VP-Neuhuber: Schickers Hochhauskonzept ist weder neu noch originell

Keinerlei Antworten auf grundsätzliche Fragen des Hochhausbaus

Wien (ÖVP-Klub) Zum kürzlich vorgestellten Wiener Hochhauskonzept meldete sich heute der Wiener VP-Planungssprecher, LAbg. Alexander NEUHUBER zu Wort: "Das mit Interesse erwartete und mit großem Trara angekündigte, angeblich neue Konzept erweist sich leider schon bei erster Betrachtung als große Enttäuschung."

"Nachdem Stadtrat Schicker ja einen großen Wurf in dieser Thematik angekündigt hatte und im Planungsressort seit Monaten unter strenger Geheimhaltung an dem Papier gebastelt wurde, war ich in freudiger Erwartung und Hoffnung auf ein zukunftsweisendes Konzept", so NEUHUBER in seiner Stellungnahme. Herausgekommen sei letztendlich leider nur eine Ansammlung von "no-na-net-Formulierungen" und altbekannten Plattitüden. "Es war schon seit Jahren ein Dogma der Stadtplanung im historischen Stadtkern, an einzelnen, wertvollen Sichtachsen, in Grüngebieten und Schutzzonen keine Hochhäuser zuzulassen. das ist nun wirklich nichts neues. Und dass Wien in einen qualitativen statt quantitativen Wettbewerb mit anderen Städten eintreten soll wird ja auch kaum jemand bestreiten."

Der Teufel, so NEUHUBER weiter, stecke aber dann im Detail des Schicker’schen Papiers. Unter dem Punkt "Forderungen der Stadt" finden sich Formulierungen die dem aufmerksamen Beobachter, im Wissen um das was da kommen kann, die Haare zu Berge stehen lassen:
* interdisziplinäre Planungsteams
* spezielle Gutachten; Beschattung, Luftströmung, Geologie etc.
* begleitende unabhängige Qualitätskontrolle
* öffentliche Präsentation des Projektentwurfes und aller Gutachten vor
Widmungsansuchen
* umfassende Standortprüfung; Feststellung der Raum und Verkehrsverträglichkeit

"Großteils waren derartige Untersuchungen auch bisher schon unabdingbare Voraussetzung für die Errichtung eines Hochhauses gewesen", so der VP-Planungssprecher. "Dass also Selbstverständlichkeiten wie ein Verkehrsgutachten oder die geologische Eignung des Untergrundes expressis verbis angeführt werden, läßt nur den Schluss zu, dass möglichst viele bürokratische und betriebswirtschaftliche Barrieren aufgebaut werden sollen um die Errichtung von Hochhäusern tunlichst von vornherein zu vermeiden."

"Völlig schuldig bleibt Schicker eine Antwort auf die Frage nach dem grundsätzlichem Umgang mit Hochhäusern in Wien", kritisierte der VP-Abgeordnete. "Genauso wie das über Jahrhunderte gewachsene, historische Wien zur unverwechselbaren Identität unserer Stadt gehört, sind Hochhäuser Sinnbilder der Architektur des 20. Jahrhunderts und aus dem Wesen und Stadtbild moderner Städte nicht mehr wegzudenken. Ich vermisse ein klares Bekenntnis des Wiener Planungsstadtrates zu oder gegen den Bau von Hochhäusern in Wien."

Auch eine anderer wichtiger Aspekt bleibt, so NEUHUBER, leider ausgespart: "Die Frage nach der Partizipation an Widmungsgewinnen durch die Stadt. In vielen anderen Metropolen ist es üblich, dass Developer bei Aufzonungen, die meistens ja zu erheblichen Wertsteigerungen der Grundstücke führen, eine Widmungssteuer - meist in Form von zu errichtenden öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Kindergärten, Parks, etc.) zahlen. Das wäre eine Vorgangsweise, die für Wien absolut auch überlegenswert wäre."

"Die Wiener ÖVP hat großes Interesse an der Erstellung eines durchdachten und nachhaltigen Hochhauskonzepts für Wien. Dazu bedarf es aber zuerst eines klaren Bekenntnisses der Wiener Stadtregierung zum Hochhausbau an sich. Wir werden uns an keinen Alibi-Papieren und -Konzepten beteiligen, bei ernsthafter Bereitschaft stehen wir aber zur Mitarbeit bereit", so VP-Planungssprecher NEUHUBER abschließend.***

Rückfragen & Kontakt:

Daniel Kosak (Pressesprecher)
Tel.: (01) 4000 / 81 915
Fax: (01) 4000 / 99 819 15
E-mail: presse@oevp.wien.at
http://www.oevp-wien.at

ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR/VPR