ÖAMTC-Umfrage: 72% der Wiener gegen Verengung der Rossauer Lände - BILD (web)

Umfrageergebnisse bestätigen massiven Widerstand gegen Wegnahme einer Fahrspur ab der Friedensbrücke

Wien (OTS) - 72%, also fast drei Viertel aller Wienerinnen und Wiener, lehnen die geplante Wegnahme einer Fahrspur auf der Rossauer Lände ab der Friedensbrücke Richtung stadteinwärts rundweg ab. Das ist das zentrale Ergebnis einer vom ÖAMTC beim unabhängigen Gallup-Institut in Auftrag gegebenen aktuellen Blitzumfrage unter 500 Wienerinnen und Wienern zu der ab morgen geplanten "probeweisen" Verengung der Rossauer Lände.

"Die Absage fällt mehr als eindeutig aus, weil nicht nur die unmittelbar betroffene Gruppe der Wiener Autofahrer mit 74% die Verengung mehrheitlich ablehnt, sondern auch 69% der nicht-autofahrenden Wiener Wohnbevölkerung, also Fußgänger, Radfahrer und die Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel dagegen sind", unterstreicht Karl Obermair, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung das Ergebnis. Keine Zustimmung gibt es auch bei den Bürgern des neunten Bezirkes: 73% der Wohnbevölkerung des Alsergrundes sagen "Nein" zum geplanten Versuch. Tenor: kurzsichtige Verhinderungspolitik aus der Grätzelperspektive darf nicht übergeordnete Verkehrsinteressen gefährden!

Begründet wird die ablehnende Haltung der Wienerinnen und Wiener vor allem mit der Befürchtung, durch die Fahrbahnverengung würde der ohnedies täglich stattfindende Stau noch zusätzlich verschärft werden. So erwarten sich nicht weniger als 77% der befragten Wiener durch die Umwandlung der linken Fahrspur in eine Dauerparkspur zusätzliche Staus, nur 21% schenken der offiziellen Begründung der Wiener Verkehrspolitiker Glauben und sehen in der Umgestaltung eine Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. "Auch wenn die verantwortlichen Politiker im neunten Wiener Gemeindebezirk und im Rathaus diese Verengung noch so oft als Verkehrssicherheitsmaßnahme verkaufen wollen, die Wienerinnen und Wiener lassen sich diesbezüglich kein X für ein U vormachen. Die überwältigende Mehrheit hat längst erkannt, dass mit dieser künstlichen Stau-Schikane, die Autofahrer absichtlich behindert werden sollen", so Obermair.

Wie werden sich die Wiener Autofahrer verhalten, wenn auf der Rossauer Lände eine Fahrspur weniger zur Verfügung steht? Werden die Autofahrer auf den öffentlichen Verkehr umsteigen oder wird sich der Verkehr nur in Nebenstrassen und angrenzende Bezirke verlagern, um dort die Stausituation zu verschlechtern? Auch auf diese Fragen zeigt die öffentliche Meinung ein eindeutiges Bild: 83% der befragten Wienerinnen und Wiener gehen davon aus, dass die Fahrbahnverengung an der Rossauer Lände in erster Linie zu Ausweichverkehr und zur Verstopfung von Nebenstrassen führen wird, nur 15% erwarten sich durch diese Maßnahme eine stärkere Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Obermair: "Die meisten Autofahrer haben in Wahrheit gar keine Alternative zur Fahrt mit dem Pkw. Wenn man z.B. für diese Pendler aus den nördlichen Umlandgemeinden Wiens jetzt auch noch ein künstliches Nadelöhr auf ihrem Weg zur Arbeit schafft, dann verlagert eben ein Bezirk nach dem Floriani-Prinzip den Verkehr in angrenzende Bezirke. Das ist so ziemlich das Gegenteil von einer lösungsorientierten Verkehrspolitik. Man soll nicht die Verkehrsträger gegeneinander ausspielen, sondern intelligent miteinander verknüpfen, z.B. durch Schaffung von ausreichenden Park-and-Ride-Plätzen an den Haupteinfallsstraßen im Umland."

Überhaupt kein Verständnis hat die Wiener Bevölkerung was die verkehrspolitischen Einflussmöglichkeiten einzelner Bezirke oder Bezirksvorsteher auf übergeordneten Straßen betrifft. 72% aller Befragten halten es für falsch, dass Straßen, die für ein ganzes Einzugsgebiet oder die ganze Stadt Bedeutung haben, auf Bezirksebene umgestaltet werden dürfen, nur 23% befürworten diese weitreichenden Kompetenzen auch auf Bezirksebene. Obermair: "Nicht einmal die direkt betroffenen Bürger des neunten Wiener Bezirkes halten es für gerechtfertigt, dass die Rossauer Lände, die immerhin eine Bundesstraße ist, aus einer Art Grätzelmentalität heraus, zurückgebaut werden soll. Nimmt man Bürgerbeteiligung und Mitsprache ernst, bedarf es bei derart weitreichenden Maßnahmen einer übergeordneten Sichtweise, bei der die Interessen von Bezirk, Stadt und Umland berücksichtigt werden."

Angesichts der eindeutigen Ergebnisse dieser aktuellen Befragung hofft der ÖAMTC auf ein rasches Machtwort Bürgermeister Häupls. "Wenn man nicht Verkehrspolitik gegen, sondern für die Bürger machen will, dann muss eine Maßnahme, die von einer derartig breiten Mehrheit aller Bevölkerungsgruppen abgelehnt wird, unverzüglich zurückgenommen und neu überdacht werden. Alles andere bedeutet Stau-Experimente auf Kosten der Bürger", so Obermair.

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