Schicker: Wien als Wissenszentrum

Wien, (OTS) "Wien ist auf dem besten Weg, DAS Wissenszentrum im südlichen Zentraleuropa zu werden - und kann dieses Wissen weltweit anbieten. Mit dem "Best Practices Hub" im Rahmen eines Großprojektes der UNO liefert die Donaumetropole erneut einen Beweis für seine Kompetenz" sagte der amtsführende Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr am Dienstag anlässlich der Konferenz "Von Programmen zu Partnerschaften" in Wien.

Wie Schicker betonte, leiste die Stadt Wien seit Jahren Aufbauarbeit für europäisches Wissen, sei es durch den Aufbau des Städtenetzwerkes in Beograd, Bratislava, Bucuresti, Budapest, Ljubljana, Praha, Sarajevo Sofia, Warszawa und Zagreb, sei es durch das Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) oder das Europaforum Wien. Im Rahmen europäischer Programme hat Wien durch die INTERREG-Projekte CERNET, EUROMOVE oder PREPARITY, TECNOMAN oder UTN maßgeblich an der Vernetzung EU-grenzübergreifenden Wissens und Wissensanwendung mitgewirkt.****

"Wien wird dieses Wissen im europäischen Integrationsprozess verstärkt anbieten und vernetzen. Ob durch ein mediales Angebot wie das vom ORF mit Unterstützung der Stadt Wien seit Jahren erfolgreich betriebene mehrsprachige und europaweit zu empfangende RADIO 1476 oder durch konkrete Bewerbungen um INTERREG-Sekretariate in Wien. Auch im Rahmen von EUROCITES, dem EU-grenzübergreifenden Städtenetzwerk, wird sich Wien noch im Oktober um einen Sitz im Exekutivkomitee bewerben. Mit dem TINA-Büro verfügt Wien überdies über ein Fachkompetenzzentrum für europäische Verkehrsplanungen", sagte Schicker.

Die Stadt Wien ist seit 1999 Partnerin des "Best Practices and Local Leadership Programmes der UNCHS" (Habitat). Diese UN-Organisation mit Sitz in Nairobi ist für Siedlungs- und Wohnbaufragen zuständig. 1996 wurde als eine der großen Konferenzen zu Ende des Millenniums zu diesen Fragen die Habitat II Konferenz in Istanbul veranstaltet. In der damals ratifizierten Agenda (Habitat-Agenda) stellt das Best Practices Programm eines der wichtigsten Umsetzungsinstrumente dar. Dem neuen Bestreben der UN-Organisationen nach größerer regionaler Dezentralisierung und stärkerer Einbindung von verschiedenen Teilen der Bürgergesellschaft verpflichtet, wird das Best Practices Programm über regionale und thematische Zentren geleitet. Daraus ist ein Netzwerk entstanden, in dem die Stadt Wien die Rolle eines Zentrums für das Südliche Zentraleuropa einnimmt. Außerdem soll das Wiener Zentrum Expertise im Bereich städtischer Umwelttechnologien im internationalen Kontext einbringen und vermitteln.

Das Best Practices Hub - Wien ist eine Kooperation zwischen Magistratsabteilung 18, Magistratsdirektion-Baudirektion Gruppe Planung und dem Wiener Wirtschaftsförderungsfonds. Organisatorisch wird es von der "Zukunfts.Station Wien "betreut.

Inhaltlich entsprechen die Habitat Agenda und ihre Umsetzungsinstrumente den Bestrebungen, die in Europa unter dem Titel Lokale Agenda 21 bekannt geworden sind. Regionale nachhaltige Siedlungsentwicklung mit internationaler Verantwortung könnte hier als grobe Definition stehen. International kann man sagen, dass viele Programme, die in Europa als Lokale Agenda 21 Programme durchgeführt werden, vor allem im lateinamerikanischen, asiatischen und afrikanischen Raum, aber auch in Osteuropa als Habitat Programme geführt werden.

Ein Teil der weltweiten Arbeit des Best Practices Programms ist die Aufarbeitung von bereits durchgeführten und evaluierten Initiativen auf dem Gebiet nachhaltiger Siedlungsentwicklung. Programme, die über den lokalen Kontext hinaus Bedeutung haben und Beispiele darstellen, aus denen andere lokale Verbände etwas lernen und im besten Fall umsetzen können, werden seit 1996 über ein mehrstufiges Jury-Verfahren in einer Datenbank aufgearbeitet. Diese Datenbank umfasst zur Zeit über 1000 verschieden gereihte (good und best) "Practices", die von Schulungs- und Trainingsinstitutionen intensiv genutzt wird. Zur Propagierung des Programms findet alle zwei Jahre eine Preisverleihung, eine Art Oscar - Prämierung der weltweit zehn gelungensten Initiativen, in einer festlichen Zeremonie in Dubai statt. Dubai, das Zentrum für den arabischen Raum, nimmt seine Rolle als Best Practices Partner durch die Ausschreibung und Finanzierung des BEST Practices Award wahr.

Die Stadt Wien als Zentrum für das Südliche Zentraleuropa setzt auf intensive Netzwerkarbeit, um den großen und heterogenen, räumlichen Zusammenhang, den die Reformstaaten darstellen, zu betreuen. Eine Reihe von Instrumentarien: Newsletter, Internetseiten, Mailing-Liste und persönliche Kontakte haben zur Bekanntheit des Wiener Zentrums in den städtischen Gebieten dieser Region beigetragen. Neben der Erfassung von Best Practices aus der Region steht die Vermittlung von Anfragen an potenzielle Partner im Vordergrund der Anfrage. Neben dem direkten Effekt der Vermittlung von Expertise an lösungssuchende Gemeinden, stellt das Best Practices Hub - Wien damit einen internationalen Mosaikstein im Bild der Stadt Wien als Kompetenzzentrum für Umweltinitiativen dar.

Der zweite Bereich: Städtische Umwelttechnologien, der vom Best Practices Hub - Wien, im internationalen Kontext betreut wird, stellt andere Anforderungen. Hier hat sich das Best Practices Hub - Wien auf drei Kernkompetenzen festgelegt, zu denen ExpertInnen der Stadt Wien über großes Know-How verfügen. Die Sanfte Stadterneuerung, als international anerkanntes Programm; Intelligente Mobilität - ein Bereich, in dem die Stadt Wien in vielen Netzwerken aktiv mitwirkt und Angleichung an die EU Umweltstandards in den neuen EU Beitrittsländern. Zum Thema Intelligente Mobilität hat das Best Practices Hub - Wien auf der internationalen Planerkonferenz URBAN 21, voriges Jahr in Berlin ein vielbeachtetes Symposium durchgeführt. Die Ergebnisse sollen in einem weiteren Schritt als EU-Projekt weiterbearbeitet werden.

Die Best Practices der Stadt Wien - 26 sind im internationalen Kontext bereits aufgearbeitet, wurden durch das Best Practices Hub -Wien durch verschiedenen Publikationen weltweit vorgestellt. Daraus haben sich eine Reihe von Kooperationsanfragen ergeben, die teilweise bereits in Vereinbarungen zur Zusammenarbeit umgesetzt werden konnten.

Die Konferenz Von Programmen zu Partnerschaften will anhand von vier Projekten diese Schritte darstellen und Programme zeigen, die in verschiedenen Kooperationen bereits umgesetzt werden. www.bestpractices.at/ (Schluss) lf

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