HOMED-Homosexuelle im Gesundheitswesen tagen in Maria Taferl

Erstes Treffen von homosexuellen Ärzten, Psychotherapeuten und Diplompflegern im niederösterreichischen Maria Taferl vom 12.-14.10.2001.

Wien (OTS) - Bis zur Gründung des Vereins HOMED - Homosexuelle im Gesundheitswesen vor mehr als einem Jahr gab es weder eine Anlaufstelle für homosexuelle Ärzte, Pfleger, Psychotherapeuten, noch für homosexuelle Patienten, wo sich diese über Probleme, die aufgrund der gleichgeschlechtlichen Lebensweise im Gesundheitswesen entstehen, austauschen konnten. Seit Juni 2000 kämpft HOMED für die Rechte von gleichgeschlechtlich lebenden Personen im Gesundheitswesen.

Statistisch gesehen sind 5-10 % der Ärzte, Diplompfleger und Psychotherapeuten schwul. Trotzdem treten diese Gesundheitsspezialisten kaum in Erscheinung. Die Erklärung dafür ist simpel: Schwulsein bringt immer noch Nachteile - auch im Gesundheitswesen. Ärzte, Diplompfleger und Psychotherapeuten fürchten um ihre Karriere und ihren sozialen Frieden, wenn sie sich offen zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen.

Die Idee einer Lobby für schwule Ärzte ist in Österreich noch Neuland. HOMED ist die bislang einzige Anlaufstelle für Homosexuelle im Gesundheitswesen.

Aber auch für homosexuelle Patienten setzt sich HOMED ein. Die Weitergabe von Adressen von niedergelassenen homosexuellen oder dem Thema offen gegenüberstehenden Medizinern und Psychotherapeuten ist eine der Aufgaben, die sich HOMED gestellt hat.

Anlässlich ihres ersten bundesweiten Treffens fordern die Fachleute von HOMED, endlich die Diskriminierung von Schwulen zu beenden.

Schwulsein darf im 21. Jahrhundert kein Grund für Benachteiligung und Behinderung in der Berufskarriere mehr sein. Besonders wurden aber die verschiedensten psychischen und somatischen Störungen, die die immer noch homophobe Umwelt bei Homosexellen verursachen, unterstrichen. So haben etwa schwule Jugendliche eine bis zu 3 mal höhere Selbstmordrate als gleichaltrige Heterosexuelle. Schwule Männer sind durch die gesellschaftliche Diskriminierung gezwungen, wesentlich häufiger einen Psychotherapeuten aufzusuchen als Heterosexuelle. Diese Diskriminierung erfolgt in Österreich nicht nur im Privaten, sondern auch durch diskriminierende Gesetzte.

Daher fordert HOMED im Rahmen dieser Tagung neuerlich die unverzügliche Abschaffung des menschenrechtswidrigen § 209 StGB. Die Fachleute von HOMED fordern weiters, schwulen Patienten endlich die Beachtung im Gesundheitswesen zukommen zu lassen, die ihnen gebührt. Erkrankungen, die bei gleichgeschlechtlich lebenden Menschen häufiger vorkommen, werden in der Forschung, Diagnostik und Therapie immer noch viel zu wenig beachtet.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Horst Schalk, HOMED-Obmann
Horst.schalk@chello.at
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