Luftgüte: Ozon-Vorsorgegrenzwert im Juli überschritten

Aktueller Bericht des Umweltinstitutes liegt vor

Bregenz (VLK) - Im Monat Juli 2001 wurde in Vorarlberg der Ozon-Vorsorgegrenzwert überschritten. Das geht aus dem
aktuellen Monatsbericht zur Lüftgüte des Umweltinstitutes
hervor. Der Juli 2001 war bei unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen zu warm. Die Monatssummen des
Niederschlags lagen zwischen 25 und 75 Prozent des
Normalwertes. Die Temperaturen lagen um etwa 0,5 bis 1,5 Grad Celsius über dem Durchschnitt. ****

Die Konzentrationen der primären Luftschadstoffe lagen im Vergleich zu den Vorjahren überwiegend auf durchschnittlichem Niveau. Die humanhygienischen Ozon-Vorsorgegrenzwerte wurden
in mittleren Höhenlagen an 25 Tagen, im Rheintal an 19 Tagen
und im Walgau an 15 Tagen überschritten. Das Tagesmittel des PM10-Staubes überschritt in Dornbirn einmal den
entsprechenden Grenzwert.

Am 31. des Monats wurde nach einer längeren
Schönwetterphase in mittleren Höhenlagen der Schwellwert von
0,180 Milligramm pro Kubikmeter (mg/m³) - eine in der "EU-Richtlinie über die Luftverschmutzung durch Ozon" festgelegte Informationsstufe, ab der die Bevölkerung unterrichtet werden
muss - überschritten. In Übereinkunft mit den Bodenseeanrainerländern wurden in der Zeit der Überschreitung dieses Schwellwerts dem täglichen Luftgütebericht Verhaltensempfehlungen beigelegt. Darüber hinaus wurde in der Tageszeitung ein Inserat geschalten, welches auf die erhöhten Ozonwerte aufmerksam machte.

Ab 21. des Monats setzte sich hoher Luftdruck durch und ermöglichte sonniges und zunehmend heißes Wetter. Diese Schönwetterphase dauerte bis zum 3. August. Die Ozonbelastung
stieg von Tag zu Tag an. Am 30. des Monats überquerte eine Gewitterzone unser Gebiet und die Ozonkonzentration blieb in
ihrer Tagesamplitude gedämpft. Mit der Ausdehnung eines Subtropenhochs am 31. Juli nach Mitteleuropa strömte trockene Warmluft mit westlichen Höhenwinden in den Alpenraum. Mit
diesen Höhenwinden wurden Luftmassen aus dem Großraum
Stuttgart ins nördliche Vorarlberg verfrachtet. In mittleren Höhenlagen wurde dabei um 19.30 Uhr ein maximaler Halbstundenmittelwert von 0,198 mg/m³ erreicht (Abbildung 1).
An diesem Tag kam es in Baden-Württemberg großräumig zu Überschreitungen des Informationswertes. Die höchsten
Messwerte traten dabei im Großraum Stuttgart mit bis zu 0,298 mg/m³ auf. Die Tatsache, dass das Ozonmaximum nicht am
Nachmittag, sondern erst am Abend auftrat, ist mit ein
Hinweis, dass Ozon nach Vorarlberg herantransportiert wurde.

Am 6. des Monats führte eine föhnige Südwestströmung subtropische Warmluft nach Vorarlberg. Mit dieser Strömung
wurde auch Saharastaub mitgeführt. Die Staubkonzentration an
diesem Tag war an allen Messstationen sehr hoch (Abbildung
2). Der Aerosolindex der Atmosphäre - so zeigten
Satellitendaten des Goddard Space Flight Center (NASA) - war
an diesem Tag südlich des Alpenhauptkammes ebenfalls sehr
hoch. Auch im Messnetz der Ostschweiz wurden an diesem Tag bemerkenswerte Staubspitzen registriert.

Entsprechend dem novellierten Immissionsschutzgesetz Luft
wurden mit Beginn dieses Monats die restlichen drei Schwebstaub-Messstellen auf die Messung von PM10-Staub
umgestellt. Gemäß der neuen Messnetzverordnung wurden dabei PM10-Staub-Messwerte von Feldkirch und Dornbirn und Schwebstaub-Messwerte von Bludenz und Lustenau ausgewiesen. Abweichend von der bisherigen Messanordnung musste der
Schwebstaub aus den PM10-Staub-Messwerten berechnet werden.

Da das Staubmessgerät in Feldkirch-Bärenkreuzung defekt
war, mussten die PM10-Staubwerte verworfen werden.

Beilagen: Messwerttabelle

Abbildungen
Erläuterungsblatt

Erläuterungen zu Messwerttabelle bzw. Abbildungen

Abkürzungen:
SO2 ... Schwefeldioxid, NO ... Stickstoffmonoxid,
NO2 ... Stickstoffdioxid, O3 ... Ozon,
CO ... Kohlenmonoxid, STAUB ... Staubkonzentration
TT ... Temperatur, GSTR ... Globalstrahlung
RF ... relative Feuchte, FF ... Windgeschwindigkeit
DD ... Windrichtung

MMW = Monatsmittelwert
mTMW = maximaler Tagesmittelwert
mMW8 = maximaler Achtstundenmittelwert
mMW3 = maximaler Dreistundenmittelwert
mMW1 = maximaler Stundenmittelwert
mHMW = maximaler Halbstundenmittelwert
GWÜÄ%Ü = Überschreitungshäufigkeit der humanhygienischen Vorsorgegrenzwerte in Prozent der Messtage

Grenzwerte:

1. Nach den Bestimmungen des Immissionsschutzgesetzes Luft

BGBl. I 115/1997)

Schwefeldioxid:
* mHMW: 0,20 mg/m³

(darf höchstens dreimal pro Tag bis max. 0,50 mg/m³ überschritten werden)
* mTMW: 0,12 mg/m³

Kohlenmonoxid: mMW8: 10 mg/m³

Staub: mTMW: 0,15 mg/m³

Stickstoffdioxid: mHMW: 0,20 mg/m³

2. Nach d. Luftqualitätskriterien d. Österreichischen
Akademie d. Wissenschaften

Empfehlung für Stickstoffdioxid: mHMW: 0,200 mg/m³, mTMW:
0,080 mg/m³

Empfehlung für Ozon: mHMW: 0,120 mg/m³, mMW8: 0,100 mg/m³

(beide
vergleichbar mit mMW3: 0,110 mg/m³)

3. Nach dem Verein Deutscher Ingenieure, Blatt 2310

Max. Immissionskonzentration (MIK) für Stickstoffmonoxid:
mHMW: 1,000 mg/m³, mTMW: 0,500 mg/m³

4. Nach EU-Richtlinie 1999/30/EG
PM10: mTMW: 0,050mg/m³ darf nicht öfter als 35mal im Jahr überschritten werden.
(so/ug,nvl)

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