"Kleine Zeitung" Kommentar: "Wackeliges" (von Birgit Baumann)

Ausgabe vom 22.10.2001

Graz (OTS) - Elf Monate vor der Bundestagswahl ist die Berliner
Wahl eine wichtige Standortbestimmung für alle. Lachende Erste ist die SPD. Nicht nur Kanzler Gerhard Schröder, auch sein Mann in Berlin, Klaus Wowereit, haben sich in den vergangenen Wochen gut geschlagen. So wie im Bund können die Sozialdemokraten nun auch in Berlin den Ton angeben. Doch mit wem? Wie schon kürzlich in Hamburg geht sich das favorisierte rot-grüne Bündnis nicht aus, obwohl die Grünen diesmal besser abschnitten.

Das betrübt nicht nur Wowereit, sondern alarmiert auch Schröder, will der doch auch nach 2002 mit den Grünen regieren. Die Berliner SPD kann nun entweder eine Ampel mit den Grünen und Liberalen bilden oder mit der PDS koalieren. Mehr Sprengstoff birgt zweitere Möglichkeit: Die SED-Erben sind die einzige Partei, die die US-Angriffe auf Afghanistan verurteilt. Ob Schröder einer solchen Polit-Ehe seinen Segen geben wird, ist äußerst fraglich.

Ach ja, die CDU gibt es auch noch. Sie muss einen Rekordverlust hinnehmen weil sie die Stadt finanziell ruiniert hat und weil ihr Spitzenkandidat Frank Steffel eine Fehlbesetzung war. Jetzt wackelt nicht nur sein Stuhl, sondern auch der von Parteichefin Angela Merkel. ****

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