Offizielle Staatsbesuche in Begleitung großer Wirtschaftsmissionen als Exportturbo

Leitl: Exportsteigerungen im Sog von Auslandsreisen unverzichtbar für Österreichs Wirtschaft

Wien(PWK764) "Offizielle Staatsbesuche des Bundespräsidenten, die in der Regel in Begleitung eines Spitzenrepräsentanten der Wirtschaftskammer Österreich und einer großen Wirtschaftsmission stattfinden, gelten als Initialzündung für zahlreiche Exportgeschäfte und entwickeln sich zum "Exportturbo" schlechthin", stellt Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl angesichts aufkeimender Diskussionen um Auslandsreisen österreichischer Politiker fest. "Analysen der Exportentwicklungen im Anschluss an die letzten großen Auslandsreisen wie Japan im Juni 1999, Teheran September 1999, Bulgarien April 1999, Rumänien März 1999, China Mai 2001 und Russland Juni 2001 zeigen jeweils beachtliche Steigerungen der österreichischen Exporte in diesen Destinationen", so Leitl.

Der Staatsbesuch in Teheran mit einer Wirtschaftsdelegation von über 100 Teilnehmern verursachte in der Folge zahlreiche Besuche und Anfragen namhafter staatlicher und privater iranischer Unternehmen nach österreichischem Know-how, Investitionsgütern und Projekten. Nach Erholung des Erdölpreises explodierten die Exporte in den ersten sieben Monaten des Jahres 2001 mit einer Steigerung um 63,5 Prozent.

Japan ist zwar kein Staatshandelsland, wo Entscheidungen bei Großprojekten durch einen Staatsbesuch beeinflußt werden, jedoch zieht ein Staatsbesuch das Augenmerk der Öffentlichkeit in Japan verstärkt auf österreichische Wirtschaftsleistungen, die den Schwerpunkt des wirtschaftlichen Teils des Programmes darstellen. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass insbesondere der Export von elektronischen und elektrischen Geräten - im Rahmen des Besuches wurden vor allem auch Anliegen der Fa. SEZ vorgebracht - vom 1. Halbjahr 1999 auf das 1. Halbjahr 2001 sprunghaft von ATS 263 Mio auf ATS 615 Mio angestiegen sind. Dies gilt auch für den Bereich Maschinen, deren Exporte in diesem Zeitraum von ATS 485 Mio auf ATS 1 Mrd und für Baumaterialien und Komponenten, deren Exportwert von ATS 1,1 Mrd auf ATS 1,6 Mrd anstieg.

In China ist der staatliche Einfluss vor allem bei Großprojekten oft von ausschlaggebender Bedeutung. Der Staatsbesuch in China war insbesondere für zwei Wasserkraftprojekte der VA Tech Hydro mit einem Projektwert von ca. ATS 1,7 Mrd. wichtig. Ohne aktuellen Druck des österreichischen Staatsbesuches hätte ein anderer Konkurrent eine Chance erhalten. Auch für Projekte, wie Anlagen zur Abwasserreinigung, Beregnung, Metallbearbeitung sowie medizinische Geräte konnten Verträge und Absichtserklärungen unterzeichnet werden, wobei diese einen Vertragswert von mehreren Milliarden ATS ergeben.

Ausgehend von einem Volumen von 5,1 Mrd. im Jahr 1999 haben die österreichischen Exporte nach Rumänien im abgelaufenen Jahr nach dem österreichischen Besuch mit 42 Firmenrepräsentanten rasant zugenommen und beliefen sich auf ATS 6,9 Mrd, was eine Steigerung um ca. + 35 Prozent bedeutete. Erfreulicherweise hält dieser Boom auch im heurigen Jahr an. Von Jänner bis Juli 2001 legten die österreichischen Ausfuhren um fast 37 Prozent zu und erreichten ATS 5 Mrd. Die österreichischen Exporte werden von der Warengruppe Maschinen und Fahrzeuge dominiert, gefolgt von bearbeiteten Waren.

Ähnlich präsentiert sich die Exportentwicklung nach dem Staatsbesuch in Bulgarien, an dem 40 Firmen teilnahmen. Im Jahr 1999 konnten die österreichischen Ausfuhren nach Bulgarien einen Zuwachs von fast 13 Prozent verzeichnen. Der positive Trend hielt auch 2000 an, die Exportsteigerungen beliefen sich auf 5,5 Prozent und erreichten einen Wert von ATS 2,98 Mrd. Die letzten verfügbaren Statistiken (1-7/2001) zeigen einen weiteren Zuwachs der österreichischen Warenlieferungen um annähernd 15 % auf ATS 1,87 Mrd.

Der letzte große Staatsbesuch war Russland im Juni 2001 mit einer Teilnehmerzahl von 63 Wirtschaftsmissionsmitgliedern. Nach einem bereits sehr erfreulichen Exportplus im abgelaufenen Jahr von 40% auf ATS 9 Mrd sind die österreichischen Ausfuhren im laufenden Jahr erneut kräftig angestiegen. Von Jänner bis Juli 2001 betrug die Zunahme 32,4%, was einem aktuellen Exportvolumen von ATS 6,04 Mrd. entspricht. Gerade Russland ist ein Beweis für den Erfolg offizieller Staatsbesuche. Der Präsident der russischen Föderation Wladimir Putin besuchte Österreich und die Wirtschaftskammer bereits im Februar 2001 mit einer hochrangigen Delegation. Klestil folgte seiner Einladung im Juni 2001. Beide Staatsbesuche bewirken Auswirkungen in der Exportbilanz.

"Gemeinsam mit Außenministerin Benita Ferrero-Waldner und in Begleitung einer österreichischen Unternehmerdelegation werden morgen in Paris in Gesprächen mit Spitzenrepräsentanten der französischen Wirtschaft neue Absatzchancen für Österreich ausgelotet", so Leitl zum Thema Exportinitiativen durch persönliche Auslandsbesuche. (pt)

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