Burgstaller/Pittermann: Ambulanzen oft billiger als Arzt

Wien (SK) Zur neuen Tiroler Studie über die Kosten für Ambulanzbesuche nahm heute die Salzburger SPÖ-Vorsitzende und Gesundheitsreferentin, LH-Stv. Gabi Burgstaller Stellung. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wiens Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann und dem SPÖ-Gesundheitssprecher Manfred Lackner verwies sie auf die Zahlen aus Innsbruck, wonach Ambulanzbesuche vielfach billiger sind als Besuche bei niedergelassenen Ärzten. "Nicht nur, dass die Ambulanzgebühr keinen Steuerungseffekt hat, auch die Annahme der Regierung für diese Gebühr ist offensichtlich falsch", so Burgstaller am Donnerstag. ****

Die Studie aus den Innsbrucker Universitätskliniken sei für die SPÖ jedenfalls nicht überraschend; die Regierung habe die Kosten falsch eingeschätzt und somit der Ambulanzgebühr eine falsche Annahme zugrundegelegt. "Was wir brauchen, ist eine sinnvolle Arbeitsteilung, kein gegeneinander Ausspielen zwischen niedergelassenen Ärzten und Ambulanzen." Ziel der SPÖ bleibe, die unsoziale Ambulanzgebühr zu Fall zu bringen.

Auch Gesundheitsstadträtin Pittermann plädierte für diese sinnvolle Aufteilung der Aufgaben; gewisse medizinische Leistungen könnten einfach in der Ambulanz besser erbracht werden. "Welcher niedergelassene Arzt gipst um zwei Uhr früh einen Arm?", so die Stadträtin. Der Hauptteil der Kosten für die Ambulanzgebühren betreffe Personalkosten; diese seien auch bei weniger Patienten schon allein aufgrund des Arbeitszeitgesetzes und der Nachtdienste kaum niedriger, so Pittermann.

Salzburgs Gesundheitsreferentin Burgstaller verwies weiters auf das Problem der finanziellen Benachteiligung öffentlicher Spitäler durch den sogenannten "Großgeräte-Plan". Denn nur öffentliche Krankenhäuser fallen unter diesen Plan, private Spitäler und Ambulatorien jedoch nicht. "In der Praxis wird dann etwa von einem niedergelassenen Arzt ein Großgerät angeschafft, der Druck auf die Krankenkassen durch gestiegene Patientenzahlen führt dann dazu, dass das Großgerät auf Empfehlung der Kassen in den Plan aufgenommen wird. Die öffentlichen Spitäler seien schließlich nicht ausgelastet." Diese Entwicklung führe die Ziele des Großgeräteplans wie Wirtschaftlichkeit und Verteilungsgerechtigkeit ad absurdum, so Burgstaller, die die Einbeziehung auch privater Großgeräte in die Bedarfsplanung fordert. (Schluss) ah

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