Hohe Auszeichnung der Stadt Wien für Prof. Heinz von Foerster

Wien, (OTS) Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny überreichte gestern im Wiener Rathaus den Ehrenring der Stadt Wien an Professor Heinz von Foerster. Im Anschluss daran erhielt von Foerster im Rahmen der Wiener Vorlesungen den Ehrenpreis des Viktor-Frankl-Fonds.*****

Im Roten Salon herrschte gestern, Donnerstag, dichtes Gedränge. Viele Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik waren gekommen, um dem Festakt beizuwohnen: Heinz von Foerster, der im November seinen 90. Geburtstag feiern wird, erhielt den Ehrenring der Stadt Wien. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sagte unter anderem in seiner Laudatio, er sei sehr froh, dass die Stadt die bedeutenden Leistungen von Foersters mit einer ihrer höchsten Auszeichnungen würdige.

Heinz von Foerster wurde 1911 in Wien geboren. Er entstammt einer Familie, die das Wiener Geistes- und Kulturleben geprägt hat. Sein Vater war einer der Architekten der Wiener Ringstraße, seine Großmutter eine der Herausgeberinnen der ersten Wiener Frauenzeitung; die Familie von Foerster stand auch in einer engen Verbindung zu Ludwig Wittgenstein und Hugo von Hoffmannsthal.

Soviel familiäres Erbe verpflichtet und ist Auftrag zugleich; ein Auftrag, den Heinz von Foerster mehr als erfüllt hat. Er ist einer der großen Polyhistoren österreichischer Provenienz - Physiker, Philosoph, Professor für Schwachstromtechnik, Rechentechnik, Biophysik und Physiologie. Foerster ist einer der Pioniere der Kybernetik und Vordenker des Konstruktivismus. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse waren zum Teil bahnbrechend und revolutionierten die Naturwissenschaften. Zu seinen größten Verdiensten zählt die Theorie der selbstorganisierenden Systeme, die er in den späten 50er Jahren "entdeckte", lange bevor sie in den 80er Jahren breit diskutiert und modern wurden.

Heinz von Foerster ist bereits zum dritten Mal Gast bei den Wiener Vorlesungen. Seit ihren Anfängen betrachten es die Wiener Vorlesungen als eine ihrer wichtigsten Aufgaben, Persönlichkeiten, die aus Wien weggegangen sind oder weggehen mussten, freundschaftlich an Wien zu binden und den Dialog aufrecht zu halten.

In seiner humorvollen Dankesrede gab der sichtlich gerührte Heinz von Foerster seiner Liebe zu dieser Stadt Ausdruck. Eigentlich müsse er der Stadt eine Auszeichnung überreichen. Denn er sei sehr froh, dass er aus Wien komme und dass er das Erbe dieser Stadt aufrechterhalten habe. Er zitierte das Fiakerlied; er sei "a echts Weanakind", daran hätte er sich immer erinnert, das hätte ihn weitergebracht im Leben. Das Publikum im übervollen Festsaal des Wiener Rathauses dankte ihm mit standing ovations.

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