Schenner: Trotz Terrorkrise gilt "business as usual"

"Viele machen es sich bei Kritik an Euro-Preisumstellungen zu leicht"

Wien (PWK744) - Die aktuelle Situation nach den Terroranschlägen vom 11. September hat sich für Teile der Tourismuswirtschaft zu einer Krise ausgewachsen: Das gilt insbesonders für den Reisebürosektor, aber vor allem auch für Teile der Wiener Stadthotellerie.

Für die Reisebüros wurde von der Interessensvertretung gemeinsam mit dem AMS blitzschnell ein Unterstützungspaket geschnürt, das Reisebüromitarbeitern Kurzarbeit ermöglicht. Nicht so einfach stellt sich diese Frage naturgemäß für die Hotellerie, da hier die Abgrenzungskriterien nicht so einfach sind. Es sind eben nur Teile der Branche betroffen und nicht die Gesamtbranche, erklärte der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Johann Schenner, Mittwoch Abend vor Journalisten anlässlich der Vorstellung des praktischen Ratgebers "Pressearbeit im Tourismus" (Autorin: Charlotte Ludwig).

In dieser Situation ist natürlich auch der richtige Umgang mit der Information eine ganz wichtige Voraussetzung. Es gilt trotz aller Schwierigkeiten die Regel "business as usual" und es gibt sicher keinen Grund zur Panik, stellte Schenner fest.

"Ein weiteres aktuelles Thema, das uns auch in der Kommunikation mit den Medien sehr wichtig erscheint, ist die Frage der Euro-Preisauszeichnung", führte Schenner weiter aus.
Immer wieder lese und höre man in diesen Tagen, die Unternehmer im Gastgewerbe würden die Euro-Preisauszeichnung dazu nützen, um "still und heimlich" die Preise zu erhöhen. Diesen Behauptungen möchte er, Schenner, mit zwei sehr guten Argumenten entgegentreten. Erstens seien bisher nur 21 Beschwerden über Tourismusbetriebe im Zusammenhang mit der Euroumstellung bei der Euro-Preiskommission eingelangt. Angesichts der mehr als 50.000 Gastronomiebetriebe im Land sei dies nur ein kleiner Promillesatz. "Diese Festlegung gilt im übrigen auch dann, wenn in den nächsten Tagen noch einige Beschwerden hinzukommen sollten."

Die Tourismusbetriebe stünden zweitens durch den Euro noch mehr als bisher in direktem Preisvergleich mit den Wettbewerbern aus dem In-und Ausland. Der Konkurrenzkampf sorge für einen beinharten Wettbewerb. "Ausrutscher nach oben" würden vom Markt nicht akzeptiert. Das Bestreben der Unternehmer sei es, den in- und ausländischen Gästen ein bestmögliches Preis/Leistungsverhältnis anzubieten.

Jeder strittige Fall werde genau überprüft. Dabei zeige sich häufig, dass die von manchen Personen genannten Preisbeschwerden einer näheren Überprüfung nicht standhalten. Bei näherem Hinsehen stelle sich in der Regel heraus, dass den beanstandeten Preiserhöhungen betriebliche Notwendigkeiten zugrunde liegen.

"Viele Kritiker machen es sich einfach zu leicht, jedem Unternehmer, der Preisanpassungen durchgeführt hat, zu unterstellen, diese aus Anlass der Währungsumstellung vorgenommen zu haben." (hp)

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Dr. Michael Raffling
Tel.: (01) 50105-3567

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