KfV alarmiert: Moped fahren für Jugendliche immer gefährlicher?

Moped das mit Abstand gefährlichste Verkehrsmittel - Risken werden bewusst eingegangen - Verkehrspsychologische Untersuchung für 15jährige Mopedlenker muss bleiben

Wien (OTS) - Wird Moped fahren für Jugendliche noch gefährlicher? Seit 1. November 1997 ist zwar Moped fahren ab 15 erlaubt, allerdings nur wenn der junge Lenker seine geistige Reife durch das Absolvieren einer verkehrspychologischen Untersuchung nachweist: "Das ist eine unabdingbare Voraussetzung, denn das Moped ist schon heute das mit Abstand gefährlichste Verkehrsmittel. Noch dazu testen besonders junge männliche Mopedfahrer die eigenen Leistungsgrenzen aus, Risken werden bewusst eingegangen", hält Mag. Armin Kaltenegger, Leiter der Rechtsabteilung des Kuratorium für Verkehrssicherheit fest. Heftig kritisiert wird vom KfV, dass mit der geplanten Novelle zum Führerscheingesetz die verkehrspsychologische Untersuchung für 15jährige Mopedlenker fallen soll. Kaltenegger: "Dies ist aus Gründen der Verkehrssicherheit auf das Entschiedendste abzulehnen. Dadurch würde es noch mehr verletzte und tote Jugendliche auf Österreichs Straßen geben."

Ohne verkehrspsychologische Untersuchung wäre Risikogruppe unterwegs

Rund 20 % der Bewerber weisen gravierende Reifedefizite auf, wie aus den verkehrspsychologischen Untersuchungen des KfV hervorgeht. Das sind zum Beispiel mangelnde Belastbarkeit, erhöhte Unbekümmertheit und Risikobereitschaft sowie mangelnde soziale Rücksichtnahme. Ohne die verkehrspsychologischen Untersuchungen wäre diese Risikogruppe auf Österreichs Straßen unterwegs, was eine deutlich erhöhte Unfallgefährdung zur Folge hätte.

Im Vergleich zu Pkw-Lenker trägt Mopedlenker 10-faches Unfallrisiko

Bei den 16jährigen waren im Jahr 2000 acht Tote und 1.484 Verletzte bei Mopedunfällen zu verzeichnen, bei den 15jährigen -trotz der bestehenden Einschränkungen - zwei Tote und 218 Verletzte. Laut Unfallstatistik 2000 verunglückten 71 % aller im Straßenverkehr verletzten und 44 % aller getöteten 16jährigen mit dem Motorfahrrad. Im Vergleich zu einem Pkw-Lenker trägt ein Mopedlenker etwa das 10-fache Unfallrisiko.

Im Falle einer Streichung der verkehrspsychologischen Untersuchung müsste nach Schätzungen auf Basis der bisherigen österreichischen und internationalen Erfahrungen mit bis zu 600 zusätzlichen verletzten und bis zu sieben zusätzlichen getöteten 15jährigen pro Jahr angerechnet werden. "Das ist keinesfalls zu verantworten", betont Kaltenegger abschließend.

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