Bauer: Klein- und Mittelbetriebe stehen vor Belastungsprobe

Diskussionsveranstaltung mit Haiden, Nowotny, Walterskirchen und Weiss

Wien (SK) Die beginnende Strukturbereinigung könne für viele österreichische Klein- und Mittelbetriebe zu einer "Katastrophe" werden. Diese Befürchtungen äußerte SPÖ-Abgeordneter Hannes Bauer am Donnerstag im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung. Insbesondere die 2005 umzusetzende EU-Richtlinie "Basel 2", die das Risiko der Eigenkapitalausstattung der Kreditnehmer bei der Kreditvergabe einfließen lassen will, stelle für die Klein- und Mittelbetriebe eine schwere Belastungsprobe dar, zeigte sich Bauer überzeugt: "Die Kredite werden teurer, die Laufzeit wird verkürzt werden und die Kreditnehmer müssen mehr Sicherheiten bringen." Negative Auswirkungen dieser Entwicklung seien auch am Arbeitsmarkt zu erwarten - stellen doch die Klein- und Mittelbetriebe in Österreich zwei Drittel aller Arbeitsplätze zur Verfügung und 85 Prozent aller Lehrstellen.****

Ewald Walterskirchen (WIFO) sah die längerfristigen Perspektiven für Klein- und Mittelbetriebe nicht ganz so düster. Insbesondere durch das "Outsourcing" der großen Betriebe seien viele Aufträge zu erwarten. Kurzfristig betrachtet, teilte Walterkirchen jedoch die pessimistischen Perspektiven Bauers.

René Alfons Haiden, Präsident des freien Wirtschaftsverbands (FWV), bereitete die Tatsache, dass nur amerikanische Rating-Agenturen die "kleinen Kreditnehmer" "raten", sprich werten, besonderes Kopfzerbrechen. Die Tatsache, dass Europa keine eigenen Rating-Agenturen hat, veranlasste den Vizepräsidenten der Europäischen Kontrollbank, Ewald Nowotny, auf die Heterogenität der Interessen der europäischen Länder in Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik zu sprechen zu kommen. So habe Großbritannien auf der einen Seite ein sehr liberales Wirtschaftssystem mit vielen Großbetrieben. In südlichen Ländern, oder auch in Frankreich, spielen dagegen die Klein- und Mittelbetriebe eine gewichtigere Rolle - eine Tatsache die gemeinsames Handeln nicht unbedingt erleichtere.

Buchautor Hans Weiss, einziger Selbständiger, und damit laut Eigendefinition "bunter Hund" in der Runde, kam auf die niedrige Selbständigenrate in Österreich zu sprechen: Der Grund dafür liege, so Weiss, in den "bürokratischen und den komplizierten steuer- und sozialrechtlichen Hürden". (Schluss) lm

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