DER STANDARD-Bericht: "Die schwarze Liste der gelben Post: Filialnetz wird bis 2004 von 2300 auf 1650 ausgedünnt"

Erscheinungstag 17.10.2201

Wien (OTS) - Mit 712 Postämtern, die geschlossen werden sollten, ging die Post im Sommer in die erste Verhandlungsrunde. Nach einer dem Standard vorliegenden schwarzen Liste sind es jetzt "nur mehr" 666 Postämter, die dichtgemacht werden sollen. Laut internen Quellen ist diese Liste die Basis für die so genannten Regionalkonferenzen, in denen Postler und Bürgermeister um jene Standorte feilschen. In der Belegschaftsvertretung hofft man, dass diese für schließungswürdig befundenen 666 Post-Outlets um weitere 20 schrumpfen werden. Fazit: Das Filialnetz der Post wird von rund 2300 auf etwa 1650 ausgedünnt.

Die Pläne im Detail: In Niederösterreich und Burgenland sollen 249 Ämter dem Sparstift zum Opfer fallen, davon 42 im Burgenland. In der Steiermark ist mit der Auflassung von 127 unrentablen Postämtern zu rechnen, in Oberösterreich könnte es 160 Postämter erwischen.

In Nordtirol, Osttirol und Vorarlberg müssen der Post-Liste zufolge 58 Ortschaften darauf hoffen, dass zumindest der eine oder andere Greißler zum Postpartner wird und in seinem Geschäft einen Postschalter eröffnet. Geschieht dies nicht, verschwindet der Postfuchs spätestens 2003. In Salzburg sollen 22 Postfilialen ihre Schalter schließen.

Kärnten ist, wie mehrfach berichtet, ein Sonderfall: Dort sollen dem Sparstift des Postmanagements 56 Postämter zum Opfer fallen - obwohl Landeshauptmann Jörg Haider beinahe täglich betont, dass ohne seine Zustimmung nicht ein einziges Postamt zugesperrt werden darf.

Laut einem Vertrag zwischen Post AG und Kärnten darf bis 2004 das letzte Postamt einer Gemeinde nur dann geschlossen werden, wenn die Gemeinde zustimmt und das Einvernehmen mit dem Land Kärnten hergestellt wurde, betonten Haider und die Kärntner Bürgermeister am Dienstag. Werde dies nicht eingehalten, würde die Postuniversalverordnung von Infrastrukturministerin Monika Forstinger (FP) nicht unterschrieben werden, betonte Haider.

Daraus dürfe man, heißt es in der Post, allerdings nicht schließen, dass bis 1. Jänner 2004 tatsächlich alle Kärntner Postämter offen bleiben. Denn auf Grund von Gemeindezusammenlegungen hätten manche Gemeinden derzeit mehr als ein Postamt. Und das sei in Zukunft betriebswirtschaftlich einfach nicht mehr vertretbar.

Liste der Postämter unter http://derStandard.at/Investor

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