ÖÄK: Spitalsärztevertretung warnt vor Arbeitsausstand an Universitätskliniken - Kogelbauer: "Müssen wir wirklich streiken?"

Wien (OTS) - Die Obfrau der österreichischen Spitalsärztinnen und -ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Gabriele Kogelbauer, hält einen Streik der österreichischen Universitätsärzte nicht mehr für ausgeschlossen. "Ich kann nur eindringlich davor warnen, den Unmut der Kolleginnen und Kollegen über das neue Hochschullehrer-Dienstrecht zu unterschätzen", appelliert Kogelbauer am Donnerstag in einer Aussendung. Wenn nicht bald eine Entspannung eintrete, werde die Lage eskalieren. "Punktuelle Arbeitsniederlegungen, die den Betrieb der Universitätskliniken erheblich schwächten, wären dann möglich, obwohl wir das gern verhindern würden", so Kogelbauer.

Mit Nachdruck fordert die Vertreterin der rund 17 000 österreichischen Spitalsärzte die für die Universitäten zuständige Bildungsministerin Elisabeth Gehrer dazu auf, mit ihr zusammen zu treffen, um über die seitens der Mediziner geforderte Revision des neuen Hochschullehrer-Dienstrechts zu sprechen. Kogelbauer: "Bisher hat die Ministerin jedes Angebot unsererseits abgelehnt. Ich hoffe nicht, dass Gehrer es darauf anlegt, den Konflikt über Gesprächsverweigerung auf die Spitze zu treiben."

Das umstrittene neue Hochschullehrer-Dienstrecht bedeutet eine eklatante finanzielle Schlechterstellung für neu eingestellte Universitätsärzte und sorgt damit an den Universitätskliniken für anhaltenden Wirbel. Die Jungärzte sollen nämlich künftig um mehr als 30 Prozent weniger verdienen als bisher. Bezogen auf den gesamten Turnus ist dies mehr als eine halbe Million Schilling, die den Nachwuchskräften künftig entgeht.

"Es ist ein Hohn, dass für einen Dumping-Lohn, der zum Teil noch unter jenem des Pflegepersonals liegt, Wissenschaft betrieben und gleichzeitig auch noch Patienten angemessen versorgt werden sollen", macht Kogelbauer unmissverständlich klar. "Es ist klar, dass sich unter diesen Bedingungen die besten wissenschaftlichen Nachwuchskräfte von der Universität abwenden und eine Karriere in der Privatwirtschaft anstreben werden. An einem solchen Verfall der Universitätskliniken kann auch Ministerin Gehrer nicht gelegen sein. Die Patienten haben jedenfalls kein Verständnis für diese Vorgehensweise, die ein deutliches Aushungern der Spitzenmedizin in Österreich bewirken wird."

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