Sima: "Molterer Verordnung ist Freibrief für gentechnische Saatgut-Verunreinigungen"

"Anstatt gegen Gen-Sünder vorzugehen - Schutz der Konsumenten und Bauern muss oberste Priorität sein!"

Wien (SK) "Als Freibrief für die Saatgut-Firmen künftig problemlos gen-kontaminiertes Saatgut auf den Markt zu bringen" bezeichnete heute SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima die Pläne von Umweltminister Molterer Grenzwerte für gentechnische Verunreinigungen bei Saatgut einzuführen. "Anstatt streng gegen die Gen-Sünder vorzugehen und durch Überprüfungen die Qualität des Saatguts sicherzustellen, will Molterer gentechnische Verunreinigungen per Verordnung legitimieren", so Sima. Diese Verordnung führe laut Sima zu einer völligen Durchdringung der Lebens- und Futtermittel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen. "Wenn diese Verordnung so erlassen wird, werden binnen kürzester Zeit überall genmanipulierter Mais und andere genveränderte Produkte zu finden sein" warnt Sima. ****

Die Konsumenten und Bauern hätten dann keinerlei Möglichkeit sich gegen den Einsatz der Gentechnik zu wehren, da es keine Wahlmöglichkeit mehr gäbe. "Die Gentech-Lobby wird sich zufrieden die Hände reiben. Im Sommer wird in ganz Österreich ohne Zulassung gentechnisch veränderter Mais durch kontaminiertes Saatgut ausgepflanzt. Obwohl das Gentechnikgesetz hier eine eindeutige Sprache spricht, wird von Seiten des zuständigen Ministers Haupt kaum etwas dagegen unternommen. Offensichtlich will man sich künftig Probleme ersparen und hat den bequemsten Weg gewählt: die Einführung von Grenzwerten", so Sima.

Geplant seien laut einer Aussendung des Landwirtschaftsministeriums Grenzwerte von 0,5 Prozent Prozent bei konventionellem Saatgut und 0,1 Prozent bei biologischem Saatgut. "Damit ist auch der biologische Landbau massiv von der Verordnung betroffen, denn auch Bio-Bauern beziehen einen Großteil ihres Saatguts aus der konventionellen Landwirtschaft", so die Umweltsprecherin. "Ich erwarte mir von Konsumentenschutzminister Haupt hier einen klare Absage gegen die geplante Grenzwert-Verordnung, der Schutz der Konsumenten und Bauern muss oberste Priorität sein" so Sima. Für die Konsumenten sei dieser Plan kaum mehr als eine Verhöhnung. "Denn die von der Gentech-Industrie immer vielgepriesene Wahlmöglichkeit zwischen gentechnisch veränderten und gentechnikfreien Lebensmittel ist damit nicht mehr existent", so Sima abschließend. (Schluss) ns/mm

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