Greenpeace und GLOBAL 2000 fordern, Temelin "verhüten"!

Aktion vor Ministerrat: Reaktormodell mit "Riesenkondom". Forderung nach Nicht-Abschluss des Energiekapitels

Wien (OTS) - Anlässlich des heutigen Ministerrats fordern die Umweltorganisationen Greenpeace und GLOBAL 2000 die Regierung auf, dem Druck aus der EU standzuhalten und das Energiekapitel mit Tschechien nicht abzuschließen solange die offenen Fragen rund um das AKW Temelin nicht gelöst sind. "Die österreichische Regierung hat es in der Hand, Temelin zu verhüten und die Österreicher zu schützen", sagt Andrea Paukovits, Pressesprecherin von GLOBAL 2000. "Wenn sich die FPÖ im Ministerrat durchsetzen würde, könnte sie sich das sinnlose Veto-Volksbegehren sparen", stellt Erwin Mayer, Energieexperte von Greenpeace, fest.

Die Aktivisten stellten vor dem Ministerrat ein vier Meter hohes Reaktormodell auf, das mit einem Riesenkondom geschützt ist. Damit wird symbolisiert, dass es an der österreichischen Regierung liegt, die Bevölkerung vor dem nuklearen Risiko aus Temelin zu schützen. Auf einem vier Meter breiten Banner der Umweltschützer steht "Temelin verhüten - Jetzt handeln!" Andrea Paukovits fordert: "Der Ministerrat muss dringend handeln und die Außenministerin de facto an einen Nicht-Abschluss des Energiekapitels binden." Erwin Mayer sagt: "Ein vorzeitiger Abschluss des Energiekapitels mit einer vagen Nuklearklausel ist kein Ersatz für Ausstiegsverhandlungen."

Die Zeit drängt. Denn am 26./27. Oktober treffen sich die EU-Botschafter mit den tschechischen Verhandlern. Die Anzeichen, dass an diesem Termin das Energiekapitel abgeschlossen werden soll, sind unübersehbar. Anders würde sich der von der EU angepeilte Zeitplan bis Ende 2001 auch nicht mehr ausgehen. "Mit diesem engen Zeitplan ist klar, dass nicht einmal mehr die Regierung den von uns seit langem kritisierten Melker Prozess Ernst nimmt. Denn dessen Beendigung ist Voraussetzung für den Abschluss des Energiekapitels, d.h. Melk soll also jetzt in einer Husch-Pfusch-Aktion beendet werden", kritisiert Andrea Paukovits. "Wenn die Bundesregierung das Energiekapitel vorzeitig abschließt, dann handelt sie gegen den Willen von mehr als vier Fünftel der österreichischen Bevölkerung", warnt Mayer.

Nach den Aussagen des deutschen Bundeskanzlers Schröder ist klar, dass Österreich allein gegen Temelin kämpfen muss. Umso wichtiger ist, dass der Ministerrat die Außenministerin politisch verpflichtet, das Energiekapitel nicht abzuschließen bis die Sicherheitsmängel in Temelin behoben sind. Die Abgeordneten im Nationalrat - außer den Grünen - haben diese Verantwortung ja leider nicht wahrgenommen.

Rückfragen & Kontakt:

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Franko Petri,
Erwin Mayer
Tel.: 0676-5147246 od. 0664-2700441

GLOBAL 2000,
Andrea Paukovits,
Jens Karg
Tel.: 0664-103 24 23 od. 0664-512 67 07

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