ÖAMTC: B 301 ist wichtig, aber nur ein erster kleiner Schritt

Club fordert Infrastruktur-Offensive zur Lösung der Verkehrsprobleme in der Ostregion

Wien (ÖAMTC-Presse) - Nach über 30 Jahren des Zauderns, Zögerns und Zerredens findet der Spatenstich zum Bau der B 301 statt. Der ÖAMTC, der den Bau der B 301 vehement gefordert hat, freut sich über diesen ersten Schritt. "Aber weitere, noch viel weitreichendere Schritte müssen rascher gesetzt werden, um ans Ziel einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur für die Ostregion zu kommen", wie ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke festhält.

Bei der B 301 werden auf Betreiben des ÖAMTC alle fünf Tunnels und sechs Grünbrücken über getrennte Röhren und erstmals über durchgehende Sicherheitsstreifen verfügen. Experten rechnen aber damit, dass der 16 km lange und nur vierstreifige Straßenzug unterdimensioniert ist. Matzke: "Dadurch könnte der Pannenstreifen sehr bald zum Fahrstreifen werden. Aus diesem Grund verlangt der Club den vorsorglichen Bau von Pannenbuchten alle 300 Meter."

Der ÖAMTC-Verkehrsexperte schlägt den vorgezogenen Bau der ersten beiden Kilometer ab Vösendorf bis zur Anschlussstelle Vorarlberger Allee (Industriezentrum Wien Süd) vor. Matzke: "Dieser könnte schon in zwei Jahren fertig sein, damit das Lkw-Chaos beim Anschluss Inzersdorf auf der Südost-Tangente und in der Richard-Strauss-Straße rascher beendet wird. Gleichzeitig mit der B 301 müssen sowohl die sechste Donaubrücke und der Lückenschluss zum Knoten Kaisermühlen als auch die Unterführungen bei der Breitenleer Straße und beim Rautenweg der B 302, sowie die Umfahrung von Süßenbrunn fertiggestellt sein." Nur dann könnte nach Meinung des ÖAMTC in fünf Jahren eine deutliche Entspannung der Verkehrsbelastung eintreten. Laut Matzke soll dies keinem Verzicht auf die B 305, der Wiener Nordumfahrung, gleichkommen, doch ist zu bedenken, dass der Bau der Nordumfahrung ähnlich der der Nordautobahn, noch mindestens 10 bis 15 Jahre dauern wird.

Bei dem am Mittwochabend stattgefundenen Expertenhearing über den vierspurigen Ausbau der A 2, der Südautobahn, im Süden Wiens hat Willy Matzke als Verkehrexperte des Clubs deponiert, dass der vierspurige Ausbau nicht in Guntramsdorf enden darf, sondern bis Baden oder sogar Wr. Neustadt fortgesetzt werden muss. "Es ist damit zu rechnen, dass der Bereich zwischen Wien und Wr. Neustadt in 10 bis 20 Jahren zum geschlossenen Siedlungsgebiet wird." Nach dem Studium der Verkehrsentwicklung in Sydney, Melbourne, Brisbane und Kuala Lumpur steht fest, dass auch in dicht besiedelten Ballungsräumen kein Weg an einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur in Kombination mit perfektem Verkehrsmanagement vorbeiführt.

ÖAMTC verlangt Nachbesserung der NÖ Verkehrsplanung

Niederösterreich ist beispielgebend, weil es als einziges Bundesland Österreichs sein Verkehrskonzept schon mehrmals modernisiert, und erst vor wenigen Tagen eine Neufassung vorgelegt hat. So hat es in der ersten Fassung die B 301 ja gar nicht gegeben. Jetzt aber verlangt Matzke noch eine Nachbesserung: "Täglich kann man sich in den Verkehrsmeldungen davon überzeugen, dass der Knoten Guntramsdorf zum Hauptstaupunkt der Südregion gehört. "Nur ein Vollausbau dieses Knotens und eine Heranführung der A 3, der Südost-Autobahn, auf einer selbstständigen Trasse bis zur B 301 kann Abhilfe schaffen. Vor allem aber kann ein Verkehrsleitsystem ohne diese Ausweichtrasse gar nicht funktionieren", stellt Matzke fest. "Wenn Wien nach 20 Jahren 'mauern' die Abfahrt Simmering der Tangente öffnet, sollte Niederösterreich den Gordischen Knoten in Guntramsdorf lösen."

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