Waneck: Hamsterkäufe vermeiden - Ausreichend Antibiotika vorhanden

Milzbrand ist gut behandelbar - Panik ist unbegründet

Wien, (BMSG) - "Es besteht kein Grund zur Panik oder Überreaktion", betonte heute FP-Staatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck angesichts der sich häufenden Verdachtfälle von Anthrax. "In Österreich wurde bislang kein einziger Milzbranderreger festgestellt." Abgesehen davon sei Österreich hervorragend darauf vorbereitet, sollte wider Erwarten dennoch Fälle von Milzbrand auftreten, betonte Waneck. ****

Für die Therapie aller Milzbrandformen stünden viele wirksame Antibiotika zur Verfügung, welche in ausreichender Menge für die gesamte österreichische Bevölkerung vorhanden seien (z.B. Penicillin, Tetracyclin, Erythromycin, Gyrasehemmer), so Waneck. Milzbrand kommt weltweit vor und ist eine Erkrankung der pflanzenfressenden Tiere. Der Mensch ist ein "Fehlwirt", es erkranken fast ausschließlich Personen, die beruflich exponiert sind (z.B. bei der Verarbeitung von Tierhäuten, Fellen und Knochen). Milzbrand wird NICHT von Mensch zu Mensch übertragen! In Österreich traten seit 1950 insgesamt 87 Milzbrandfälle bei Menschen auf, der letzte derartige Fall wurde im Jahr 1986 gemeldet.

Der Erreger des Milzbrandes ist ein Bakterium (Bacillus anthracis), welches in der Lage ist, Sporen zu bilden. Diese sind außerordentlich widerstandsfähig und können Jahrzehnte überleben. Wird das Bakterium durch die Abwehrzellen des Körpers getötet, werden Giftstoffe (Exotoxine) frei, welche die Blutgefäße schädigen und zu Blutungen führen. Die Inkubationszeit beträgt 2 - 7 Tage, es sind aber auch Inkubationszeiten bis zu 43 Tagen bekannt.

Das Erscheinungsbild der Erkrankung hängt von der Eintrittspforte ab:
1.) Der Hautmilzbrand tritt meist an Armen, Hals und Gesicht auf. Aus einer anfänglichen Rötung der Haut entwickelt sich eine Papel und später ein oft nicht schmerzhaftes Geschwür, welches mit schwärzlichem Schorf bedeckt ist ("Milzbrandkarbunkel"). Bei frühzeitiger Therapie kann der Hautmilzbrand geheilt werden. Unbehandelt kann es aber zur Blutvergiftung ("Sepsis") kommen.

2.) Der Lungenmilzbrand wird durch Einatmen von großen Mengen von Milzbrandsporen hervorgerufen. Nach anfänglichen grippeartigen Symptomen entwickelt sich innerhalb weniger Tage eine schwere Lungenentzündung mit teilweise blutigem Auswurf. Aufgrund des raschen Fortschreitens der Erkrankung ist eine frühzeitige Behandlung besonders wichtig.

3.) Der Darmmilzbrand tritt nach Verzehr von ungenügend gekochtem Fleisch oder Innereien von erkrankten Tieren auf. Diese Milzbrandform ist extrem selten, in der gesamten wissenschaftlichen Literatur sind nur Einzelfälle beschrieben worden. Nach anfänglichen Leibschmerzen kommt es zu Durchfällen und Bauchfellentzündungen (Peritonitis). Auch hier ist eine unverzügliche Antibiotikatherapie unbedingt erforderlich.

"Hamsterkäufe von Antibiotika, wie sie derzeit vereinzelt zu beobachten sind, sind absolut unnötig und unbegründet. Auch die selbständige vorbeugende Einnahme von Antibiotika ist gefährlich", warnte Waneck, da so Resistenzen gegen diese Medikamente entstünden, und die gewünschte heilende Wirkung im Bedarfsfall ausbleibe". (Schluss) mg bxf

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