ORF: Commission on Radio and Television Policy untersucht Berichterstattung über Terrorismus

Wien (OTS) - Bei der Berichterstattung über Krieg und Terrorismus sind Nachrichtenorganisationen wie in jedem anderen Fall dem Recht der Öffentlichkeit auf Information verpflichtet. Diese Feststellung trafen Journalisten und leitende Medienvertreter anlässlich der alljährlichen Tagung der Commission on Radio and Television Policy am 19. und 20. Oktober im ORF-Zentrum Wien. Die Teilnehmer der Konferenz sprachen eine an alle Journalisten gerichtete, ausdrückliche Warnung vor Propaganda jeder Art aus und forderten diese auf, in ihrer Berichterstattung nicht nur hervorzuheben, was sie über einen Konflikt wissen, sondern auch auf die Grenzen ihres Wissens hinzuweisen. Veranstalter des zweitägigen Symposiums waren das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, The Commission on Radio ad Television Policy und der ORF.

Dr. Erhard Busek, der gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Ellen Mickiewicz von der Duke University (North Carolina, USA) den Vorsitz führte, zum Symposium: "Mit dieser prominent besetzten Veranstaltung, die bereits zum sechsten Mal im ORF-Zentrum stattfand, hat Österreich eine Vorreiterrolle im Dialog zwischen den Medien in Europa und den USA übernommen. Dem ORF ist nicht nur für seine Rolle als Mitveranstalter und Gastgeber zu danken, sondern auch für seine umfangreiche Berichterstattung über das neue Europa."

Im Rahmen ihrer Auseinandersetzung mit den Problemen der Medien angesichts einer zunehmend fragmentierten Öffentlichkeit und einer durch ethnische, religiöse oder kulturelle Trennungen gekennzeichneten Gesellschaft ging die Commission auch auf die Berichterstattung über den Terrorismus ein. Peter Pountchev vom Verband der Privaten Radiosender Bulgariens stellte dazu fest: "Die wesentlichen Fragen für den Journalisten sind die gleichen geblieben - wo liegt die Grenze zwischen Freiheit, Moral, Verantwortung, zwischen Information und Propaganda?"

Während die traditionelle Rolle der Medien die eines leidenschaftslosen Beobachters war, haben diese laut Adrian van Klaveren von der BBC "nun eine neue Verpflichtung, mit den Menschen zu Hause und in aller Welt in Verbindung zu treten und einer globalisierten Gemeinschaft zu helfen, die Geschehnisse zu verstehen. Wir sind eben erst dabei, unsere Rolle als Vermittler dieser Art globaler Information anzunehmen, aber der gegenwärtige Konflikt gibt uns die Möglichkeit, über die Entwicklung dieser Kommunikationsform nachzudenken."

In diesem Zusammenhang forderte die Commission die Journalisten dringend auf, den traditionellen Normen der Prüfung des Wahrheitsgehalts der übermittelten Nachrichten und des Professionalismus zu entsprechen. Gleichzeitig warnte sie vor dem Einsatz digitaler Technologien zur Verzerrung oder Schönung von Berichten und forderte den Verzicht auf Berichte, die nur geringen Nachrichtenwert haben, aber mit großer Wahrscheinlichkeit Ängste in der Öffentlichkeit auslösen. Schließlich stimmten die Teilnehmer der Sitzung darin überein, dass quantitative Ratings als traditionelles Maß für den Erfolg eines Programms durch qualitative Ratings zur Messung der Qualität von Programmen und deren Wert im Dienste der Öffentlichkeit ergänzt werden sollten.

Die Commission on Radio and Television Policy wurde im Jahr 1990 vom ehemaligen amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter zur Förderung der Rolle der freien Medien in demokratichen Gesellschaften ins Leben gerufen. Die Commission, die sich in den ersten Jahren hauptsächlich mit medienpolitischen Fragen der Vereinigten Staaten und der Länder Ost- und Westeuropas beschäftigte, hat ihre Tätigkeit mittlerweile auf die neuen Staaten Mittel- und Osteuropas ausgedehnt.

Den Vorsitz der Commission führen der ehemalige österreichische Vizekanzler Dr. Erhard Busek und Dr. Ellen Mickiewicz, Leiterin des DeWitt Wallace Center for Communications and Journalism an der Duke University in den Vereinigten Staaten. Die Sponsoren der Veranstaltung sind das DeWitt Wallace Center for Communications and Journalism der Duke University, der ORF, das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, die American-Austrian Foundation, die Stadt Wien und das Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten.

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