Regierung will Berufstätige von den Unis entfernen

ÖH: "Ein Drittel aller Studierenden haben steuerpflichtiges Einkommen"

Wien (OTS) - Für die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) zeigt sich in den heutigen Aussage von Finanzminister Grasser bezüglich der Nicht-Absetzbarkeit von Studiengebühren einmal mehr die Politik der Bundesregierung, Bevölkerungsgruppen gezielt von Bildung auszuschließen. Nach sozial Schwachen und AusländerInnen soll auch berufstätigen Studierenden ein Studium möglichst schwer gemacht werden.

"Ein Drittel aller Studierenden haben ein steuerpflichtiges Einkommen und brauchen aufgrund ihrer Berufstätigkeit für ihr Studium natürlich länger", bezieht sich ÖH-Vorsitzende Anita Weinberger auf den Bericht zur sozialen Lage der Studierenden aus dem Jahr 1999. "Diesen Personen es nicht einmal zu ermöglichen, die Studiengebühren von der Steuer absetzen zu können, zeichnet ein klares Bild der bildungspolitischen Vorstellung der Regierung: Lebenslanges Lernen und der Erwerb von akademischen Zusatzqualifikationen sind nicht gefragt."

Andrea Mautz, zweite Frau im ÖH-Vorsitzteam ergänzt: "Ministerin Gehrer sollte auch einmal in sich gehen und darüber nachdenken, ob tatsächlich 70.000 'Scheinstudierende' ihr Studium beenden. Eher handelt es sich um zigtausende berufstätige Studierende, die sich neben ihrer Arbeit zusätzlich die Mühe machen, ein Studium zu betreiben. Dass diese dafür länger brauchen und nicht dazu bereit sind, über zehn Jahre Studiengebühren zu zahlen, ist verständlich. Das angestrebte Ziel der Regierung, bis 2004 eine AkademikerInnenquote von 20 Prozent zu haben, führt sich somit ad absurdum."

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