Weninger: "Friß und stirb!" - Postvorstand und Regierung treiben ein mieses Spiel

Schließung Hunderter Postämter inakzeptabel

St. Pölten, (SPI) - Mehr als 200 Postämter sollen in Niederösterreich geschlossen wer-den. Im Bezirk Mödling sind die Postämter Guntramsdorf 2, Laab im Walde, Breitenfurt und Gaaden betroffen. Die Benachrichtigung in Form eines anonymen Faxes soll eine Diskussion in den Gemeinden verunmöglichen." Diese ‚Friß und stirb'-Methode ist einma-lig in Österreich und kann so nicht hingenommen werden, protestiert Mödlings SPÖ Be-zirksvorsitzender LAbg. Hannes Weninger über diese Vorgehensweise der Bundesregie-rung und der Post.****

"Als ich am 18. August in einem offenen Brief Auskunft von der Post AG und Ministerin Forstinger über die geplanten Maßnahmen verlangte, wurde mir Panikmache unterstellt - eine Antwort kam nie. Wie sich jetzt herausstellt, war auch das Versprechen, im Rahmen von Regionalkonferenzen genau zu informieren, nur ein Ablenkungsmanöver", ist Wenin-ger schockiert über ein derartiges ‚Drüberfahren' über die Bevölkerung, die Gemeinden und die Regionen. Weninger: "Die betroffenen Dienststellen und die Beschäftigten wur-den in einer Nacht- und Nebelaktion mit einem anonymen Fax über ihr bevorstehendes Schicksal informiert. Dieses feige und befremdende Vorgehen der Verantwortlichen und der blau-schwarzen Bundesregierung - sie steht als Eigentümer hinter diesem Manage-ment - kann nicht akzeptiert werden. Die Zukunft der betroffenen Beschäftigten und einer wichtigen kommunalen Einrichtung muss mehr wert sein als ein anonymes Fax!"

Politisch macht Weninger die Bundesregierung für das Post-Desaster verantwortlich. "Die Post AG, die zu 100 Prozent der Republik Österreich gehört, wird von der FP/VP-Bundesregierung als Selbstbedienungsladen gesehen. Der Finanzminister verlangt von der Post eine Sonderdividende in der Höhe von 4,6 Milliarden Schilling. Damit ruiniert man das Unternehmen, hungert es finanziell aus, zwingt es zu Schließungen und Perso-nalabbau. "Sich dann aber noch hinzustellen und die Situation zu bejammern, ist eine Un-verfrorenheit sonder gleichen", ist Weninger empört und stellt eine Vergleichsrechnung auf: "Mit der Schließungswelle kann der Postvorstand rund 300 Millionen Schilling pro Geschäftsjahr einsparen. Hätte die Bundesregierung auf diese Dividendenausschüttun-gen verzichtet, wäre das derzeitige Filialnetz der Post für mehr als 15 Jahre finanzierbar und abgesichert."

"Die FP/VP-Bundesregierung betrachtet die Post AG nur als "Dividendenbringer" und nicht als staatlichen Dienstleistungsbetrieb mit einem flächendeckenden Versorgungsauf-trag. Wir Sozialdemokraten sind entschieden gegen die Schließungen von Postämtern und das finanzielle "Ausquetschen" der Post AG durch die blauschwarze Bundesregie-rung. Die Personalvertreter der Post sind ebenfalls gegen die Schließungen der Postäm-ter. Wer das Gegenteil behauptet, versucht in dieser sensiblen Angelegenheit Verwirrung zu stiften", so Weninger. Für die SPÖ im Bezirk Mödling kündigt Weninger massive Pro-testaktionen an. Eine erste Welle mit Plakaten ("Hier geht die Post ab!") und Postkarten mit dem Spruch "Geben sie diese Karte auf, aber nicht ihr Postamt" wurde bereits am Wochenende gestartet. (Schluss) fa

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