Generalverkehrsplan: Ostregion hat höchste Priorität

Wiens Verkehrsstadtrat für Schließung des Umfahrungsringes

Wien (OTS) - Die Bundeshauptstadt Wien und die Ostregion haben angesichts der bestehenden und noch zu erwartenden Verkehrsströme höchste Priorität beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Darin waren sich Hans Jürgen Miko, Kabinettschef im Infrastrukturministerium und Wiens Stadtrat für Verkehr und Stadtplanung, Rudolf Schicker, bei einer Veranstaltung der Gesellschaft für Verkehrspolitik einig.

Hans Schmölz, Präsident der Gesellschaft für Verkehrspolitik, hatte namens des Vorstandes gestern, Donnerstag, 18. Oktober, zu einer hochkarätigen Expertenrunde nach Wien eingeladen. "Ziele zum Generalverkehrsplan unter besonderer Betrachtung der Ostregion" war Thema der Veranstaltung. "Angesichts der Bedeutung des Generalverkehrsplanes für Wirtschaft und Arbeitsplätze ist es von größter Bedeutung, den Entwicklungsstand von Infrastrukturprojekten näher zu kennen", begründete GfV-Präsident Schmölz das Motiv für die Veranstaltung.

Hans Jürgen Miko, im Infrastrukturministerium federführend in der Erarbeitung des Generalverkehrsplanes tätig, wies darauf hin, dass es zwar noch bis Dezember bis zum Abschluss des Planes dauern werde, jedoch alle Länderwünsche in den Plan eingeflossen seien. Knapp 400 Projekte aus den Bereichen Schiene und Straße seien darin enthalten. Der Generalverkehrsplan repräsentiere Projekte in einem Gesamt-Kostenvolumen von 644 Milliarden ATS (46,8 Mrd. EUR), wobei 203 Mrd. ATS (14,7 Mrd. EUR) für Straßenbau-, 441 Mrd. ATS (32 Mrd. EUR) für Schienenprojekte aufgewendet werden sollen. Da dieses große Volumen jedoch nicht finanzierbar sei, müsse es zu erheblichen Einschränkungen dieses Volumens kommen. Der Generalverkehrsplan "light" sieht daher eine Reduktion von 100 bis 150 Mrd. ATS (7,2 bis 10,9 Mrd. EUR) vor.

Für den Kabinettschef und Verkehrsexperten ist Wien mit der Ostregion der wichtigste Korridor und Knoten, der entsprechend dotiert werde.

Schicker: Realisierbarkeit vorrangig

Wiens Verkehrs- und Planungsstadtrat Rudolf Schicker hob hervor, dass angesichts der bevorstehenden EU-Osterweiterung der Wettbewerb mit Konkurrenz mit Städten wie Budapest und Bratislava in punkto Infrastruktur noch verstärkt werde und daher die rasche Umsetzbarkeit wichtiger Infrastrukturprojekte in der Ostregion im Vordergrund stehe. "Auch wenn ich ein Befürworter des Semmeringtunnels bin, kann ich im Interesse Wiens nicht darauf warten, bis sich die Landeshauptleute Niederösterreichs und der Steiermark über das Projekt verständigt haben", sagte Schicker. Für ihn sei wichtig, dass Wien sich als Wirtschaftszentrum auch nach der EU-Osterweiterung behaupten könne. Daher müsste im Straßenbau dringend der Umfahrungsring der sich aus der B 301 inkl. 6. Donauquerung und B305zusammensetzt sowie die Nord-Autobahn A 5 als leistungsfähige Verbindung von Wien nach Brünn verwirklicht werden. Schicker wies dabei auch auf die spezielle Problematik einer Untertunnelung des Naturschutzgebietes Lobau hin.

Der Güterterminal Inzersdorf als Drehscheibe zwischen den Verkehrsträgern Schiene und Straßesoll nun doch in der ursprünglichen Dimension geplant und gebaut werden, in Süßenbrunn, nördlich von Wien, werde im Hinblick auf die Wirtschaftsströme von und nach Tschechien und dem übrigen Osteuropa ebenfalls ein Terminal entstehen, ebenso habe der Ausbau des Hafens Freudenau Vorrang. Im Schienenbereich stehen der Ausbau der Südbahn und Westbahn sowie Projekte zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, besonders im Bereich der Schnellbahnen (u.a. S 7, S 80)im Vordergrund.

Für Stadtrat Schicker ist die möglichst rasche Einführung des Road Pricing für Lastkraftwagen eine wichtige Voraussetzung zur Realisierung der Infrastrukturmaßnahmen, wobei der Stadtrat sich "durch jüngste Aussagen in seiner Forderung nach einem Betrag von vier Schilling für schwere LKW bestätigt" sieht.

Bitte merken Sie auch unsere nächste Veranstaltung vor:
Donnerstag, 22. November 2001
Beginn: 10.30 Uhr, Ende: ca. 14.00 Uhr
Ort: Palais Auersperg, 1080 Wien
Referent: Dipl.-Ing. Günther Hanreich, Direktor, Europäische Kommission, Brüssel
Thema: "Neuregelung der Vorschriften für den öffentlichen Personenverkehr auf EU-Ebene"

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