Bauer: Stärkung der Klein- und Mittelbetriebe ist Herausforderung für Österreich und Europa

Probleme für KMU durch BASEL II

Wien (SK) Als Auftakt der Herbstaktivitäten des Zukunftsforum Österreichs findet am 18. Oktober 2001 die Podiumsdiskussion "Die Bedeutung der Klein- und Mittelbetriebe für Europa und den regionalen Arbeitsmarkt", die gemeinsam mit dem "Freien Wirtschaftsverband Österreich" veranstaltet wird, statt. Die Situation der Klein- und Mittelbetriebe - auch vor dem Hintergrund der künftigen Bewertungskriterien nach den Richtlinien von Basel II - ist ein Schwerpunkt des Zukunftsforums. SPÖ-Abgeordneter Hannes Bauer, Chef des Zukunftsforum Österreich, spricht sich für die Förderungen der Klein- und Mittelbetriebe aus, um diese in Europa und für den regionalen Arbeitsmarkt zu erhalten. Er weist darauf hin, dass hiezu die Regeln des freien Wettbewerbs zugunsten der Regeln des fairen Wettbewerbs verändert werden müssen. Probleme sieht er durch die neuen Regulierungsbestimmungen für Banken (BASEL II). ****

Ein wesentliches Instrument zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs ist nach Ansicht Bauers die Regulierung der Finanzmärkte. Die derzeit vorliegenden neuen Regulierungsbestimmungen für Banken (BASEL II), die in den nächsten Jahren eingeführt werden sollen, werden jedenfalls massive Probleme in der Bewertung der Klein- und Mittelbetriebe und damit höhere Finanzierungskosten bringen.

In Deutschland rechnet man mit potentiellen Auswirkungen von Basel II von rund 25 Prozent höheren Kreditkosten.
Die Gründe dafür sind:

  • Klein- und Mittelbetriebe weisen häufig eine niedrige Eigenmittelquote auf und finanzieren sich überwiegend mit Fremdkapital.
  • Für die Bewertung des individuellen Risikos durch eine Rating-Agentur entstehen zusätzliche Kosten, die weitergegeben werden.
  • Eine zusätzliche Verteuerung könnte aus der Zurechnung des operationellen Risikos der Banken entstehen.

Dadurch entstehen Wettbewerbsnachteile für Klein- und Mittelbetriebe, die immerhin über 99 Prozent aller Unternehmen darstellen. Dies erfordert eine intensive Vorbereitung der Klein-und Mittelbetriebe auf diese neuen Gegebenheiten.

"Wir müssen uns der Argumentationskraft der Finanzmärkte widersetzen, da sonst die kurzfristigen Kapitalmarktinteressen im Vordergrund stehen und die gnadenlose Logik der Börsen zum allgemeingültigen Motiv des Handelns wird. Naturgesetzen gleich wird zu Gunsten großer Konzerne und Kapitalrenditen argumentiert. Für Klein- und Mittelbetriebe wird es zunehmend enger", prophezeit Bauer.

"Im Hinblick auf die Bedeutung der Klein- und Mittelbetriebe in Europa - sie stellen zwei Drittel aller Arbeitsplätze (in Österreich fast 70 Prozent), zeigen eine hohe Innovationskraft und erbringen eine beachtliche Wertschöpfung - müssen daher die regionalen, nationalen und gemeinschaftlichen Förderungen weiter ausgebaut werden", schloss Bauer. (Schluss) ah/mp

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