In großen Teilen Niederösterreichs wieder Tollwutbekämpfung

163.000 Köder werden von einem Flugzeug abgeworfen

St.Pölten (NLK) - In Niederösterreich werden vom 23. Oktober bis 13. November rund 163.200 Impfköder aus einem Flugzeug in den östlichen und nordöstlichen Randgebieten des Bundeslandes abgeworfen, um die Füchse gegen Tollwut oral zu immunisieren, teilte dieser Tage die Abteilung Veterinärangelegenheiten beim Amt der NÖ Landsregierung mit. Das Flugzeug steigt jeweils von Wiener Neustadt auf. Die Kosten für den Abwurf der Köder zahlt das Land Niederösterreich. Die Auslagen für die Köder selbst werden vom Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen getragen.

Die Tollwut ist eine gefährliche, durch Viren verursachte Erkrankung, welche die meisten Tiere und sogar Menschen befallen kann. In Österreich herrschte lange Zeit die sogenannte Waldform dieser Seuche, die vor allem Füchse, Dachse und Marder befallen kann. Aber auch Weidetiere, Rehe und Rotwild werden befallen. In Zusammenarbeit mit der EU, dem Bund und dem Land Niederösterreich wurde ein Impfprogramm ausgearbeitet, das die Krankheitsfälle im größten Bundesland deutlich senkte.

Das Ergebnis: 1994 bis 1998 wurden keine befallenen Tiere gemeldet. 1999 ergaben die Tests der Bundesanstalt für veterinärmedizinische Untersuchungen in Mödling bei drei Wildtieren, die wahrscheinlich aus Tschechien eingewandert sind, positive Befunde. 2000 wurde in Niederösterreich wiederum kein Tollwutfall gemeldet. Da aber in unseren Nachbarländern Tschechien, Slowakei und Ungarn noch immer häufig Tollwutfälle auftreten und im Vorjahr im Burgenland zwei Proben positiv gemeldet waren, ist es notwendig, noch einige Jahre hindurch Impfungen durchzuführen.

Die Köder bestehen aus einer Kapsel, die den Impfstoff enthält. Darüber hüllt eine Masse aus braunem Fett den Impfstoff ein. Die scheibenförmigen 14 Millimeter hohen und 18 Gramm schweren Köder haben einen leicht fischhaltigen Geruch, der Durchmesser beträgt 4 Zentimeter.

Die Firma Flyservice, ein kleines niederösterreichisches Flugunternehmen, führt den Abwurf durch, der automationsunterstützt ist, also den Ort des Abwurfes jedes einzelnen Köders dokumentiert. Die erfahrenen Piloten haben den Auftrag, die Köder nicht direkt auf Häuser, Straßen und Plätze abzuwerfen. Allerdings müssen auch Ortsgebiete beflogen werden, da Füchse ebenso im besiedelten Gebiet herumstreifen. Dadurch können Köder auch in bewohnte Gebiete fallen. Dies ist grundsätzlich nicht gefährlich, da die Köder nur ein geringes Gewicht ausweisen und daher keine Beschädigungen verursachen. Sie sind auch nicht giftig, da sie die Füchse nicht töten, sondern gegen Tollwut immunisieren, also impfen sollen. Die Gefahr, dass Kinder die Köder anbeißen, ist gering, da sie für die Menschen eher unangenehm riechen. Sollte dennoch der Fall eintreten, dass die innere Kapsel des Köders platzt und dessen Inhalt auf die Haut, auf die Schleimhäute oder in Wunden gerät, wird empfohlen, einen Arzt oder ein Krankenhaus auszusuchen. Diese Stellen wurden über die erforderliche Vorgangsweise informiert. Die Impfaktion ist die einzige Möglichkeit, Niederösterreich künftig frei von der Tollwut zu halten.

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