Viennale 2001 (19. - 31.10.) - Die Berichterstattung auf FM4

Wien (OTS) - Jedes Jahr im Oktober findet in der Wiener Innenstadt das Film-Festival mit urbanem Flair und internationaler Ausrichtung statt, mit zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland und unter Beteiligung von rund 65.000 Besucherinnen und Besuchern. FM4 berichtet auch heuer wieder ausführlich von der Viennale.****

Donnerstag, 18.10.

Update (10.00 - 12.00 Uhr) Viennale Tipps (von Erika Koriska): Zwei Dokumentationen, die einen für die westliche Welt ungewohnten Einblick in andere Länder geben: In Algerien, wo fundamentalistische Terrorakte seit über zehn Jahren an der Tagesordnung stehen, wagt eine Witwe und Mutter von drei Kindern den Schritt in die Arbeitswelt: Mit dem R4 ihres verstorbenen Mannes fährt sie als Taxifahrerin durch Sidi Bel-Abbès und trotzt den Blicken der Leute -"Une Femme Taxi a Sidi Bel-Abbes". In "Apparatchiks et Businessmen" durchreist Stan Neumann die ehemaligen Länder des Sowjetblocks -Rumänien und Moldawien. Viel verändert hat sich nicht - die politische und ökonomische Macht ist in den selben Händen geblieben, die schon in den 60er und 70er Jahren an der Macht waren. In einem Schnellkursus werden die Ex-Apparatschiks zu skrupellosen Businessmen ausgebildet.
 
Update (17.00 - 19.00 Uhr) Viennale: Deutsches Kino und ihre jugendlichen Protagonisten (von Petra Erdmann): Zwei deutsche Filme von zwei deutschen Regisseurinnen, deren Figuren weibliche Jugendliche sind. "In den Tag hinein" von Maria Speth erzählt von der 22jährigen trotzigen Lynn, die sich treiben lässt. "Mein langsames Leben" von Angela Schanelec spielt ebenfalls in Berlin: Zwei Freundinnen in einem Cafe. Valerie ist gerade umgezogen, Sophie wird für sechs Monate nach Rom gehen...

Homebase (19.00 - 22.00 Uhr): Viennale: Restless Souls (von Christian Fuchs): Das Viennale-Special "Restless Souls" zeigt acht neuere japanische Produktionen - intelligente Horrorfilme bzw. bizarre Mystery-Streifen. Z.B. "Ringu" von Regisseur Hideo Nakata ist vom Kultstatus her die asiatische Antwort auf "Blairwitch Project": Das Gerücht geht um, dass Teenager sich ein befremdliches Video reinziehen und danach sterben. Filmemacher Kiyoshi Kurasawa etwa ist mit "Pulse" und "Cure" vertreten. Christian Fuchs über die "Neue Welle" im japanischen Kino und darüber, warum uns die Reihe "Restless Souls" wahrlich das Fürchten lehrt.

Samstag, 20.10.

Morning Show (6.00 - 10.00 Uhr): Viennale: "La Stanza del Figlio/Das Zimmer meines Sohnes" (von Erika Koriska): Am Freitag wurde die Viennale mit Nanni Morettis neuesten Film eröffnet. "La Stanza del Figlio", der heuer in Cannes die Goldenen Palme gewann, erzählt von der Trauer eines Vaters. Erika Koriska wollte wissen, wie der Viennale-Eröffnungsfilm beim Publikum ankam.

Update (17.00 - 19.00 Uhr): Viennale: Tipp "Waking life": Richard Linklater hat "Waking Life" auf Video gedreht und anschließend mit einer speziellen Software von Künstlern "übermalen" lassen - seine Schauspieler werden zu Cartoon-Figuren, die in einer animierten Traumwelt kommunizieren.

Sonntag, 21.10.

Morning Show (6.00 - 10.00 Uhr) Viennale: "Waking Life" (von Erika Koriska): Heute Nacht hatte der Richard Linklaters neuester Film Premiere. Erika Koriska hat sich bei Viennale-Besuchern umgehört, um zu erfahren, wie "Waking Life" beim Publikum angekommen ist.

Im Sumpf (21.00 - 0.00 Uhr) Viennale: Jonas Mekas (von Thomas Edlinger): Der heute 80jährige Pionier des "New American Cinema" Jonas Mekas hat heuer für die Viennale die Trailer gestaltet. Der in Litauen geborene Künstler gilt als unumstrittener Prophet des Avantgarde-Kino. Mit seiner Kamera fing Mekas in den 60ern die Protagonisten einer amerikanischer Gegenkultur ein: Timothy Leary und Beat-Poeten Allen Ginsberg. Mekas filmte Pop-Ikonen wie John Lennon und Andy Warhol. "As I was moving ahead occasionally i saw brief glimpses of beauty", der neueste fünfstündige Film des Begründers des Anthology Film Archive in New York ist auf der Viennale zu sehen. Jonas Mekas zu Gast bei Thomas Edlinger & Fritz Ostermayer im Sumpf.

Montag, 22.10.

Morning Show (6.00 - 10.00 Uhr) Viennale: Kairo/Pulse (von Erika Koriska): Erika Koriska befragte das Viennale-Publikum, wie sehr ihm bei Koyushi Kurasawas japanischen Mysterythriller "Pulse" gegruselt hat. "Pulse" läuft in der Spezial-Reihe der Viennale "Restless souls", die neuere bizarre Horrorfilme aus Japan vorstellt.

Update (10.00 - 12.00 Uhr) Viennale: Yi-Yi (von Erika Koriska):
Regisseur Edward Yang hat das Leben einer taiwanesischen Mittelstandsfamilie eingefangen. Er reflektiert Emotionen und Beziehungen innerhalb eines Verwandtenkreises, in dessen Zentrum der Vater NJ steht.

Connected (14.00 - 17.00 Uhr) Viennale: Der Traum ist aus - Die Erben der Scherben (von Martin Blumenau): "Ton, Steine, Scherben", die deutsche "Agitrock"-Band war Anfang der 80er mit ihrer Musik Sprachrohr für die politische Linke, die Hausbesetzerszene und die Umweltaktivisten. Die Dokumentation von Christoph Schuch geht der Frage nach, wie Popmusik die Welt verändern kann. Neben Ex-"Scherben-Sänger" wie Rio Reiser kommen auch aktuelle Vertreter deutscher Popmusik zu Wort - inklusive Live-Auftritte - von Brita bis Tocotronic und die Sterne. Wir haben Regisseur Christoph Schuch ins FM4-Connected-Studio eingeladen.

Update (17.00 - 19.00 Uhr): Viennale: Ghost World/Waking Life (von Petra Erdmann): Richard Linklater hat "Waking Life" auf Video gedreht und anschließend mit einer speziellen Software von Künstlern "übermalen" lassen - seine Schauspieler werden zu Cartoon-Figuren, die in einer animierten Traumwelt kommunizieren. "Ghost World" von Terry Zwigoff beruht auf dem US-Kultcomic von Daniel Clowes: Zwei Highschoolfreundinnen, gespielt von Thora Birch und Scarlett Johansson, wissen nach dem Schulabschluss nicht so recht, wie es im Leben weitergehen soll.

Homebase (19.00 - 22.00 Uhr): Viennale: Im Kino erwachsen werden (von Pamela Rußmann): Monika Speth, Jessica Hausner, Michiel van Jaarsveld und Tomoyuki Furumaya - alles Regisseur/innen, die in ihren Debütfilmen in das Leben ihrer jugendlichen Protagonisten eintauchen. In Jessica Hausners "Lovely Rita" stößt die 14jährige Rita auf Unverständnis in der kleinbürgerlichen Elternwelt. In "Drift" erzählt der Holländer van Jaarsveld von Bruder und Schwester, die auf sich gestellt sind. Demütigung in der japanischen Schule ist das Thema in "Mabudachi" von T. Furumaya.

Dienstag, 23.10.

Morning Show (6.00 - 10.00 Uhr): Viennale: "Der Traum ist aus - Die Erben der Scherben" (von Boris Jordan): "Ton, Steine, Scherben", die deutsche "Agitrock"-Band war Anfang der 80er mit ihrer Musik Sprachrohr für die politische Linke, die Hausbesetzerszene und die Umweltaktivisten. Boris Jordan war bei der Viennale-Premiere und wollte von den Besuchern wissen, wie gut sie die Doku fanden.

Update (10.00 - 12.00 Uhr): Viennale: Kiss of the dragon (von Erika Koriksa): Der chinesische Martial Arts Superstar Jet Li gerät in Luc Bessons Produktion "Kiss Of The Dragon" zwischen die Fronten von chinesischer und französischer Geheimpolizei. Li spielt den chinesischen Agenten Liu Jiuan, der eines vermeintlichen Mordes beschuldigt wird und sich auf der Flucht befindet. In Paris trifft er auf Jessica (Bridget Fonda), eine Amerikanerin, die zur Prostitution gezwungen wurde und die Li als Zeugin nützlich ist.

Update (17.00 - 19.00 Uhr): Viennale: L´emploi du temps (von Petra Erdmann): Victor ist arbeitslos - seiner Familie aber gaukelt er vor, einen anstrengenden und guten Job nachzugehen. Währendessen verbringt er seine Tage auf Raststätten und in Hotels. Immer mehr verstrickt er sich in ein Lügengebäude. "L´emploi du temps" vom französischen Regisseur Laurent Cantet beruht auf einer wahren Geschichte, die der Autor Emmanuelle Carrère in seinem Roman "Amok" bereits beschrieben hat.

Homebase (19.00 - 22.00 Uhr): Viennale: Dokumentationen (von Pamela Rußmann): Neben den Spezialreihen, die den Dokumentarfilmern Peter Nestler und Johan van der Keuken gewidmet sind, kann die Viennale mit vielen interessanten Dokus aufwarten: In "Black Box BRD" bringt Regisseur Andres Veiel das Schicksal von Bankmanager Herrhausen, der 1989 von deutschen Terroristen der RAF ermordet wurde, und den Lebensweg von RAF-Mitglied Grams zusammen, der 1993 von der Polizei erschossen wurde. In "Missing Allen" versucht Christian Bauer seinen Kollegen und Kameramann aufzuspüren, der während Dreharbeiten am Mississippi spurlos verschwand. In "The sweetest Sound" macht sich US-Filmemacher Alain Berliner auf die Suche nach seinen Namensvettern. Was haben alle Alain Berliners dieser Welt gemeinsam?

Mittwoch, 24.10.

Morning Show (6.00 - 10.00 Uhr): Viennale: The deep end (von Erika Koriska): "The deep end" von Scott McGehee und David Siegel: Tilda Swinton in der Rolle einer Mutter, die den angeblichen Mord ihres Sohnes zu vertuschen versucht. Wie spannend das Viennale-Publikum den Thriller fand, hat Erika Koriska herausgefunden.

Update (10.00 - 12.00 Uhr): Viennale: Blow dry - über kurz oder lang (von Erika Koriksa): Wilde Turmfrisuren, wirbelnde Scheren, wallendes Haar und mittendrin das deutsche Vorzeigemodel Heidi Klum in ihrer ersten Kinorolle. In einer Kleinstadt findet eine Hair-Styling-Meisterschaft statt. Der einstige Champion Phil (Alan Rickman) wäre dafür prädestiniert, doch seitdem ihn seine Frau vor zehn Jahren wegen einer anderen Frau sitzen ließ, versinkt er in Selbstmitleid. Eine Komödie des irischen Regisseur Paddy Breathnach.

Update (17.00 - 19.00 Uhr: Viennale: Camp, Trash, Gender (von Petra Erdmann): Die Viennale zeigt das Sundance-preisgekrönte Glam-Rock-Musical "Hedwig and The angry Inch" von John Cameron Mitchell. Das bessere "Velvet Goldmine" sozusagen: John Cameron Mitchell spielt Hansel, einen Jungen, der in der DDR geboren ist, dann nach Amerika heiratet um dort als der blonde Hedwig eine Rock-Karriere im Underground zu starten. Ein wunderbarer Film über Gender und Pop. "Psycho Beach Party" ist eine Kombination aus Slasher-Surfer- und Popmovie, angesiedelt in den 60ern, wo in einer Surferclique unheimliche Morde passieren. "Tears of the black Tiger" entzückt als buntgestrickter popiger Thai-Western, der das Genre wunderbar sprengt.

Homebase (19.00 - 22.00 Uhr): Viennale: Französisches Kino (von Petra Erdmann): Die Viennale zeigt Francois Ozons ("Sitcom", "Tropfen auf heiße Steine") neuesten Film "Sous le sable" mit Charlotte Rampling:
Ein 50jähriges Ehepaar tritt seinen Urlaub an, der Gatte verschwindet. In "Roberto Succo" zeichnet Cédric Kahn das Leben eines Serienkillers nach, der in den 80ern an der Grenze Italien-Frankreich mordete. "Martha..Martha" fängt das "Geschlossene" einer armen Kleinfamilie ein. Nachdem die Mutter mit grausamen Ereignissen aus der Vergangenheit konfrontiert ist, zerbricht die Familie. "Le pornographe" von Bertrand Bonello hat einen ehemaligen Pornoregisseur zur Hauptfigur. Jean Pierre-Leaud spielt die gescheiterte Existenz, die aus finanziellen Nöten wieder ins Filmbusiness einsteigt.

Donnerstag, 25.10.

Update (10.00 - 12.00 Uhr): Viennale: Angel Eyes (von Erika Koriska):
Während eines Einsatzes rettet ein Unbekannter der Polizistin Sharon Pogue (Jennifer Lopez) das Leben. Die beiden kommen sich näher. Doch Pogue begegnet Catch (Jim Caviezel) mit immer größerem Misstrauen:
Der schräge und schüchterne Mann weigert sich, über sein Leben zu reden. Erst durch Zufall erinnert sich die Polizistin, dass sie vor einem Jahr bei einem großen Unfall einen Schwerverletzten versorgt hat. Ein Drama von Regisseur Luis Mandoki.

Connected (14.00 - 17.00 Uhr): Viennale: Lovely Rita (von Petra Erdmann): Rita ist 14, sie spricht nicht viel und fühlt sich einsam. Sie besucht eine katholische Schule und wohnt im kleinbürgerlichen Elternhaus am Stadtrand. Ihr Versuch, aus der familiären Enge auszubrechen und ihrem Teenagerleben Sinn zu geben, scheitert -eine tragischkomische Milieuschilderung.

Homebase (19.00 - 22.00 Uhr): Viennale: Neo Noir (von Christian Fuchs): Anglosächsisches Kino bedient sich den Versatzstücken des alten "film noir". In "Memento" schickt der 31jährige Brite Christopher Nolan seinen tätowierten Helden mit Kurzzeitgedächtnis auf die Suche nach dem Killer seiner Frau - ein unkonventionelles Verwirrspiel im "Rückwärtsgang". Der neue Coen-Brothers-Film "The man who wasn´t there": Ein kleinbürgerlicher Frisör (Billy Bob Thornton) wird zum Mörder. "The deep end" von Scott McGehee und David Siegel:
Tilda Swinton in der Rolle einer Mutter, die den angeblichen Mord ihres Sohnes zu vertuschen versucht.

Freitag, 26.10.

Morning Show (6.00 - 10.00 Uhr): Viennale: Hedwig and The angry inch (von Erika Koriksa): Das Sundance-preisgekrönte Glam-Rock-Musical "Hedwig and The angry Inch" von John Cameron Mitchell hatte am Donnerstag seine Viennale-Premiere: Erika Koriska hat das Viennale Publikum befragt.

Sonntag, 28.10

Im Sumpf (21.00 - 0.00 Uhr): Viennale: Hartmut Bitomsky: In seinem neuen Film "B-52" zeichnet der deutsche Regisseur und Schriftsteller Hartmut Bitomsky die Geschichte des amerikanischen Bombers "B-52" nach: 1952 wurde der B-52 in Betrieb genommen. Im Vietnam-, Golf- und Kosovokrieg kam er zum Einsatz und ist heute noch Symbol für die Weltmacht USA. Thomas Edlinger und Fritz Ostermayer haben Hartmut Bitomsky ins Studio eingeladen, der auch Bezug auf die Kriegsführung und die aktuellen Terrorattacken gegen die USA nehmen wird.

Montag, 29.10.

Morning Show (6.00 - 10.00 Uhr): Viennale: Memento (von Erika Koriska): In seinem Thriller "Memento" schickt der 31jährige Brite Christopher Nolan seinen tätowierten Helden mit Kurzzeitgedächtnis auf die Suche nach dem Killer seiner Frau: Erika Koriska hat die Stimmung nach der Viennale-Premiere eingefangen.

Dienstag, 30.10.

Homebase (19.00 - 22.00 Uhr): Viennale: Apocalypse Now Redux (von Petra Erdmann): Inspiriert von Joseph Conrads Roman "Heart of Darkness" schuf Francis Ford Coppola 1979 einer der besten Anti-Kriegsfilme aller Zeiten. Albtraum Vietnamkrieg: In den Hauptrollen glänzen Martin Sheen als Captain Willard, der Colonel Kurtz, gespielt von einem mysteriösem Marlon Brando, liquidieren soll. Begleitet wurden die Dreharbeiten von Finanzierungsproblemen, Alkoholexzessen und katastrophalen Bedingungen, die alle Beteiligten an den Rand des Wahnsinns trieben. Francis Coppola hat sein Meisterwerk neu geschnitten und um 40 Minuten verlängert - fabelhafte niemals langatmige 203 Minuten warten nun auf Kinobesucher. "Apocalypse Now Redux" startet am 2. November regulär in ganz Österreich.

Mittwoch, 31.10.

Morning Show (6.00 - 10.00 Uhr): Viennale: Apocalypse Now Redux (von Karl Schmoll): Karl Schmoll war bei gestern bei der Viennale-Vorstellung "Apocalypse Now Redux" und befragte dazu die Kinogeher.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: 01/501 01/16446ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit FM4

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HOA/OTS