ASBÖ-Todter: Finanzielle Situation des NÖ Rettungswesens immer prekärer

Rettungsorganisationen benötigen Unterstützung der Politik und des Landes

St. Pölten, - Der ASBÖ NÖ betrieb im Jahr 2000 28 Dienststellen, davon 26 mit Rettungs- und Krankentransportdienst. Es standen 152 Fahrzeuge zur Verfügung, dazu 10 Katastrophenanhänger. Die Fahrzeuge verteilten sich auf 39 Behelfskrankentransportwagen (BKTW), 33 Krankentransportwagen (KTW), 54 Rettungstransportwagen (RTW), 2 Notarztwagen (NAW) und 24 Sonderfahrzeuge. Im Jahre 2000 wurden 127.091 Transporte durchgeführt, davon etwa 14 % Rettungstransporte (Akuteinsätze). 4,578.254 km wurden dabei zurückgelegt. An freiwilligen ehrenamtlichen Schwestern und Sanitätern standen 1.377 Personen bereit, dazu kommen 92 hauptamtliche Mitarbeiter und 202 Zivildienstleistende. 5.041 Personen leisten ihre Beiträge als unterstützende Mitglieder.****

"Von den Freiwilligen wurden 1,516.506 Dienststunden geleistet, was eine Zunahme um + 11,64 % gegenüber 1999 war. Das bedeutet, dass jeder Mitarbeiter mehr leisten musste als im Vorjahr. Der ASBÖ NÖ erbringt mit seinen 1,516.506 Dienststunden eine beträchtliche Leistung für die Allgemeinheit. Rechnet man die Stunde nur mit einem Honorar von S 270,--, so ergibt sich eine Summe von ATS 409,5 Millionen. Eine Summe, die die Gemeinden aufbringen müssten, wollten sie einen gleichwertigen Dienst führen. Diesen Leistungen steht eine bedenkliche finanzielle Situation gegenüber. Von 26 Dienststellen schlossen 2000 nur 15 mit einem positiven bzw. ausgeglichenen Ergebnis ab. Das heißt, 11 Gruppen mussten mehr ausgeben, als sie aus dem Rettungs- und Krankentransportdienst einnehmen konnten. Sie mussten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, Reserven angreifen oder schlicht und einfach Schulden machen", richtet der Präsident des ASBÖ-NÖ, Hofrat Prof. Dr. Franz Todter, einen dringlichen Appell an die NÖ Landespolitik, dieser prekären Situation Abhilfe zu schaffen.

Woher kommen die roten Zahlen? Die Gruppen haben Einnahmen aus den Transportkostenersätzen und dem Rettungsschilling der Gemeinden. Dazu kommen Spenden, Ergebnisse der Haussammlungen, Feste und Subventionen. Diese zweite Gruppe von Einnahmen ist variabel, höchst ungewiss und mit einem beträchtlichen zusätzlichen Arbeitsaufwand der Freiwilligen verbunden. Die Transporttarife wurden 1996 eingefroren und seither jährlich nur um 1,95 % erhöht. Da mehr Transporte (bis zu +30 %) getätigt wurden als bezahlt, entstand in diesen vier Jahren ein Nettoverlust von 6 Mio. Schilling. Einnahmen stehen laufend steigenden Treibstoffpreisen gegenüber, steigenden Versicherungsprämien, gesetzlichen Auflagen hinsichtlich Ausbildung und Ausrüstung der Fahrzeuge, Mindestanforderungen bei der Ausbildung und einem jährlich steigenden Bedarf für die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Sanitäter und Schwestern. "Die Novelle zum Zivildienstgesetz hat weitere Kostenbelastungen für die Rettungsorganisationen erbracht", beklagt Todter.

Aus der Sicht des ASBÖ, und hier liegt Einhelligkeit der Auffassung mit dem Roten Kreuz vor, müssen die Transporttarife der tatsächlichen Leistung angepasst, eine jährliche Valorisierung entsprechend dem Verbraucherpreisindex vorgenommen und der ungedeckte Aufwand der Rettungsorganisationen von Gemeinden bzw. vom Land NÖ abgedeckt werden. Die Transporttarife bedürfen dringendst einer sachlich fundierten Regelung. Die Angebote der Rettungsorganisationen wurden bisher von der Sozialversicherung abgelehnt. Hier droht sogar ein vertragsloser Zustand ab 01.01.2002. Dann müssten alle Patienten ihre Transporte zunächst selbst bezahlen und die Rechnung zum Rückersatz einreichen.

"Ist eine Besserung der finanziellen Situation nicht möglich, so werden die Rettungsorganisationen allmählich ausgehungert. Das würde eine wesentliche Verschlechterung des bisher vorbildlichen Rettungssystems in unserem Lande bedeuten und eine schlechtere Versorgung der Bevölkerung zur Folge haben. Der ASBÖ will keine Panik erzeugen oder böse Gespenster an die Wand malen, aber er hält es für seine Pflicht, auf die gegenwärtige Entwicklung und die sich möglicherweise daraus ergebenden Konsequenzen rechtzeitig hinzuweisen", so der ASBÖ-NÖ-Präsident Prof. Dr. Franz Todter abschließend.
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