Schicker präsentierte Entwurf des Hochhauskonzeptes für Wien

"Wien ist keine Hochhausstadt, weder wie Chicago noch wie Frankfurt am Main" - der Amtsführende Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr, DI Rudolf Schicker, hat dafür handfeste Zahlen:
Lediglich 89 Bauten überschreiten in Wien derzeit die Höhe von nur 40 Metern. Und dabei sind Aussichtstürme schon mitgezählt. Im Rahmen eines Mediengespräches legte Stadtrat Schicker Montag den Entwurf zu einem "Hochhauskonzept für Wien" vor - und hat damit einen weiteren Punkt der "100 Projekte für Wien" der Wiener Stadtregierung bereits fünf Monate nach Amtsantritt in die Realität umgesetzt.****

"Wir wollen keine Verordnung darüber, wo Hochhäuser stehen sollen noch wie sie aussehen sollen. Wir wollen lediglich für die BürgerInnen wie für Verwaltung und potenzielle Investoren verbindliche Richtlinien schaffen" erläutert Schicker sein Vorhaben, dieses Konzept nunmehr zu diskutieren und bis zum Frühjahr 2002 beschließen zu lassen. "Wir wollen jedenfalls keine Geschmackspolizei einrichten, die über die Architektur hoher Bauten zu befinden hat. Klar muss aber jedem Investor und Planer sein, dass bestehende klassische Sichtverbindungen ungestört bleiben müssen" Schicker meint damit etwa den Blick auf Schönbrunn, auf den Stephansdom oder vom Kahlenberg auf das Zentrum. Klar ist auch, dass Hochhäuser weder inmitten historischer Bauten noch auf der grünen Wiese errichtet werden sollen. Schicker: "Hochrangige Verkehrsanbindungen wie etwa eine U-Bahnlinie oder die Erreichbarkeit durch wenigstens zwei Straßenbahnlinien müssen gegeben sein."

Für Stadtrat Schicker ist zudem vorstellbar, dass etwa im Bereich des Gürtels, als dort, wo Wiens große Gründerzeitviertel liegen, eine "Hochhausbauhöhe" von 35 Metern ermöglicht wird, ohne zusätzliche Hochhausauflagen erfüllen zu müssen. Außerdem soll die Stadt lediglich Vermittlerin sein. Alle Informationen über die Vorhaben müssen die Projektträger beistellen und sich auch dazu verpflichten, dass die Bauten auch so umgesetzt werden, wie die Pläne das vorsehen.
 

Die Vorgaben seitens der Stadtplanung, die zur Diskussion stehen:
 
o Die wertvollen naturräumlichen und die erhaltenswerten

historisch überkommenen städtebaulichen Elemente Wiens bilden die Ausgangsbasis der zukünftigen Stadtentwicklung.
o Die im Vergleich bescheidene physische Größe Wiens legt nahe,

nicht im quantitativen, sondern im qualitativen Bereich in die Städtekonkurrenz einzutreten. Nicht die meisten und höchsten Hochhäuser sind das Ziel, sondern die architektonisch und technisch besten.
o Der im Wiener Stadtentwicklungsplan vorgezeichnete Ausbau der

Stadtstruktur ist die Basis der städtebaulichen Konzeption.
o Unter Berücksichtigung der historischen Wurzeln der

städtebaulichen Anlage Wiens bekennt sich die Stadt ausdrücklich zu zeitgemäßen architektonischen Leistungen. Neue städtebauliche Entwicklungen sind nach den Kriterien der Raum- und Umweltverträglichkeit zu konzipieren.
o Die soziale Verträglichkeit ist über eine verpflichtende

Einbindung der Öffentlichkeit zu einem frühen Zeitpunkt im Planungsablauf zu sichern.   Ausschlusszonen

Ausschlusszonen nach dem Stadt- und Landschaftsbild
o Verordnete (und vorgesehene) Schutzzonen nach §7 BO
o Verordnete (und vorgesehene) Landschaftsschutzgebiete gemäß

Wiener Naturschutzgesetz mit einer 100 Meter Umgebungszone
o Wesentliche Sichtachsen und Blickbeziehungen, die für die

Wahrnehmung des charakteristischen Stadtbildes von Bedeutung
sind.
o Stadtveduten, als bewusst inszenierte, historisch geprägte

Stadtansichten.
o Aussichtspunkte und deren Stadtpanoramen
o Wesentliche denkmalpflegerische Wirkungszonen

Stadtstrukturelle Ausschlusszonen
o Großräumige Grüngebiete gemäß Stadtentwicklungsplan
o Baulandbereiche und Bereiche anderer Widmungskategorien ohne

ausreichende ÖV-Erschließung (300 Meter Einzugsbereich U-Bahn, S-Bahn oder zumindest 2 Straßenbahnlinien )
 

Einfordern will die Stadt
o Interdisziplinäres Planungsteam
o Umfassende Standortprüfung, Feststellung Raum- und

Verkehrsverträglichkeit
o Städtebauliche und gestalterische Einbindung, Übereinstimmung

mit städtebaulichem Leitbild
o Spezielle Gutachten (Beschattung, Luftströmung, Geologie etc.)
o Bedarf an technischer und sozialer Infrastruktur
o Darstellung des sozialen und öffentlichen Nutzens
o Nachhaltigkeit der beabsichtigten Nutzung
o Nachhaltigkeit wesentlicher Konstruktionselemente,

Sicherheitskonzept
o Begleitende unabhängige Qualitätskontrolle
o Öffentliche Präsentation des Projektsentwurfes und aller

Gutachten vor Widmungsansuchen
 

Der Beschlussentwurf zum Hochhauskonzept wird nach der Beratung und Zustimmung in der gemeinderätlichen Stadtentwicklungskommission dem Wiener Gemeinderat zur Kenntnis gebracht.  Aktuelle Informationen zur Wiener Stadtplanung können auch über das Internet abgerufen werden: www.wien.at/ . (Schluss) gb/fs
 

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Gaby Berauschek
Tel.: 4000/81 414
e-mail: gab@gsv.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK