Forstinger: Start der Familien-Verkehrssicherheitskampagne

90 Prozent der Kinder im Auto nicht ausreichend gesichert

Wien (OTS) - "Die Gurtanlegepflicht feiert heuer 25-Jahr-Jubiläum. Dennoch verwendet nur jeder Zweite den Gurt und 90 Prozent der Kinder sind im Auto nicht oder zumindest nicht ausreichend gesichert", so Verkehrsministerin Monika Forstinger heute, Mittwoch, bei der Pressekonferenz zum Start der Familien- Verkehrssicherheitskampagne in Wien. Dieses erschreckende Ergebnis veranlasste Forstinger am heutigen Familien-Verkehrssicherheitstag den Auftakt für eine neue Gurtenkampagne im Fernsehen, den Printmedien und im Internet zu starten.

Im Rahmen der Kampagne, die bis Jänner läuft, wird auf den erhobenen Zeigefinger verzichtet; statt dessen wird gezeigt, wie umarmende Hände - als Symbol für den Gurt - Geborgenheit und Sicherheit vermitteln.

Monika Forstinger ortet derzeit ein Wellental beim Angurten: Nach Einführung der Anlegepflicht von Sicherheitsgurten im Auto griff knapp die Hälfte der Autoinsassen zur Rückhaltevorrichtung. Erst durch Strafandrohung ab 1984 konnte die Gurteanlegequote auf 80% gehoben werden. "Das Ergebnis war damals eine deutliche Senkung der Anzahl der Verkehrstoten", resümiert Forstinger.

Inzwischen ist die Anschnallquote wieder dramatisch gesunken. Die aktuellsten Zahlen einer Erhebung des ARBÖ ergeben, dass nur jeder zweite Autoinsasse angeschnallt ist. Dies gilt sowohl für den Fahrer als auch für den Beifahrer und die Mitfahrer auf den rückwärtigen Sitzen. Die Ergebnisse, die eine ÖAMTC-Studie zum Thema Kindersicherheit liefert, sind alarmierend: über 90% aller österreichischen Volksschulkinder sind im Auto nicht oder nicht ausreichend gesichert. Die beiden Studien sind für Verkehrsministerin Forstinger erschreckend: "Obwohl die positiven Auswirkungen des Angurtens eindeutig erwiesen sind, wird das Risiko offenbar von vielen Autofahrern verdrängt". Ihrer Meinung nach reicht es nicht aus, dass der Staat für sichere Straßen sorgt und die Autoindustrie immer ausgefeiltere Sicherheitssysteme entwickelt:
"Verkehrssicherheit liegt in der Hand jedes einzelnen. Das soll die Verkehrssicherheitskampagne deutlich machen", betont Forstinger.

Die Unfallstatistiken sprechen hier eine klare Sprache. Im 1. Halbjahr 2001 verunglückten 1.821 Kinder auf Österreichs Straßen. 40% dieser Kinder verunglückten im Auto - also dort, wo Straßenverkehr für ein Kind eigentlich am sichersten sein sollte. Dabei war jedes 7. Kind zum Zeitpunkt des Unfalls ungesichert. Von den 10 tödlich verletzten Kindern waren 8 PKW-Mitfahrer. "Bedenkt man die hinter all diesen Zahlen und Statistiken stehenden Schicksale, vergegenwärtigt man sich den Schmerz der Familien, die bei solchen Unfällen zurückbleiben, so kann eine Regierung gar nicht genug informieren und aufklären", so Forstinger überzeugt.

Durch die Kampagne zieht sich die Symbolik der Umarmung wie ein roter Faden: Mit positiven Emotionen soll den Menschen die Abneigung vor dem Sicherheitsgurt genommen werden. Er soll nicht als etwas Negatives, Einengendes begriffen werden. Vielmehr lautet die Botschaft: Das Anlegen des Sicherheitsgurtes ist wie eine Umarmung. Sie gibt Sicherheit und Geborgenheit. Hände, die umarmen schützen -so wie ein Gurt. Hat's geklickt?

Die Informationskampagne schließt eine sehr breite Zielgruppe ein und wird über Fernsehen, Kino, Tageszeitungen und das Internet transportiert: Unter www.sind-sie-sicher.at kann ab sofort alles zum Thema Anschnallen und Kindersicherheit im Auto abgerufen werden.

Nicht zuletzt stellen sich auch die beiden Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC in den Dienst der guten Sache. "Nur ihrer Mitarbeit ist es zu danken, dass im Rahmen des Familien-Verkehrssicherheitstages ein buntes Programm gezeigt werden kann. Die Wirkung von Sicherheitsgurten wird erstmals in der Öffentlichkeit am vorgestellten Aufprallsimulator des ARBÖ und am Bremssimulator des ÖAMTC gefahrlos getestet. Für die Eltern gibt es eingehende fachliche Beratung, welcher Kindersitz für ihr Kind und ihr Auto geeignet ist", so Forstinger abschließend. Erstinformationen dazu kann man sich auch unter www.autokindersitz.at holen. (schluß bxf)

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Monika Närr
Pressesprecherin
BM für Verkehr, Innovation und Technologie
Tel.: 01/711 62/8400

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVM/OTS