ORF: Empfehlungen der Commission on Radio an Television Policy für die Medien

Wien (OTS) - Zum Abschluss des zweitätigen Symposiums "Global Media, Expanding Choices, Fragmenting Audiences: Dilemmas for Democracy" im ORF-Zentrum Wien wurden am Samstag, dem 20. Oktober 2001, von den Teilnehmern aus mehr als 20 europäischen Ländern und den USA folgende Empfehlungen für die Medien verabschiedet:

Konfliktparteien sind bestrebt, sich der Medien als Instrumente der Kriegsführung zu bedienen. Journalisten sollten daher über ein verstärktes Bewusstsein für versuchte Manipulationen und die Notwendigkeit faktischer Genauigkeit verfügen.

Im Sinne einer ausgeglichenen Berichterstattung über Terrorismus und dessen Bekämpfung ist es wichtig, dass Journalisten für die Öffentlichkeit klarstellen, was sie wissen, was sie nicht wissen, und wo die Grenzen ihrer Informationsquellen liegen.

Wenn Journalisten in der Lage sein sollen, der Öffentlichkeit immer komplexer werdende, globale Situationen verständlich zu machen, muss die journalistische Ausbildung in verstärktem Maße auf Inhalte ausgerichtet sein.

Zum Schutz der Journalisten sollten Medienorganisationen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit verstärkt auf jene Journalisten lenken, die im Zuge ihrer Arbeit mit offenen Drohungen physischer Angriffe und anderen, schwerwiegenden Beeinträchtigungen konfrontiert sind.

Bei Verwendung von Archivbildern in Fernsehsendungen, im Internet und in anderen Medien sollte eine klare Angabe des Zeitpunkts und des Orts der Aufnahme sowie der Bildquelle erfolgen.

Um der Verbreitung von Falschmeldungen und einer unnötigen Beunruhigung der Öffentlichkeit Einhalt zu gebieten, sollten unbewiesene oder spekulative Meldungen, z.B. über Bioterrorismus, auf Vorfälle beschränkt sein, die eine erhebliche Störung des öffentlichen Leben nach sich ziehen.

Journalisten sollten digitale Technologien nicht zur Schaffung virtueller Realitäten einsetzen, die für die Öffentlichkeit irreführend sind bzw. Meldungen verzerren oder schönen.

Nachrichtenorganisationen sollten die Möglichkeit der Ernennung von Ombudspersonen als Vertreter der Leser/Hörer/Seher in Diskussionen mit diesen Organisationen in Erwägung ziehen. Die Ombudsperson sollte die Möglichkeit haben, unabhängige Untersuchungen anzustellen und Empfehlungen abzugeben.

Andere Organisationen der zivilen Gesellschaft sollten den Einsatz von Ombudspersonen zur Überwachung der Pressefreiheit in einzelnen Ländern oder Regionen in Betracht ziehen. Diese sollten die Möglichkeit haben, unabhängige Untersuchungen anzustellen und Empfehlungen abzugeben.

Die im Bereich der Hörer- und Seherforschung zur Messung des Erfolgs von Nachrichtensendungen eingesetzten Instrumente sollten wesentliche qualitative Informationen einbeziehen, die durch Focusgruppen geliefert werden könnten.

Nachrichtenorganisationen sollten sich bei ihren redaktionellen Mitarbeitern und ihren Moderatoren um eine multiethnische und multikulturelle Zusammensetzung bemühen.

Nachrichten und Werbung jeder Art sollten stets klar getrennt und eindeutig als solche erkennbar sein.

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Gerhard Bollardt
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