GURT IM BUS, ABER KEIN PLATZ FÜR KINDER

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) begrüßt Gurte für alle Sitzplätze bei Omnibus-Neuzulassungen, fordert aber ein Umdenken bei der geltenden Regelung der Platzanzahl für Kinder

Wien (OTS) - Seit 1. Oktober 2001 dürfen Kraftwagen mit mehr als acht Sitzplätzen (Omnibusse) nur mehr zugelassen werden, wenn für alle Sitze Gurte verfügbar sind. Grundsätzlich gilt die Gurtanlegepflicht (seit 1990 auch für Busse zwingend vorgesehen) für alle Kraftfahrzeuge. Schließlich ist das Risiko bei einem Verkehrsunfall unangeschnallt getötet oder schwer verletzt zu werden siebenmal höher als ungesichert.

Überfüllte Busse geben dem Gurt keine Chance

Vor allem Kinder laufen Gefahr, bei einem starken Bremsmanöver oder Unfall im Bus durch die Gegend geschleudert zu werden. Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit hält die Gurtenpflicht im Bus für alle Sitze zwar für eine gute Entscheidung, kritisiert aber die bisher geltende Regelung beim Kindertransport:
"Es geht nicht an, dass Kinder unter 6 Jahren in Omnibussen de facto keinen Einfluss auf die Höchstzahl der Köpfe im Bus haben. Drei Kinder zwischen 6 und 14 Jahren zählen als zwei Erwachsene. Das bedeutet, dass Busse im Prinzip bis oben hin vollgestopft werden können und werden. Diese Regelung muss fallen."

Im Bus: Gurt ja, Kindersitz muss nicht sein

Durch Gurtbenützung könnten mehr als die Hälfte aller tödlichen und schweren Verletzungen von Businsassen verhindert werden. Auch Kinder sollen die Gelegenheit erhalten, die vorhandenen Gurte nutzen zu können. Kindersitze sind ein sekundäres Problem, da der Verzögerungsverlauf ein komplett anderer ist als im Pkw

Wenn Gurte da sind: Anschnallen!

Ein weiterer Schritt ist die Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung. "Personen im Bus müssen sitzenbleiben und dürfen nicht herumlaufen. Den Leuten soll klar werden, dass man sich auch für kurze Strecken, die in geringer Geschwindigkeit gefahren werden anschnallen muss. Unangeschnallt wird es bereits bei 15 km/h gefährlich!", warnt Thann. "Vor allem die Lenker müssen mit gutem Beispiel vorangehen, selbst immer angeschnallt bleiben und dafür sorgen, dass jeder einzelne Fahrgast die Sicherheitsgurte auch tatsächlich verwendet".

Die Unfallbilanz der Vorwoche: 17 Tote im Straßenverkehr, davon 8 zum Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 8 PKW-Insassen (davon 7 Lenker), 1 Lkw-Lenker, 2 Motorrad-Lenker, 1 Moped-Lenker, 1 Radfahrer und 4 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (5), Vorrangverletzung (2), Unachtsamkeit (2), Überholen (2), Fehlverhalten Fußgänger (2), Übermüdung (1) und Herzversagen (1) festgestellt werden. Bei 2 Verkehrsunfällen konnten die Ursachen bisher nicht ermittelt werden. 2 Fußgänger kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 7 der 17 Verkehrsunfälle waren sogenannte "Alleinunfälle". 5 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. Vom 1. Jänner bis zum 14. Oktober dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 742 Verkehrstote, (30-Tages-Fristabgrenzung bis Ende August berücksichtigt), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 778 Menschen tödlich.

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