Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Keine Lust auf Widerspruch

Ausgabe vom 17. Okt. 2001

Klagenfurt (OTS) - Lust auf Morgen: Der Titel der Beamten-Gewerkschaftstagung - ein Treffer ins Blaue. Der FPÖ-Obfrau Riess-Passer kam jegliche Lust auf die Tagung abhanden. Sie pfiff auf die Beamten, zeigte sich pikiert und mit Hilfe ihres wortreichen Klubobmannes Westenthaler empört. Dieser griff seinerseits lustvoll in den Charaktertopf, streute Benimmregeln und dozierte über Anstand. Der Grund für die lustlose Vizekanzlerin: ÖAAB-Obmann Fasslabend "beherrsche nicht einmal die Mindestregeln des Anstandes". In der Tat hatte sich dieser erdreist, zu sagen, Riess-Passer hätte bis dato "Verständnis und Kooperation vermissen lassen". Konsequenz: Die moralisierende FPÖ-Riege ließ geschlossen die Gewerkschaft sitzen. Nun gut. Man denkt sich seinen Teil. Und lacht. Und fragt sich irgendwann: Was wäre, wenn das Schule macht? Sehr schnell wird die Frage bereut. Schamvoll zurückgezogen. Zumal es befremdet, an leere Verhandlungstische und Null-Kommunikation zu denken. Eine Demokratie, die ein falsches Naserümpfen zu Fall bringt, wäre eine gar zu grausliche Vorstellung - und einmalig in der Geschichte.
Erinnern wir uns stattdessen an den letzten Beamten-Gewerkschaftstag vor vier Jahren. In einer aufgeheizten Atmosphäre roch es von Anbeginn nach Skandal. Der auch prompt folgte. Die damalige Regierungsspitze erwartete "dank" geplanter Pensionsreform ein Pfeifkonzert. Buhrufe. Schmährufe. Und mitten drin - Klima und Schüssel. Haltung bewahrend. Staatsmännisch. Bereit zur Diskussion...

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