Politikerinnen für Nussdorf

Frauen fordern einen Kassenvertrag für das Geburtshaus Nussdorf

Wien (OTS) - Seit über 15 Jahren erblicken Babies in Nussdorf das Licht der Welt - rund 3500 sind es bisher. Die Frage, ob Frauen das Geburtshaus Nussdorf als Ort für die Geburt ihres Kindes wünschen, ist also beantwortet. Für den Dienst an schwangeren und gebärenden Frauen ist Nussdorf von der Stadt Wien mit dem Gesundheitspreis ausgezeichnet worden und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat gemeinsam mit Unicef die Plakette "Babyfriendly Hospital" verliehen. Die Frage, ob das Geburtshaus Nussdorf Qualitätsstandards genügt, ist damit auch beantwortet.

Bislang hat das aber nicht genügt, um von den österreichischen Krankenkassen als Vertragspartner gewünscht zu werden, damit Frauen das Geburtshaus auch auf Krankenschein in Anspruch nehmen können. Jetzt erheben prominente österreichische Politikerinnen - Karin Landauer, Stadträtin FPÖ Wien, Mag. Ulli Sima, SPÖ-Umweltsprecherin, Dr. Sigrid Pilz, Die Grünen Wien und Maria Rauch-Kallat, Generalsekretärin der ÖVP - ihre Stimme und fordern, dass die Krankenkassen endlich einen leistungsgerechten Vertrag mit dem Geburtshaus Nussdorf abschließen und so allen Frauen eine Geburt im Geburtshaus möglich wird.

Nussdorf ein internationales Vorzeigemodell, aber in Österreich ausgegrenzt?

Bei seiner Gründung im Jahre 1986 war Nussdorf das erste Geburtshaus Europas und gleichzeitig Vorbild für alle später gegründeten Einrichtungen. Doch trotz dieser Vorreiterrolle und der hohen Anerkennung des Projektes kam es nie zur Direktverrechnung zwischen dem Geburtshaus und den österreichischen Krankenkassen. Michael Adam, Mitbegründer des Geburtshauses Nussdorf dazu: "Wir fordern, dass Frauen endlich unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten den Ort für die Geburt ihres Kindes wählen können - so wie das in Deutschland und der Schweiz selbstverständlich ist. Denn schließlich sind nahezu alle Frauen, die bei uns ihr Kind zur Welt bringen, in Österreich krankenversichert und darüber hinaus Steuerzahlerinnen dieser Republik.". Am Beispiel Nussdorfs werden die Mängel österreichischer Gesundheitspolitik deutlich:
krankenhauslastig, monopolistisch und sinnvolle, von den Betroffenen gewünschte Alternativen, haben keinen Platz. Verstärkend wirkt, dass Nussdorf ein Hebammen = Frauenprojekt ist.

Pioniergeist für werdende Mütter

Im Geburtshaus Nussdorf setzen Hebammen gemeinsam mit GynäkologInnen ihre Philosophie in die Praxis: "Schwangerschaft und Geburt sind keine Krankheit. Der Schritt ins Leben muss daher nicht in einer Klinik gegangen werden, sondern an einem Ort der Ruhe und Geborgenheit und unter professioneller Begleitung", weiss Dr. Adam. Maxime ist aber, dass sich der Arzt soweit wie möglich im Hintergrund hält. Und: "Gebärende Frauen sind keine unmündigen Patientinnen", und der Erfolg gibt seinem Team recht. Unter diesem Motto hat das Geburtshaus Nussdorf in seiner 15jährigen Arbeit wichtige Impulse für die Geburtshilfe in Österreich gesetzt. Neben den Preisen und Auszeichnungen hat sich unter dem Einfluss Nussdorfs die Geburtshilfe geradezu dramatisch zum Besseren verändert: niedrigere Scheiden-Dammschnittraten, vor allem mehr Möglichkeiten z.B. bez. Gebärpositionen. Gerade deshalb ist es höchste Zeit, dass die österreichischen Krankenkassen Geburten im Geburtshaus Nussdorf in ihren Leistungskatalog aufnehmen.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Michael Adam,
ärtzlicher Leiter des Geburtshauses
Tel.: 0664/610 83 03

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