HERZOG UND STRACHE: SACHVERHALTSDARSTELLUNG AN DIE STAATSANWALTSCHAFT ÜBERMITTELT!

WIEDERHERSTELLUNG DER SOFIENSÄLE IST VERPFLICHTUNG

Wien, 19-10-2001 (fpd) - Die beiden Wiener Freiheitlichen Politiker, Stadtrat Johann Herzog und Klubobmann-Stv. GR Heinz-Christian Strache, haben schon vor einem Monat die Öffentlichkeit darüber informiert, dass die Brandursache in den Sofiensälen nach wie vor einige Fragen offen lässt und auf weiten Strecken noch unklar ist. Nachdem mehrere schriftlich festgehaltene und unterfertigte Augenzeugenberichte direkt an Strache übermittelt wurden, wurden deren schriftliche Aussagen rechtsanwaltlich überprüft.

Nunmehr wurden die konkreten Aussagen von drei Personen, die unmittelbare Zeugen des Brandgeschehens waren der Staatsanwaltschaft zwecks eingehender Prüfung übermittelt.

Strache erwartet nunmehr eine nochmalige und intensive Überprüfung des gesamten Sachverhalts und vor allem auch die Anhörung der nunmehr namhaft gemachten Zeugen.
Beide geben - unabhängig voneinander und im Kern übereinstimmend -an, dass

o) der Brand nicht durch das Verschweißen von Dachpappen bzw. Reparaturarbeiten an der Dachaußenhaut zustande gekommen ist, sondern ein Arbeiter längere Zeit den Schweißstrahl unter die (aufgespreizte) Dachblechhaut hielt "bis es dort zu Rauchen begann".

o) sich zur fraglichen Zeit nicht ein, sondern zwei Arbeiter auf dem Dach befanden.

o) von den Arbeitern nach Auftreten des "Rauchs" offenbar keinerlei Löschungsversuche unternommen wurden.

Ein weiterer Zeuge bestätigt überdies, daß der Zustand der Brandschutzeinrichtungen zum Zeitpunkt des Brandes mehr als mangelhaft, ja sogar als grob fahrlässig zu bezeichnen waren. So gibt er beispielsweise zu Protokoll, daß die einzig verfügbare Feuerlöscher in den Sofiensälen bereits leergespritzt waren. Auch die Wasserschläuche waren offensichtlich seit Jahrzehnten nicht mehr entrollt worden, sie waren zudem viel zu kurz und haben den Brandherd nicht erreicht, berichtet FP-Stadtrat Johann Herzog.

Die Zusammenfassung der Zeugenaussagen haben die Wiener Freiheitlichen zum Anlass genommen um sie der Staatsanwaltschaft zu übermitteln, da bei näherer Betrachtung die Vermutung aufkommen könnte, dass die bisherigen Ermittlungen nicht ausreichend gewesen waren und außerdem durch diese Hinweise der Verdacht aufkommen könnte, dass bei der Bearbeitung des Daches unter Umständen vorsätzliche Handlungen gesetzt worden sein könnten, stellte Strache fest.

BUNDESDENKMALAMT IST ZUM SOFORTIGEN HANDELN AUFGERUFEN!

Neben dem Umstand der noch immer äußerst fragwürdigen Brandursache -grausames Geschick oder unglücklicher Zufall - welche unbedingt restlos aufgeklärt werden muss, hat selbstverständlich die Erhaltung und Wiederherstellung der historischen Teile der Sofiensäle zu erfolgen, stellt Herzog fest.

Eine Aufhebung des aufrechten Denkmalschutzes und ein gänzlicher Abriss kommt für die Wiener Freiheitlichen nicht in Frage. Dieses berühmte Bauwerk mit beispielloser Tradition für Wien muss es Wert sein, eine Wiederherstellung sicherzustellen.

Herzog forderte jedenfalls volle Aufklärung des mysteriösen Brandes. "Seit vielen Jahren wurde der geplante Umbau der Sofiensäle hinausgezögert, obwohl der bauliche Zustand des denkmalgeschützten Gebäudes immer desolater wurde.
Ein bereits erfolgter Umbau hätte diese Tragödie wahrscheinlich verhindern können. Anstatt die Renovierung zügig voranzutreiben, wurde nicht zuletzt durch Uneinigkeit zwischen Denkmalamt, Betreibern eine zügige Lösung "auf den Sankt Nimmerleinstag" verschoben ", kritisierte der freiheitliche Stadtrat.

Das Bundesdenkmalamt allerdings begnügt sich derzeit mit einer Beobachter und Kommentatorenrolle. Ein Umstand, der in diesem Falle jedoch alles andere als verständlich ist, da gerade in den letzten Wochen massive Zerstörungen durch "Sicherungsarbeiten" bei der Brandruine entstanden sind. So wurde u.a. der Fußboden, der für die akustische und künstlerische Qualität der Sofiensäle verantwortlich ist, in einer Nacht- und Nebelaktion herausgerissen. Die lakonische Stellungnahme des Bundesdenkmalamtes lautete daraufhin, "dass die Unterkonstruktion durch das Feuer und die Löscharbeiten schwer beschädigt worden ist. Und die Oberfläche aus den 50er Jahren kein historisch wertvoller Boden sei."

Offenbar haben die Damen und Herrn noch nicht begriffen, dass durch die Zerstörung der Logen, durch das herausreißen des Fußbodens und die systematische Zerstörung der historischen Bestandteile das Bundesdenkmalamt bald wirklich nur noch eine wertlose Ruine zu beurteilen hat. Damit dieser Umstand jedoch nicht eintritt, verlangte heute Stadtrat Johann Herzog einen Runden Tisch mit dem Bürgermeister, den zuständigen Stadträten, Parteienvertretern und den Betreibern der Sofiensäle AG.

Darüber hinaus stellt Strache fest, dass die Zeit des Schweigens und der persönlichen Meinungen sollten nunmehr allmählich vorbei sein, denn der herannahende Winter und die zu erwartenden Niederschläge werden zu den Zerstörungen das übrige beitragen. Die Wiener Freiheitlichen verlangen jedenfalls, dass das Gebäude provisorisch gegen die Witterungseinflüsse der kommenden, kalten Jahreszeit geschützt werde. Hier forderten die beiden Wiener Stadtpolitiker Herzog und Strache die Herstellung eines umgehenden provisorischen Notdaches als wichtigen Schutz vor dem herannahenden Winter.

ZUKUNFT ALS HOTEL?

Die Wiener Freiheitlichen erneuerten heute ihre Forderung nach Installierung eines Ideenwettbewerbs um eine künftig sinnvolle Nutzung der Sofiensäle sicher zu stellen. Herzog erinnerte dabei wiederum an das Berliner Hotel "Esplanade", dessen "Kaisersaal" heute generalsaniert im modernen Sonycenter am Potsdamer Platz eingebettet liegt.

Das Argument der "zu großen Zerstörung" lässt Herzog nicht gelten. In diesem Zusammenhang erinnerte der freiheitliche Stadtrat an den Brand der Wiener Redoutensäle.

"Der Zerstörungsgrad der Sofiensäle scheint durchaus vergleichbar zu sein mit dem des 1992 ebenfalls von einem Brand getroffenen großen Redoutensaales. Decke und Dachstuhl waren völlig eingestürzt, die Sockelzone bis auf viereinhalb Meter zerstört. Selbstverständlich wurde die Wiederherstellung in Angriff genommen. Kein Wiener und Besucher unserer Stadt kann sich heute eine andere bauliche Lösung für die Redoutensäle im Rahmen des Hofburgensembles vorstellen."

Vor diesem Hintergrund forderten die Wiener Freiheitlichen heute nochmals eine "Hotellösung" für die Sofiensäle. Die Einbettung der historisch wertvollen Bauteile in ein modernes Seminarhotel würde auf der einen Seite den Fortbestand des großen Festsaales sicherstellen, andererseits, ein Attraktion für ausländische Gäste durch die Symbiose von Alt und Neu in einem Bauwerk darstellen, so Herzog und Strache abschließend. (Schluß) jen

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