Maresch: Wo ist die erfolgreiche Wiener Abfallwirtschaft?

Grüne: "Wien setzt weiterhin auf Müllverbrennung statt Müllvermeidung"

Wien (Grüne) - Beim gestern und heute stattfindenden Internationalen Kongress "Erfolgreiche Abfallwirtschaft" wird die Abfallwirtschaft 8 europäischer Städte (Berlin, Budapest, Kopenhagen, München, Paris, Stockholm, Wien und Zürich)verglichen. Erfolgreiche Abfallwirtschaft gibt es in einigen Städten, leider nicht in Wien. Wie gestern von Prof. Vogel von der WU-Wien präsentiert wurde liegt Wien im Spitzenfeld der Abfallmengen pro Einwohner und wird nur von Paris
übertroffen. So beträgt etwa die Müllmenge in Berlin 480 kg/EW.a, in München 400 kg/EW.a aber in Wien 500 kg/EW.a.

Für die Zukunft wird, trotz geplanter Vermeidungsmaßnahmen, weiterhin von pessimistischen Annahmen der Abfallentwicklung ausgegangen, bis zu 19 Prozent (!) soll die Müllmenge in diesem Zeitraum
steigen. In diesem Sinne ist die Strategische Umweltprüfung des Wiener Abfallwirtschaftsplanes (SUP) auch nicht erfolgreich gewesen. Gemeinderat und Umweltsprecher der Wiener Grünen Rüdiger Maresch:
"Für mich kann bei diesen Ergebnissen nicht von Erfolg gesprochen werden, wenn eine neue Mega-Müllverbrennungsanlage um Milliardenbeträge gebaut werden soll und als Rechtfertigung und Alibi dafür nur 70 Millionen ATS pro Jahr für die Müllvermeidung ausgegeben werden sollen".

Maresch: "Das Bekenntnis zur Müllvermeidung, das heute von der Umweltstadträtin DI. Isabella Kossina abgegeben wurde, ist leider ohne Relevanz." Zum Beispiel Berlin: Aufgrund der Müllentwicklung war dort vor einigen Jahren der Bau von zwei neuen Müllverbrennungsanlagen geplant. Durch die konsequente Umsetzung von Vermeidungsmaßnahmen und der stoffstromspezifischen Behandlung der Abfälle konnte auf die Errichtung einer weiteren thermischen Abfallbehandlungsanlage im Land Berlin gänzlich verzichtet werden, wobei die Entsorgung über das Jahr 2010 hinaus gesichert ist. Ähnlich positive Erfahrungen, gibt es aus anderen Städten, z.B. Hannover.

Zu dem Argument, dass in Wien eine Müllverbrennungsanlage unbedingt nötig sei, weil die Müllmengen so stark steigen, entgegnet Maresch:
"Die
Müllmengenabschätzung im SUP erfolgte leider nur halbherzig. Die Entwicklung wurde prognostiziert auf der Müllmengenentwicklung von 1969 (!) bis 2000. Detaillierte Analysen und Prognosen wurden nicht gemacht. Und auch die Festlegung der Müllvermeidungsmaßnahmen erfolgte unter großem Zeitdruck, besonders innovative Maßnahmen sind nicht zu finden."

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