Agrarexporte in EU-Staaten nehmen heuer weiter zu

Weniger Lebendtiere, mehr Fleisch exportiert

Köln, 16. Oktober 2001 (AIZ). - Nachdem das Volumen des österreichischen Agraraußenhandels seit EU-Beitritt kontinuierlich angewachsen ist, zeichnet sich in diesem Jahr bei den Exporten erstmals wieder ein kleines Minus ab: Der Wert der Exporte an Agrarprodukten und Lebensmitteln dürfte laut Hochrechnungen der Agrarmarkt Austria in diesem Jahr um 1,6 % auf ATS 46,2 Mrd. sinken, gleichzeitig zeichnet sich eine Steigerung der Importe um 1,6 % auf ATS 62,24 Mrd. ab. Die rückläufigen Exporte werden insbesondere auf die Lieferprobleme infolge der BSE- und MKS-Krise in Europa zurückgeführt. Weiterhin positiv hat sich heuer der agrarische Außenhandel mit den EU-Staaten entwickelt: Die Exporte werden laut AMA um 7 % auf ATS 36,9 Mrd. zulegen, während sich bei den Einfuhren nur ein Zuwachs um 1 % auf ATS 47,9 Mrd. abzeichnet. Ein ähnlicher Exporttrend zeigt sich beim Agrarhandel mit dem wichtigsten Handelspartner Deutschland. In das Nachbarland werden heuer voraussichtlich Waren im Wert von ATS 18,2 Mrd. geliefert (+8 %), die Einfuhren sollen demgegenüber um 4 % auf ATS 24 Mrd. schrumpfen. Diese Zahlen gab die AMA Marketing auf der Internationalen Lebensmittelfachmesse ANUGA in Köln bekannt. ****

Wie zu erwarten war, haben sich die BSE-Krise und die Handelsbeschränkungen infolge der MKS-Problematik auch auf den österreichischen Agrarhandel mit der Bundesrepublik ausgewirkt: Die Lebendrinderexporte dürften sich im Gesamtjahr 2001 um knapp zwei Drittel auf ATS 96 Mio. verringern. Auch die Rinderimporte werden den Hochrechnungen zufolge auf ATS 280 Mio. (-25 %) sinken. Dem gegenüber zeichnet sich eine starke Ausweitung der Rindfleischexporte um über 80 % auf ATS 344 Mio. ab, während die Einfuhren aus dem von der BSE-Krise gezeichneten Deutschland um fast 70 % auf einen Wert von ATS 118 Mio. sinken dürften.

Parallel dazu hat sich die Situation auf dem Schweinemarkt entwickelt: Die Ausfuhren an Lebendschweinen nach Deutschland sollen heuer mit rund ATS 14 Mio. in etwa auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres bleiben. Bei den Einfuhren wird mit einem Rückgang um rund 20 % auf ATS 386 Mio. gerechnet. Gleichzeitig lassen die AMA-Prognosen einen Anstieg der Schweinefleisch-Exporte um über 60 % auf ATS 625 Mio. erwarten, wogegen die Importe mit ATS 1,5 Mrd. stabil bleiben dürften.

Steigende Käseexporte

Der kontinuierliche Anstieg der Exporte an Milch und Milchprodukten nach Deutschland wird sich in diesem Jahr weiter fortsetzen, so die AMA. Den Hochrechnungen zufolge kann von einem Zuwachs um mehr als ein Drittel auf ATS 3,7 Mrd. ausgegangen werden, wobei der Anteil von Rohmilch hier bei etwa 40 % liegen dürfte. Die Importe von Milchprodukten aus Deutschland dürften hingegen geringfügig auf ATS 2,6 Mrd. sinken. Speziell bei den Käseexporten in die Bundesrepublik Deutschland geht man für heuer von einem Zuwachs um ein Drittel auf rund ATS 1,3 Mrd. aus. Die Importe dürften um lediglich 1 % auf ATS 1,59 Mrd. zulegen.

Positiver Agraraußenhandel mit Italien

Mit Italien, dem zweitwichtigsten Absatzmarkt für österreichische Agrarprodukte und Lebensmittel, zeichnet sich für das Jahr 2001 ein positiver Saldo ab: Die österreichischen Exporte dürften um 4 % auf einen Wert von ATS 10 Mrd. zunehmen. Bei den Importen geht man von einem Anstieg um über 10 % auf ATS 7,8 Mrd. aus.
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