AK warnt vor Gewinnspielen mit telefonischer Gewinnanforderung

Ungewisser "Spieleinsatz" zur Gewinn-Anforderung

Wien (AK) - Die AK warnt vor Gewinnspielen mit telefonischer Gewinn-Anforderung: Die Rechtsabteilung der Firma IVH/Friedrich Müller verschickt Briefe mit der Aufschrift "Rechtssache Persönlich! Vertraulich!". Darin wird ein Gewinn-Anspruch am 1,2 Mio Schilling Jackpot garantiert. Damit die Gewinn-Anforderung rechtzeitig einlangt, soll eine Infodienst-Nummer (0900) angerufen werden. Die Minute kostet 50 Schilling, aber wie lange der Fragen-Marathon dauert, ist nicht bekannt. Im günstigsten Fall braucht man bis zu 6 Minuten. Außerdem: Bei einem Gewinnanteil von weniger als 40 Schilling wird nichts ausbezahlt, und das Geld wandert in den nächsten Jackpot. Tipp der AK-Konsumentenschützer: Lassen Sie die Finger von Gewinnspielen, bei denen der "Mindestspieleinsatz" für das Mitmachen unbekannt ist. ****

In der Konsumentenschutzabteilung in der AK Wien laufen die Telefone heiß.
In den letzten Wochen flatterte ein Brief der Firma IVH, Rechtsabteilung in die Briefkästen der Österreicher. Rechtssache -Persönlich! Vertraulich! steht in schwarzen dicken Lettern drauf.

Auch Herr J. in Wien erhielt so einen Brief und hat ihn geöffnet. Darin wird ihm ein Mitgewinn am 1.225.000 Schilling-Jackpot versprochen. "Auf Grund der absoluten Dringlichkeit und Wichtigkeit" wird geraten, eine Infodienst-Nummer (0900) anzurufen, um den Gewinn-Anspruch "garantiert rechtzeitig geltend zu machen".
Aber freilich kann der Gewinn-Anspruch auch per Postkarte angefordert werden. Wenn die Postkarte nicht rechtzeitig bis zu einem Stichtag einlangt, ist der Gewinn allerdings verloren.

Halbe Wahrheit
Herr J. hat die Infodienst-Telefonnummer angerufen. Eines vorab: Auf die 50 Schilling pro Minute wird hingewiesen, wie lange das Telefonband allerdings läuft, ist ungewiss. Dem vermeintlichen Gewinner wird gratuliert, er wird informiert, nach Name und Adresse gefragt, es wird Glück gewünscht,..... - dabei vergehen einige Minuten. Im günstigsten Fall, wenn zB die achtstellige Berechtigungsnummer und alles weitere richtig angegeben wird, hat Herr J. fünf bis sechs Minuten gebraucht. Und da läppert sich die Telefonrechnung.

Die AK-Konsumentenschützer betonen, dass es sich bei dieser Millionen um einen Anteilsgewinn handelt. Klein in den Teilnahmebedingungen und mehrfach mit einem Stempelaufdruck steht, dass bei einem "Gewinnanteil" unter 40 Schilling keinesfalls ein Gewinn ausbezahlt wird. Das Geld wandert in den nächsten Jackpot.

Die AK-Konsumentenschützer raten: Beteiligen Sie sich nicht an Gewinnspielen, bei denen der "Spieleinsatz" nicht vorab feststeht. Wer dennoch an den großen Gewinn glaubt, soll jedenfalls statt zu telefonieren eine Postkarte schicken.

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AK Wien Presse Doris Strecker

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