VP-Stadtrat Marboe zum Rabenhoftheater: Sondersubvention soll aus dem Finanzressort kommen

Rabenhof-Subvention ist Unrecht an anderen Theatern und Mitbewerbern

Wien (ÖVP-Klub) Im Rahmen der heutigen Plenarsitzung des Wiener Gemeinderates wurde - gegen die Stimmen der Wiener ÖVP - eine Sondersubvention des Wiener Rabenhofes, in Höhe von sieben Mio. Schilling beschlossen. VP-Stadtrat MARBOE: "Diese Sonderförderung ist generell schon ein Unrecht an anderen kleinen Theatern, wenn man sie aber schon beschliesst, dann muss man sie aus dem Budget des Finanzressort begleichen und nicht aus den Mitteln des Kulturamtes. Wenn man die Sonderförderung für den Rabenhof aus dem Kulturbudget finanziert, dann leiden andere Kulturinitiativen und -projekte zusätzlich unter dieser Ungerechtigkeit." Die Wiener VP brachte daher in der heutigen Sitzung einen dementsprechenden Antrag im Gemeinderat ein.***

"Die von der SPÖ gewählte Vorgangsweise ist ein massives Unrecht an allen anderen Klein- und Mittelbühnen, die sich vertragstreu an die ausgemachten "Spielregeln" halten, was u.a. - im Unterschied zur vorhergehenden Kulturpolitik vor 1996/97 - dazu geführt hat, daß es dort keinen einzigen Verschuldungsfall gibt", so MARBOE weiter. "Der Unmut in Wiens Theaterszene über diese Einseitigkeit und willkürliche Bevorzugung eines einzelnen Theaters ist daher verständlich und nachvollziehbar."

Schon im Juni 2001 hatte das Rabenhoftheater eine erste Überbrückungssubvention in Höhe von ATS 2 Millionen von der Stadt Wien erhalten, der Bezirk Landstraße hatte ebenfalls einen ähnlich hohen Betrag zur Verfügung gestellt. Um die laufenden Verbindlichkeiten des Theaters und das Betriebs- und Produktionsbudget bis Ende des Jahres abzudecken, sind weitere 7 Millionen ATS notwendig, welche aus dem Kulturbudget aufgebracht werden sollen.

"Die Subventionierung des Rabenhoftheaters in dieser Form stellt das gesamte System der Unterstützung unserer städtischen Theaterlandschaft in Frage, ist doch die vielfältige und im künstlerischen Angebot so reichhaltige Wiener Szene ein wesentlicher Faktor des Kulturstandortes Wien", so der VP-Stadtrat. "Es hatte gute Gründe und es hat sich auch bewährt, dass wir in den vergangenen Jahren Drei-Jahres-Verträge für die meisten Wiener Bühnen und Kulturprojekte abgeschlossen haben. Das garantiert seriöse und planbare Budgetierung und Nachvollziehbarkeit der Ausgaben." Die SPÖ habe dieses bewährte System mit ihrer Vorgangsweise beim Rabenhoftheater in Frage gestellt. "Es hat den Anschein, als hätte die Wiener SPÖ - und vor allem ihr Kultursprecher - aus parteipolitischen Motiven Zusagen an den Rabenhof gemacht. Wenn die SPÖ aber ein Parteitheater haben will, dann soll sie es auch selbst bezahlen." MARBOE bezeichnete die Causa Rabenhof wörtlich als "parteipolitischen Sündenfall und eklatanten Rückschritt in der Wiener Kulturpolitik.

Um anderen Kulturinitiativen und -projekten nicht noch zusätzlich zu schaden stellte die Wiener VP daher heute den folgenden Antrag:

Abänderungsantrag:

Die Bedeckung der Subvention in der Höhe von ATS 7,000.000,- ist -statt 3813/757 Kulturförderungsbeitrag - auf der Haushaltsstelle 1/0610/777 "Sonstige Subventionen, Kapitaltransferzahlungen an private Organisationen ohne Erwerbszwecke" des Voranschlages 2001 vorzunehmen. Die notwendige Überschreitung ist in Verstärkungs-mitteln des Voranschlages 2001 zu bedecken.

Rückfragen & Kontakt:

Daniel KOSAK (Pressesprecher)
Tel.: (01) 4000 / 81 915
Fax: (01) 4000 / 99 819 15
E-mail: presse@oevp.wien.at
http://www.oevp-wien.at

ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR/VPR