Spatenstich für Bau der B 301 Wiener Südrand Straße

Wien (OTS) - In Anwesenheit zahlreicher politischer Prominenz,
allen voran Bundesministerin Monika Forstinger, Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll sowie Wiens Bürgermeister Michael Häupl, fand heute der Spatenstich für den Bau der B 301 Wiener Südrand Straße statt. Es ist dies das erste große Straßenprojekt, welches gemäß Umweltverträglichkeitsprüfungs-Gesetz (UVP-G) einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen wurde.

Die rund 16 Kilometer lange B 301 vom Knoten Vösendorf nach Schwechat (Verbindung der A 2 Süd Autobahn mit der A 4 Ost Autobahn) wird im Vollausbau, also vierspurig bzw. im Tunnelbereich zweiröhrig errichtet. Ca. 4,0 km bzw. 25 % der gesamten Trasse verlaufen unter Tag in 5 Tunnels (siehe "Technische Daten"). Der technisch aufwendigste aller Tunnel im Zuge der B 301 ist der 1,9 km lange Tunnel Rannersdorf. Er quert das Schwechattal zwischen den Anschlussstellen Rannersdorf und Zwölfaxing und wird mit einer umweltfreundlichen Senkkastenmethode in offener Bauweise geplant.

Für die Bürger der anrainenden Gemeinden bringt die B 301 Wiener Südrand Straße eine wesentliche Verkehrsentlastung. Jene Ortsdurchfahrten, wo derzeit große Verkehrsmengen mit einem erheblichen Anteil von Schwerverkehr die Siedlungsgebiete direkt durchfahren, werden nach der Verkehrsfreigabe der B 301 wesentlich beruhigt werden; den Verkehrsprognosen zufolge werden sich bis 2015 ca. 38.000 bis 49.500 Kraftfahrzeuge auf die B 301 verlagern.

Geplante Verkehrsfreigabe: Herbst 2006
Kosten: ATS 5.600 Mio. (Euro 406,96 Mio.) netto
In den Kosten enthalten: Planung, Bau, Projektsteuerung, Grundeinlöse, Preisgleitung)

Chronologie

Dezember 1997 Einreichung der Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) der ÖSAG bei der Behörde
Juni, Juli 1998 Öffentliche Auflage der UVE
Herbst 1998 Bestellung der Gutachter für das Umweltverträglichkeits-Gutachten durch die Behörde Oktober 1999 Fertigstellung des Umweltverträglichkeits-Gutachtens November 1999 Öffentliche Auflage des Umweltverträglichkeits-Gutachtens
Dezember 1999 Öffentliche Erörterung im Austria Center Vienna. Vom 13. bis 16. Dezember 1999 standen die Behörde mit ihrem Gutachterteam und die ÖSAG mit ihrem Planungsteam der Öffentlichkeit Rede und
Antwort.
Insgesamt wurden 356 Anfragen und Beiträge behandelt

Jänner 2000 Beginn der Planungen zur Umsetzung des Umweltverträglichkeits-Gutachtens (UV-GA)
durch die ÖSAG und Erarbeitung der Ausschreibungsgrundlagen für die Baudurchführung Mai 2000 Stellungsnahme der ÖSAG zum UV-GA, Informationsveranstaltungen des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie mit Gemeinden,

Bürgerinitiativen und Umweltanwaltschaften über die Stellungnahme der ÖSAG zum UV-GA 18. Oktober 2000 Trassenverordnung gemäß § 4 Bundesstraßengesetz

Technische Daten

Die rund 16km lange B 301 Wiener Südrand Straße umfasst im wesentlichen die Errichtung von fünf Tunnel mit einer Gesamtlänge von ca. 4,0 km, 6 Grünbrücken, 13 Brücken und acht Anschlussstellen. Die Trasse selbst sowie die Anschlussstelle Mannswörth ist durch die § 4-Verordnung durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie im Oktober 2000 rechtlich genehmigt. Für alle weiteren Anschlussstellen sind eigene Umweltverträglichkeitsprüfungen erforderlich, die bis Ende 2002 abgeschlossen sein sollen.

Die gesamte B 301 ist in 13 Baulose geteilt und umfasst folgende Großbauwerke:

Tunnel/Unterflurtrassen

Tunnel Rannersdorf 1.880 m
Tunnel Vösendorf 900 m
Tunnel Rustenfeld 300 m
Tunnel Ostbahn 120 m
Tieflage Schwechat 190 m

Grünbrücken

Grünbrücke Vösendorf 70 m
Grünbrücke Rothneusiedl 40 m
Grünbrücke Rustenfeld 70 m
Grünbrücke Johannesberg 70 m
Grünbrücke Schwechat 40 m
Grünbrücke Aichhof 70 m

Anschlussstellen

ASt. Mannswörth (bereits rechtlich festgelegt)
AST Rannersdorf
AST Zwölfaxing
AST Weißes Kreuz
AST Laxenburger Straße
AST Rothneusiedl
AST Rustenfeld
ASt. Vorarlberger Allee

Für die AST Güterterminal ist die ÖSAG nicht zuständig.

Insgesamt müssen 1,9 Mio. m3 Humus, Boden und Schotter abgetragen werden. Für den Transport des Bau- und Aushubmaterials wird eine Baustraße errichtet, deren Lage Großteils mit den Nebenanlagen der B 301 ident ist. Durch die Wiederverwertung des verwendbaren Aushubmaterials für Lärmschutzdämme und Landschaftsgestaltung müssen nur rund 800.000 m3 verführt werden, wodurch die Belastung des bestehenden Verkehrsnetzes gering gehalten werden kann.

Tunnel Rannersdorf

Der technisch aufwändigste Abschnitt der B 301 ist die Querung des Schwechattales durch den Tunnel Rannersdorf. Der Tunnel besteht aus zwei getrennten Röhren mit je zwei Fahrstreifen und einem Abstellstreifen und wird mit der umweltfreundlichen Senkkastenmethode in offener Bauweise geplant, um die Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt möglichst gering zu halten. Diese Bauweise erlaubt eine "wandernde Baustelle" im Zuge derer die einzelnen Abschnitte von Westen nach Osten hergestellt werden.

Arbeitsschritte der Senkkastenmethode

- Herstellung der Senkkastenwände und "Versenkung" mit einem Portalkran in das Erdreich

  • Aushub des Erdmaterials zwischen den Wänden
  • Betonierung des Tunnelbodens und der Tunneldecke
  • Überschüttung, Neugestaltung und Begrünung der Trasse

Beide Röhren des Tunnels Rannersdorf werden zeitlich versetzt errichtet. Die gesamte Bauzeit umfasst rund 39 Monate (3 1/4 Jahre). Ein Grundwasserausgleichssystem wird dafür sorgen, dass die Veränderung des Grundwasserspiegels im unmittelbaren Nahbereich des Tunnels nicht mehr als 20cm betragen wird. Die Brauerei Schwechat ist von keiner Absenkung des Grundwassers betroffen.

Während der Bauzeit werden die Verkehrsverbindungen provisorisch aufrecht erhalten, wobei der lokale Verkehr kleinräumig um die Baustelle geführt wird. Der Durchzugsverkehr wird großräumig umgeleitet. Für den Schwerverkehr werden im Gemeindegebiet von Schwechat gesonderte Vorkehrungen getroffen, um die Belastung der anrainenden Bevölkerung möglichst gering zu halten.

Ökologisches Begleitkonzept

Das für den Bau der B 301 entwickelte ökologische Begleitkonzept wird eine deutliche Aufwertung des Landschaftsraumes im Süden Wiens als Lebensraum zahlreicher, teils seltener Tier- und Pflanzenarten nach sich ziehen. Vorgesehen sind eine Reihe landschaftsgestaltender Maßnahmen an den Böschungs- und Dammflächen der B 301 und auf den ergänzenden "ökologischen Ausgleichsflächen" im Nahbereich der Trasse. Durch geeignete Leiteinrichtungen werden die Umlandflächen gegen die Straßentrasse amphibiensicher abgesperrt. Grünbrücken und Amphibientunnel wiederum gewährleisten an ausgewählten Stellen die Erreichbarkeit der Laichgewässer für Frösche, Kröten und Molche.

Ein "ökologisches Baustellenkonzept", das unter anderem gezielte Absperrungen der Baustellenbereiche, weitreichende Bauschutzmaßnahmen und besondere Begleitmaßnahmen im Bereich der Gewässerquerungen umfasst, soll dafür sorgen, dass während der Bauphase die damit verbundenen Beeinträchtigungen des Natur- und Landschaftsraumes möglichst gering gehalten werden können.

Rückfragen & Kontakt:

Informationen zum Projekt auch unter: http://www.oesag.at

ÖSAG-PR, Mag. Anita Oberholzer, Tel.: 0664 1022363
ASFINAG-PR, Harald Dirnbacher, Tel.: 01 53134-51

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