Brauner: Integrationskonferenz gibt klares Signal an Bund

Alle Wiener NGOs lehnen sogenannten "Integrationsvertrag" aufs heftigste ab

Wien, (OTS) "Mit der gestrigen Integrationskonferenz senden die Wiener NGOs ein ganz klares Zeichen an die derzeitige Bundesregierung: Der sogenannte ‚Integrationsvertrag’ ist integrationsfeindlich, unsinnig, kontraproduktiv und deshalb abzulehnen!", erklärte Wiens Integrationsstadträtin Mag. Renate Brauner am Donnerstag. "Jene Leute, die tagtäglich konkrete Integrationsarbeit vor Ort leisten, wissen am besten, wie negativ sich dieser ‚Integrationsvertrag’ auswirkt. Die Bundesregierung wäre gut beraten, die Meinung dieser zahlreichen ExpertInnen, die gestern im Rathaus gegen das neue Diktat protestierten, ernst zu nehmen und den ‚Integrationsvertrag’ noch einmal zu überdenken", so Brauner.

Positiv bewertete Brauner auch die Tatsache, dass so viele NGOs dem Aufruf zu der Sondersitzung gefolgt sind. "Die Betroffenen sind alle entsetzt über die Art und Weise, wie dieser ‚Integrationsvertrag’ zustande kam, und sie wissen auch um die große Verunsicherung unter den ZuwanderInnen, die dieses Kompendium aus Zwang, Sanktionen und Drohungen auslöst. Ich lade den derzeitigen Innenminister Strasser einmal mehr ein, sich gemeinsam mit den Betroffenen und den Ländern endlich an einen Tisch zu setzen, um über die weitere Vorgehensweise zu sprechen. Der sogenannte ‚Integrationsvertrag’ in der derzeitigen Form ist für uns jedenfalls nicht akzeptabel", so Brauner.

Besonders schockiert zeigte sich Brauner über eine Aussage des Vertreters der ÖVP, der den Zwang zum Deutschlernen für ZuwanderInnen mit dem Zwang zum Pflichtschulbesuch für Kinder verglich: "Dieser Vergleich zeigt leider deutlich, welches Bild einzelne Parteien von den ZuwanderInnen haben: Sie stufen sie schlicht als Menschen ein, denen man sagen muss, was sie tun sollen und dürfen. Die Qualifikation zum mündigen Erwachsenen, der selbst über sich bestimmen kann, entsteht für die ÖVP und die FPÖ anscheinend nur mit dem Erhalt der österreichischen Staatsbürgerschaft", so Brauner.

"Der erfolgreiche Wiener Integrationsweg zeigt, dass die ZuwanderInnen beim Erlernen der deutschen Sprache hochmotiviert sind. Denn knapp 25.000 ZuwanderInnen haben in den letzten Jahren im Rahmen der Sprachoffensive des Wiener Integrationsfonds an unseren Kursen teilgenommen. Zwang ist die falsche Methode, ein gutes Angebot wie bei uns in Wien der richtige Weg", stellte Brauner abschließend klar. (Schluss) sl

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