Wiener Fachhochschulförderung wird 2002 aufgestockt

Weitere 70 Millionen Schilling (5,087 Mio. EUR) für mehr Ausbildungsplätze für Biotechnologie, Verkehrstechnik, Kreative Industrien

Wien, (OTS) "Die Wiener Fachhochschul-Förderung soll im Jahr 2002 ausgebaut werden. Die im Jahr 2000 vom Gemeinderat beschlossene Förderung für diesen Ausbildungsbereich in der Höhe von 150 Millionen Schilling (10,900 Mio. EUR) auf 5 Jahre wird um weitere 70 Millionen (5,087 Mio. EUR) aufgestockt", erklärte am Dienstag Finanzstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters. "Mit diesem Betrag übernimmt Wien die Kosten für 180 Studienplätze für die volle Dauer von 4 Jahren, unter der Bedingung, dass der Bund die drei Lehrgänge in weiterer Folge finanziert. Wir entlasten damit den Bund in der Startphase und stellen so auch die rasche Realisierung des Wiener Fachhochschulausbauprogramms sicher", so Rieder. Diese Vorgangsweise wurde am Montag mit Vertretern des Fachhochschulrates und des Rates für Forschung und Technologieentwicklung vereinbart. Details dazu werden in den nächsten Tagen mit Bundesministerin Dr. Elisabeth Gehrer besprochen werden.

Die drei neuen Lehrgänge werden in den Bereichen ‚Biotechnologie’, ‚Verkehr-Logistik-Automotiv’ und ‚Kreative Industrien" eingerichtet. Derzeit gibt es in Wien 2.879 Ausbildungsplätze in Fachhochschulen. Alleine mit den drei neuen Lehrgängen rechnet man im Vollausbau - das heißt in vier Jahren - mit 720 weiteren Fachhochschülern in Wien, wobei sicher andere Lehrgänge in der nächster Zeit folgen werden. Von den am 29. Juni 2000 vom Wiener Gemeinderat zur Verfügung gestellten 150 Millionen Schilling (10,900 Mio. EUR) wurden bereits 50 Millionen (3,633 Mio. EUR) eingesetzt, 100 Millionen (7,267 Mio. EUR) stehen weiterhin für die Vorbereitung und den laufenden Betrieb von Fachhochschullehrgängen bereit. Die 70 Millionen Schilling (5,087 Mio. EUR) sind zusätzliche Mittel, die speziell für Zukunftstechnologien eingesetzt werden.****

Rieder präsentierte am Dienstag auch ein Positionspapier, das am Montag von der Fachhochschul-Qualifizierungsplattform (Stadt Wien und Vertretern der Wiener Fachhochschulträger) beschlossen wurde. In dem Papier finden sich die Forderung nach kürzeren Genehmigungsdauern durch den Bund, mehr Flexibilität beim Wechsel zwischen Fachhochschule und Universität sowie klare Bekenntnisse zu Zukunftstechnologien.

Wiener Zukunfts-Lehrgänge: Fachhochschullehrgänge in Kooperation mit Universitäten und der Wirtschaft

Mit den zusätzlichen 70 Millionen gibt Wien das Startsignal für drei Lehrgänge, die mit Universitäten und der Wirtschaft kooperieren werden. In Abstimmung mit den Wiener Fachhochschulträgern wurde vereinbart, dass die Lehrgänge räumlich mit Technologiezentren verknüpft sein werden, um größtmögliche Synergieeffekte zu nutzen, der Aufbau und die Lehrplangestaltung sollte in Kooperation mit einschlägigen Unternehmen und der Wissenschaft erfolgen. "Wir erwarten uns eine intensiver Kooperation zwischen universitären und außeruniversitärem Bereich sowie der Wirtschaft und damit Synergien auf wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Gebiet", so Rieder. Als Standorte für die drei neuen Lehrgänge wurden daher folgende Orte vorgesehen:

o Biotechnologie

Der Lehrgang Biotechnologie soll an den Standorten des Vienna Bio Center (VBC) und der Universität für Bodenkultur in der Muthgasse realisiert werden.

o Verkehr-Logistik-Automotiv

Für diesen Lehrgang ist der Standort Paukergründe vorgesehen, an dem neben dem in Bau befindlichen Klima Wind Kanal, das Forschungszentrum Arsenal sowie ein Kompetenzzentrum im Entstehen sind.

o Kreative Industrien

Weil die bisher bestehenden Firmen über das Stadtgebiet verteilt sind, ist bisher noch kein konkreter Standort ausgewählt, klar ist aber, dass es auch in diesem Bereich eine "Clusterlösung" realisiert wird. (Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsförderungsinstituts stellt fest: "Neue Ausbildungsmöglichkeiten und Forschungsinstitute, die sich mit Kulturökonomie usw. beschäftigen, sind notwendig").

Wiener Positionspapier zum Thema Fachhochschulen

Rieder präsentierte am Dienstag auch ein Positionspapier, das am Montag von der Fachhochschul-Qualifizierungsplattform (Stadt Wien und Vertretern der Wiener Fachhochschulträger) beschlossen wurde. Darin sind unter anderem folgende Punkte / Forderungen enthalten:

1) Verkürzung der Bewilligungsfristen

Der langwierige Genehmigungsprozess von neuen Lehrgängen durch den Bund widerspricht vielfach den ökonomischen Anforderungen. Diese Frist soll von 1,5 Jahren auf ein halbes Jahr verkürzt werden.

2) Wechsel der Ausbildung möglich machen

Der Übergang von einer Fachhochschule an die Universität muss einfacher werden. Ein erster Ansatz ist die Einführung des Bakkalaureats an den Fachhochschulen.

3) Thematische Schwerpunktsetzung

Wien setzt auch in der Ausbildung auf Zukunftsthemen wie Biotechnologie, Verkehrstechnik oder den Informations- und Technologiebereich.

4) Kooperation Universität - Fachhochschule

Die Qualifizierungsplattform soll mithelfen, die Kooperation zwischen Universitäten und Fachhochschulen voranzutreiben.

Jeder vierte Fachhochschulplatz ist in Wien

Derzeit (Stand Studienjahr 2000/2001) gibt es in Österreich 11.766 Fachhochschulstudenten. In Wien stehen 2.879 Fachhochschüler in Ausbildung. Damit sind 24,5 Prozent oder fast ein Viertel aller Fachhochschüler in Wien, was in Relation zur Bevölkerungsverteilung ein deutlich überproportionaler Anteil ist.

Steigendes Interesse an Fachhochschulen

Lange Genehmigungsverfahren des Bundes verursachen im Fachhochschulbereich ein nur langsames Wachstum der Ausbildungsplätze und das obwohl das Interesse immer größer wird. Kamen im Studienjahr 1994/1995 "nur" 1,55 Bewerber auf eine aufgenommene Person, so waren es im Studienjahr 2000/2001 schon 2,73 Bewerber.

Wirtschaftsstandort Wien sichern:

Es ist unbestritten, dass dem Ausbildungsbereich ganz entscheidende Bedeutung bei der Sicherung des Wirtschaftsstandorts zukommt. Innerhalb dieses Bereichs nehmen wiederum die Fachhochschulen- und hier vor allem Ausbildungen in modernen Technologien - eine eminent wichtige Rolle ein. "Mit diesem verstärkten Engagement im Bildungssektor leisten wir einen Beitrag zum Wirtschaftsstandort Wien, der sich schon bisher durch ein sehr hohes Bildungsniveau auszeichnet hat." "Um im immer internationaler werdenden Wettbewerb auch in Zukunft bestehen zu können, ist es notwendig, Arbeitskräfte auf allerhöchstem Niveau auszubilden. Mit dieser Initiative setzen wir einen Weg fort, der Wien zu einer der reichsten Regionen der EU gemacht hat", so Rieder.

Qualifizierungsplattform Fachhochschule

Die Qualifizierungsplattform besteht aus Vertretern der Fachhochschulträger, des Fachhochschulrates, Vertreter des Rates für Forschung und Technologieentwicklung sowie Vertretern der Stadt Wien. Die Plattform wurde im Frühjahr 2001 von Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder ins Leben gerufen. (Schluss) mmr/

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