ÖAMTC: Vier nachrüstbare Zusatzheizungen fürs Auto im Test

Der Club prüfte gängige Standheizungen und elektrische Vorwärmsysteme

Wien (ÖAMTC-Presse) - Der ÖAMTC hat vier nachrüstbare Zusatzheizungen in einer Klimakammer bei Minusgraden auf ihre Tauglichkeit getestet. Zwei davon waren Standheizmodelle, bei denen die Energie aus dem Fahrzeugtank bezogen wird (Webasto Thermo Top Z/C-D und Eberspächer Hydronik D5W SC in einem Opel Zafira). Zudem standen zwei elektrische Vorwärmsysteme von Calix und Defa in einem VW Sharan auf dem Prüfstand. Sie eignen sich für Garagenfahrzeuge und Autos, die unter Carports eingestellt werden, weil sie eine 230 Volt-Steckdose benötigen. "Nachrüstbare Zusatzheizungen können bei vereisten Scheiben rasch Abhilfe schaffen, denn vor allem bei Dieselfahrzeugen erzeugt der Motor im Stadtverkehr zu wenig Abwärme, um die volle Heizleistung zu erbringen", weiß ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Standheizung von Eberspächer verursacht hohe CO-Emissionen

Die beste Heizleistung zeigte Webasto, knapp dahinter lag Eberspächer. Bei beiden Modellen wurde der Motor- und Fahrgastraum bei einer halben Stunde Vorheizzeit ausreichend erwärmt. Beim Umweltaspekt zeigten sich wesentliche Unterschiede. Die Webasto-Standheizung begnügt sich anteilsmäßig mit der Spritmenge, die der vorgeheizte Motor weniger verbraucht. Das Abgasverhalten lag im Normalbereich. Bei Eberspächer zeigte sich beim Abgasverhalten ein gravierender Nachteil. Der Ausstoß von CO-Emissionen war um das Vierfache höher als der Fahrzeugmotor bei einer halbstündigen Stadtfahrt verursacht hatte. "Bei Standheizungen muss beachtet werden, dass Fahrzeuggebläse und Wasserpumpe der Batterie Strom entziehen. Es darf nie länger vorgeheizt werden, als das Fahrzeug in Folge in Betrieb ist, sonst droht der Batterietod", warnt ÖAMTC-Techniker Kerbl.

Bei den Zeitschaltuhren ergaben sich keine Unterschiede zwischen den beiden Standheizungen. Bei den Fernbedienungen waren die angegebenen Reichweiten nicht nachvollziehbar, wurden aber als ausreichend beurteilt. Ein Manko zeigte sich bei den Basis-Fernbedienungen ohne Rückbestätigung. Webasto bietet auch eine Fernbedienung mit Rückmeldung an, die überzeugen konnte.

Bei den GSM-Modulen hat Webasto die Nase vorne. Die Probe aufs Exempel wurde durch Standortunabhängigkeit, Rückmeldung, ganz egal von welchem Punkt der Erde aus, bestanden. Man ruft sein Auto über Festnetz oder Handy an und eine Telefonstimme führt durch das Steuerungsmenü. Die Lösung von Eberspächer war ebenso wie die Fernbedienung mit Rückmeldung während des ÖAMTC-Tests noch nicht auf dem Markt.

Bei beiden Systemen fallen Kosten für den nachträglichen Einbau von rund S 20.000,-- (€ 1.453,46) an. Will man die vom ÖAMTC empfohlene Fernbedienung, so schlägt sich diese mit rund S 4.000,-- bis 5.000,-- (€ 297,17 bis 363,36) zu Buche. Da in der neuen Eberspächer Fernbedienung die Zeitschaltuhr integriert ist, spart man hier in der Basisausrüstung rund S 1.000,-- (€ 72,67). Die Steuerung via Telefon macht S 2.000,-- (€ 145,35 ) aus.

Nachteil bei elektrischen Vorwärmsystemen ist fixer Stromanschluss

Für alle, die die Möglichkeit haben, das Auto nahe einer Haushaltssteckdose zu parken, sind elektrische Vorwärmsysteme geeignet. Getestet wurden zwei Modelle von Calix und Defa. Beide Systeme wurden mit Innenraumheizlüfter und Batteriewächter ausgestattet. Sie funktionieren ähnlich einem Tauchsieder, der in den Kühlkreislauf des Motorblocks montiert wird. Zusätzlich wird ein kleiner Heizlüfter in den Fahrzeuginnenraum gestellt.

Vom technischen Aufbau unterscheiden sich die beiden elektrischen Vorwärmsysteme nur marginal. Nachteilig ist bei beiden, dass während des Fahrbetriebes nicht zugeheizt werden kann, was in der Stadt bei Dieselmodellen aber durchaus notwendig ist. Hinzu kommt, dass die Stromversorgung gewährleistet sein muss. Die Heizwirkung ist eine Spur schlechter als bei den getesteten Standheizungen, aber noch immer sehr zufriedenstellend.

Die Stromkosten für den Betrieb der beiden getesteten elektronischen Vorwärmsysteme schlagen sich mit cirka S 4,-- (€ 0,29) pro Vorheizung zu Buche. "Die bei beiden Systemen angebotenen relativ teuren Zeitschaltuhren kann man getrost weglassen und sich stattdessen im Baumarkt wesentlich günstigere Zeitschaltuhren für die Steckdose besorgen", sagt der Techniker.
Die Anschaffungskosten inklusive Einbau belaufen sich sowohl bei Calix als auch bei dem Defa-Modell mit allen Extras auf rund S 18.000,-- S (€ 1.308,11).

"Für Lenker moderner Dieselfahrzeuge, die im Freien parken, ist eine Standheizung mit Kraftstoffbetrieb eine sinnvolle Anschaffung, nicht nur aus Gründen des Komforts, sondern auch aus sicherheitstechnischen Überlegungen. Elektrische Vorwärmsysteme sind wirklich nur für all jene interessant, die eine Stromversorgung gewährleistet haben", erklärt ÖAMTC-Techniker Kerbl. Sein abschließendes Resümee: "Standheizungen sind ein sinnvoller 'Luxus', sie bringen neben viel Komfort auch zusätzliche Sicherheit. Die relativ hohen Anschaffungskosten bei allen Systemen wird man jedoch nie durch den geringeren Kraftstoffverbrauch nach einem Warmstart hereinspielen können."

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