstrengungen", weiß Freytag und betont, dass Vertreterbesuche bei den US-Kunden plötzlich wieder geschätzt werden, da signalisiert wird, dass sie auch in schwierigen Zeiten nicht im Stich gelassen werden. Auch ausländische Investoren sind nun in den USA besonders willkommen und werden von den Regionalpolitikern zumeist herzlich begrüßt. In der Datenbank der Wirtschaftskammer Österreich waren Mitte Oktober 2001 730 Investitionen österreichischer Unternehmen in den USA erfasst. Die österreichischen Exporte in die USA stiegen heuer von Jänner bis Juli um 14,2 % auf 5,1 Mrd Schilling.

Ein Tenor spiegelte sich in der Umfrage jedenfalls wider, strich Freytag hervor: "die Terrorbekämpfung sei Aufgabe der Regierung und die österreichischen Unternehmen wollen möglichst rasch wieder zum normalen Geschäftsalltag zurückkehren." (Ne)

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