Papierindustrie: Unmoralisches Angebot der Arbeitgeber

Wien (GDCH/ÖGB). Die zweite Verhandlungsrunde für die Arbeitnehmer der Papierindustrie bezüglich eines Lohnabschlusses für das Jahr 2001 endete mit einem absolut unakzeptablen Offert der Arbeitgeber:
Demgemäß sollten die Löhne und Gehälter um maximal 2,2 Prozent angehoben und unter "bestimmten Voraussetzungen" im Juni 2002 um maximal 0,6 Prozent "nachgebessert" werden. Dies unter so gut wie optimalen Ergebnissen der Papierindustrie aus dem Jahre 2000, aber auch aus dem ersten Halbjahr 2001. Dazu der Verhandlungsführer, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Chemiearbeiter (GDCH), Wilhelm Beck:
"Es ist für uns absolut nicht nachvollziehbar, dass aus verhandlungstechnischen Gründen ein Pessimismus hochgespielt wird, der über die am Tisch liegenden ausgezeichneten Betriebsergebnisse nicht hinwegtäuschen kann!"++++

Es ist bemerkenswert, dass aktuelle weltpolitische Ereignisse für die Engstirnigkeit der Arbeitgebervertreter herhalten sollen und dass diese offensichtlich bereits mit einer vorgefassten Meinung in die Verhandlungen gingen: Es dürfe nämlich kein "3er" als Prozentpunkt voranstehen.

In Konsequenz der unkooperativen bis unsozialen Einstellung der Arbeitgebervertreter werden in namhaften Papierbetrieben entsprechende Reaktionen erwartet, unter anderem Betriebsversammlungen, Reduzierung der Überstunden, kein "Zwangsverbrauch" von Urlaub bei Werkstillständen, u.a.m.

Auch für die nächste Verhandlungsrunde am 24. Oktober wurde von Arbeitgeberseite keinerlei Bereitschaft zu konstruktiven Gesprächen signalisiert. Bereits im Hinblick darauf meint Wilhelm Beck: "Es ist für uns unerlässlich, dass die Arbeitnehmer ihren gerechten Anteil an den von ihnen erwirtschafteten hervorragenden Betriebsergebnissen erhalten. Darüber hinaus sollte eine entsprechende Kaufkraftsteigerung positiven Einfluss auf das Wirtschaftswachstum ausüben, der deutliche Produktivitätsfortschritt der Unternehmen bietet dafür genügend Spielraum!"

Für den 25. Oktober wurde bereits jetzt eine österreichweite Betriebsrätekonferenz aus dem Bereich der Papierindustrie einberufen.

ÖGB, 16. Oktober 2001
Nr. 850

Rückfragen & Kontakt:

Walter Zwierschütz
Tel. (01) 597 15 01-57 oder 0664/2231487

Chemiegewerkschaft

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB