ÖGB: Abstimmungsergebnisse zu den Forderungen

88 Prozent sind für gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen

Wien (ÖGB). Laut vorläufigem Ergebnis (Auszählungsstand 19. Oktober 2001, 00.00 Uhr) nahmen 806.545 Mitglieder an der ÖGB-Urabstimmung teil. 12.097 (1,5 Prozent) der Stimmen waren ungültig, 794.448 (98,5 Prozent) gültige Stimmen wurden abgegeben. Die ÖGB-Mitglieder waren aufgefordert sechs Forderungen zur sozialen Zukunft mit ja oder nein zu beantworten, eine weitere Forderung betraf, ob der ÖGB in Verantwortung für die Zukunft unseres Landes und seiner Menschen notfalls gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen ergreifen soll. ++++

Abstimmungsberechtigt waren insgesamt 1.428.409 ÖGB-Mitglieder. In den Betrieben waren 606.294 Mitglieder stimmberechtigt, 822.115 Mitglieder konnten per Briefwahl an der ÖGB-Urabstimmung teilnehmen.

Das Ergebnis zu den Forderungen im Detail (794.448 gültige Stimmen):

Forderung 1: Wir fordern, dass die österreichische Sozialpartnerschaft gestärkt wird. Die Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer muss auf alle Bereiche der Arbeitswelt ausgeweitet werden.

Ja: 757.679 (95,4 Prozent)
Nein: 17.500 (2,2 Prozent)
Unbeantwortet: 19.269 (2,4 Prozent)

Forderung 2
Wir fordern die Beibehaltung der Pflichtversicherung, damit auch in Zukunft alle - unabhängig von ihrem Einkommen - auf die Gesundheits-und Pensionsversorgung vertrauen können.

Ja: 766.096 (96,4 Prozent)
Nein: 15.450 (1,9 Prozent)
Unbeantwortet: 12.902 (1,6 Prozent)

Forderung 3
Wir fordern, dass Lohnerhöhungen und Arbeitszeiten weiterhin durch die Gewerkschaften in Kollektivverträgen geregelt werden.

Ja: 768.705 (96,8 Prozent)
Nein: 10.286 (1,3 Prozent)
Unbeantwortet: 15.457 (1,9 Prozent)

Forderung 4
Wir fordern einen Anspruch auf Abfertigung ab dem ersten Tag - auch bei Selbstkündigung - mit freier Verfügbarkeit durch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Ja: 703.042 (88,5 Prozent)
Nein: 59.919 (7,5 Prozent)
Unbeantwortet: 31.487 (4,0 Prozent)

Forderung 5
Wir fordern eine schulische und berufliche Bildungsoffensive, um die Zukunftschancen aller zu verbessern. Ziel ist: ein offener Bildungszugang ohne soziale Barrieren.

Ja: 748.158 (94,2 Prozent)
Nein: 19.306 (2,4 Prozent)
Unbeantwortet: 26.984 (3,4 Prozent)

Forderung 6
Wir fordern die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der öffentlichen Dienste und den Stopp des unwiderruflichen Ausverkaufs öffentlichen Eigentums (z. B. Betriebe, Strom, Wasser, Wälder), um unsere Grundversorgung zu sichern.

Ja: 751.335 (94,6 Prozent)
Nein: 21.154 (2,7 Prozent)
Unbeantwortet: 21.959 (2,8 Prozent)

Soll der ÖGB zur Durchsetzung seiner Forderungen in Verantwortung für die Zukunft unseres Landes und seiner Menschen notfalls auch gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen ergreifen?

Ja: 698.910 (88,0 Prozent)
Nein: 55.858 (7,0 Prozent)
Unbeantwortet: 39.680 (5,0 Prozent)

ÖGB, 19. Oktober 2001
Nr. 864
(Fortsetzung)

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