Häupl: Religiöse Vielfalt Wiens zum Dialog nützen

Bürgermeister bei Großstadtsymposion der Erzdiözese Wien im Rathaus

Wien, (OTS) Wien sei wie geschaffen dafür, um in dieser Stadt einen grundsätzlichen interreligiösen Dialog zu führen, stellte Bürgermeister Dr. Michael Häupl am Mittwoch Abend in seiner Rede beim Großstadtsymposion der Erzdiözese Wien im Wiener Rathaus fest. "In Wien gibt es 14 christliche Glaubensgemeinschaften, mit dem Islam als zweitstärkster Religion und ein wieder intaktes, wenn auch noch sehr sensibles Judentum. Nützen Sie die religiöse Vielfalt, nützen Sie den vorbildlichen religiösen Frieden dieser Stadt um miteinander in ein grundsätzliches Gespräch zu treten und dadurch einander nahe zu kommen. Die Großstädte, zumindest die der gesamten westlichen Welt, werden es Ihnen danken", appellierte Häupl an die Symposiensteilnehmer, an deren Spitze der Wiener Erzbischof Kardinal Dr. Christoph Schönborn den Erzbischof von Brüssel und Mechelen Kardinal Dr. Godfried Daneels und Kardinal DDr. Franz König begrüßen konnte.

Der Bürgermeister sprach das Thema Multireligiosität - "eine Frage die mir besonders am Herzen liegt" - vor den Hintergrund der Weltlage nach dem Terroranschlag in den USA an. Angesichts der demographischen Zusammensetzung der meisten modernen Großstädte sei immer wieder von Multikulturalität und Inkulturation, von Integration und Assimilation die Rede, aber höchst selten werde die Multireligiosität thematisiert, sagte Häupl. Oft sei das Gegenteil der Fall: Die Verschiedenheit der Religionen werde zum Vorwand für das Auslösen politischer Konflikte genommen. Als ob nicht alle drei abrahamitischen Religionen das selbe fünfte Gebot kennen würden: Du sollst nicht töten.

"Wenn es Ihnen gelingt, durch dieses Symposion und durch Ihre darauf basierenden Aktivitäten zur Erhaltung des Friedens in unseren Großstädten beizutragen, dann haben Sie nicht nur soziale Kälte, Einsamkeit, Fremdenfeindlichkeit, gesellschaftliche Ausgrenzung und Hass bekämpft, sondern indirekt auch den internationalen Terrorismus", erklärte Häupl.****

Der Bürgermeister erinnerte auch an Worte des Wiener Erzbischofs Schönborn anlässlich eines Gedenkgottesdienstes im Stephansdom einen Tag nach dem Terroranschlag, wo Schönborn u.a. zum Gebet für Opfer und Täter aufgerufen hatte. Damit habe der Erzbischof Hass und Rache eine Absage erteilt. "Sie haben eine unsichtbare Hand ausgestreckt, die irgendwann irgendwer ergreifen wird. Ich danke Ihnen", wandte sich Bürgermeister Häupl direkt an den Wiener Erzbischof.

Eine Art von Friedenshand, die jedem der in einer Großstadt wohnt entgegengestreckt werde, sei auch dieses Symposion, meinte Häupl. Gerade Großstädte seien oft voll von Spannungen zwischen Arm und Reich, zwischen Alt und Jung, zwischen Tradition und Fortschritt. Mit kommunalen Maßnahmen und materiellen Zuwendungen allein könnten diese Spannungen nicht abgebaut werden. "Ich bewundere Ihren Mut, existenzieller Not mit Frohbotschaften entgegenzutreten und das in einer Zeit, in der uns das Fernsehen Tag für Tag immer schrecklicher klingende Drohbotschaften ins Haus liefert. Aber wann, wenn nicht jetzt, wären die Menschen empfänglicher für sinnstiftende Nachrichten, denen es seit 2000 Jahren immer wieder gelingt, Verzweifelte aufzurichten und Zweifelnde zu überzeugen", betonte der Bürgermeister beim Großstadtsymposion der Erzdiözese Wien. (Schluss) js/vo

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