Pruckner zu Ambulanzen: Fragwürdige Studie will seriöse Diskussion verhindern

Ambulanzstudie aus Innsbruck ist unseriös - unzureichende und falsche Annahmen - genaue Analyse des extrastationären Bereiches gefordert

Wien (OTS) - Schwere Zweifel an Inhalt und Seriosität einer jüngst vom Direktor der Innsbrucker Universitätskliniken, Max Laimböck, vorgelegten Studie, wonach Spitalsambulanzen billiger seien als die ärztlichen Praxen, äußert die Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Wie der Obmann der Bundeskurie, Dr. Jörg Pruckner, am Donnerstag in einer Ausstellung feststellte, beruhe die Betrachtung des Innsbrucker Spitalsdirektors auf sehr eingeschränkten, lokalen und fragwürdigen Annahmen.

Zum ersten würden Spitalsambulanzen mit Instituten verglichen, die nicht so wie niedergelassene Ärzte Mitglieder der Ärztekammern seien und somit auch andere Leistungstarife hätten. "Aus diesem Datenmaterial verallgemeinernde Aussagen herzustellen, ist, gelinde gesagt, sehr mutig", sagte Pruckner. Im weiteren wies der hohe Ärztevertreter darauf hin, dass in die Kostenvergleiche lediglich Daten aus dem unmittelbaren Innsbrucker Umfeld einbezogen wurden. Rückschlüsse auf ganz Österreich seien folglich unzulässig. Pruckner:
"Wir haben österreichweit verschiedenste, auf regionale Voraussetzungen abgestimmte Leistungstarife für niedergelassene Ärzte. Lokale Gegebenheiten auf das Bundesgebiet zu extrapolieren ist daher schlicht und einfach falsch."

Pruckner wiederholte abschließend die Forderung, wonach Spitalsambulanzen und Ordinationen unter Berücksichtigung von Qualitätskriterien hinsichtlich Leistungsprofil und Kosten objektiv und genau zu analysieren seien. "Ich halte das für eine besonders dringliche Maßname, da es unzumutbar ist, mit Luftballons eine seriöse Auseinandersetzung zu verhindern", meinte Pruckner. Die genaue Analyse des extrastationären Bereichs (Ambulanzen und Ordinationen) der medizinischen Leistungserstellung sei die Voraussetzung für eine konstruktive Gesundheitspolitik und eine faire sowie patientenorientierte Koexistenz von Spitälern und Ordinationen, schloss Pruckner. (Schluss)

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