Milzbrand: Ärztekammer informiert

Gehäuftes Auftreten in Österreich unwahrscheinlich -

Wien (OTS) - Vorsichtsmaßnahmen und Empfehlungen - Auf Symptome achten - Bei rechtzeitiger Behandlung geringe Gefahr =

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hält ein
gehäuftes Auftreten von Milzbrand-Infektionen in Österreich zur Zeit für unwahrscheinlich, doch müsse man auf der Hut sein und alle Vorsorgemaßnahmen einleiten, stellte ÖÄK-Präsident Dr. Otto Pjeta Donnerstag in einer Aussendung fest. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die österreichischen Ärzte für die Behandlung von Anthrax-Erkrankungen bestens gerüstet seien.

"Bei rechtzeitiger Behandlung sind alle Formen des Milzbrandes mit vielen gängigen Antibiotika sehr gut beherrschbar", sagte der Ärztepräsident. Bei erhöhtem Fieber insbesondere in Kombination mit Atemwegsbeschwerden sollte man jedenfalls und unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Der Vorstand des Institutes für Hygiene und Sozialmedizin an der Universität Innsbruck, Univ. Prof. Dr. Manfred Dierich, erläutert die Vorgehensweise in Verdachtsfällen: Noch bevor durch entsprechende Laboruntersuchungen eine Milzbrand-Infektion widerlegt oder bestätigt würde, könne eine Medikation, die bei diesen Symptomen Standard ist, die Risken der gefährlichsten Art des Milzbrandes - des Lungenmilzbrandes - weitgehend bannen.

Vorsicht angebracht

Die Österreichische Ärztekammer mahnt allerdings zu Aufmerksamkeit. Sie empfiehlt zu vorsichtigem Umgang mit ungewöhnlichen Substanzen oder Objekten, die staubversetzt oder pulverförmig seien. Bei verdächtigen Briefsendungen zum Beispiel sollte man die Manipulation unterlassen und sofort die Behörden verständigen. Darüber hinaus ist, so Dierich, ein bedächtiger und kontrollierter Einsatz von Lüftungssystemen und Klimaanlagen an Orten mit erhöhter Personenfrequenz anzuraten. Davon betroffen sind etwa öffentliche Gebäude, Büros, Bahnhöfe oder Flughäfen. Straßenstaub und Hausstaub sind, soweit sie nicht mit außergewöhnlichen Umständen in Zusammenhang stehen, unbedenklich.

Ansteckungsformen und Symptome

Milzbrand kann im normalen Alltag nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Für eine Ansteckung ist der direkte Kontakt mit dem Erreger erforderlich. Sie erfolgt über Einatmen, über die Haut oder durch Verschlucken. Demgemäß unterscheidet man auch drei Formen des Milzbrandes: den Lungen-Milzbrand, den Haut-Milzbrand und den Darm-Milzbrand. Am häufigsten ist der sogenannte Haut-Milzbrand mit rund 95 Prozent aller Fälle. Der Erreger tritt über die Haut ein, es kommt am Infektionsherd zu eitrigen Pusteln (Karbunkeln). Unbehandelt kann diese Form zu Blutvergiftungen führen. Bei Lungen-Milzbrand zeigen sich nach ein bis fünf Tagen grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber, Schwäche, trockenem Husten und Atembeschwerden sowie möglicherweise auch Schmerzen in der Brust. Der Darm-Milzbrand entsteht durch den Genuss von infiziertem Fleisch oder Milch, sowie durch den Kontakt mit infizierten Fellen und Tierhäuten. Diese Form der Erkrankung zeigt sich in Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Bauchschmerzen und schwerem Durchfall.

Bei den jüngst in Amerika aufgetretenen Fällen handelt es sich um Lungen- und Haut-Milzbrand. ÖÄK-Präsident Pjeta und Hygiene-Experte Dierich weisen darauf hin, dass eine erfolgreiche Behandlung der Erkrankung nur dann möglich ist, wenn der Arzt sofort aufgesucht wird und die Therapie unverzüglich beginnt. "Sobald Symptome auftreten, sollte man daher zur Sicherheit sofort mit seinem Arzt Kontakt aufnehmen", sagte Pjeta abschließend. (Schluss)

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