Brauner: "Genderblick" auf Neue Technologien schärfen

Internationale Konferenz ITech-Women berät Chancen, Herausforderungen & Perspektiven

Wien, (OTS) Donnerstag präsentierte Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner Programm und Ziele der internationalen Konferenz ITech Women. Der Einfluss der Neuen Technologien auf beinahe alle Gesellschaftsbereiche, wie Arbeitswelt, Freizeit, Kommunikation, wachse ständig. "Technologien, ihre Anwendung und der Zugang zu ihnen sind nicht geschlechtsneutral. Die spezifischen Auswirkungen auf Frauen sind noch nicht hinterfragt und erforscht worden. Hier orte ich einen dringenden Nachholbedarf", stellte Brauner fest. Bei der Konferenz werden 29 Expertinnen aus 10 Ländern ihre Forschungsergebnisse diskutieren. Brauner erwartet sich als Ergebnis des internationalen Erfahrungsaustausches eine umfassende Analyse von Frauenrollen in der Informationsgesellschaft und "konkrete Handlungsoptionen" für die Zukunft.****

Von fundamentaler Bedeutung sei vor allem der Zugang zu Ausbildung. TU-Expertin Dr. DI Edeltraut Hanappi-Egger und die Direktorin der HTL-Ottakring DI Carmen Lechner bestätigten übereinstimmend die starke geschlechtsspezifische Segmentierung im Bereich der technischen Ausbildungen. Lechner berichtete von ihren Bemühungen, Mädchen bereits im Volksschulalter mit den Möglichkeiten von technischen Berufen vertraut zu machen. "Wenn die Mädchen 14 oder 15 Jahre alt sind, ist es oft schon zu spät, sie noch für technische Richtungen zu begeistern", so Lechner. Hanappi-Egger machte darauf aufmerksam, dass Mädchen und Frauen eher bereit seien, auf die Bedürfnisse der künftigen AnwenderInnen Rücksicht zu nehmen - dies könne auch eine große Chance bedeuten. Um im schulischen Bereich gegensteuern zu können, wäre etwa die Einführung von geschlechtergetrennter Ausbildung in den Fächern der Neuen Technologie und bei der Arbeit an PCs zu überlegen.

Geschlechtsspezifische Segmentierungen seien am gesamten Arbeitsmarkt zu beobachten, sagte Frauenstadträtin Brauner. Die Neuen Technologien seien da keine Ausnahme: "Männer arbeiten häufig im Bereich der Hardware und der Programmierung, Frauen sind als Web-Designerinnen oder Redakteurinnen eher gestalterisch als gestaltend tätig." Eines ihrer wichtigsten politischen Ziele sei daher, dass Frauen die Zukunft der Neuen Technologien gleichberechtigt mitgestalten.

Die Annäherung an Neue Technologie erfolgt, wie in vielen anderen Bereichen, oft spielerisch. Gerade Computerspiele seien jedoch in hohem Ausmaß an männlichen Sozialisationsmustern, wie Wettbewerb, Aggression, Schnelligkeit orientiert, so Brauner. "Eine Förderung von Mädchen sollte im virtuellen Raum analog zum öffentlichen Raum erfolgen, indem verstärkt "Mädchenspiele" entwickelt und angeboten werden", forderte Brauner. Schließlich sei auch die Errichtung von Mädchenparks und Mädchenspielplätzen geschehen, weil Untersuchungen gezeigt hätten, dass bisher angebotene Spielgeräte, wie etwa die Fußballkäfige, eher den Bedürfnissen von Burschen entgegenkommen.

Im Rahmen der Konferenz und vor allem in der fortführenden Diskussion sollen zahlreiche entscheidende Fragen gestellt werden:
Wie können mehr Frauen in der Konzeption von Neuen Technologien tätig sein? Welche politischen Rahmenbedingungen sind dafür notwendig? Welche Fördermaßnahmen können den gleichen und gerechten Zugang von Frauen zu den Neuen Technologien garantieren?
Kann das Internet wirklich - wie noch vor 10 Jahren angekündigt -Ungleichheiten auf Grund sozialer Position, Bildung oder Geschlecht ausgleichen?
Wie stark ist der Einfluss der geschlechterspezifischen Sozialisation bei der Art und Weise wie an Neue Technologien herangegangen wird?

Die gesamte Konferenz wird live via Internet (in Englischer Sprache) übertragen werden. Interessierte können sich unter www.itech-women.at/ dazuschalten und Fragen bereits vor der Konferenz, aber auch während des Ablaufes an die e-mail Adresse institut.efw@europaforum.or.at richten. Die Fragen und Anregungen werden an die jeweilige Referentin oder an die Arbeitsgruppe weitergeleitet werden. Eine Fachtagung dieser Art präsentiert Wien als zukunftsorientierte Stadt, in der Chancengerechtigkeit und Gleichberechtigung ernst genommen werden. (Schluss) hk

(Service: Internationale Konferenz "ITech Women" Montag, 22. Oktober 15.00 bis 18.00 Uhr, Dienstag, 23. Oktober, 9.00 bis 17.00 Uhr im Festsaal des Rathauses)

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